Urteil

Acht Jahre Gefängnis für Überfall auf Lenneper Pfarrer

Opferanwalt Carsten Rebber (links) mit Pfarrer Jürgen Behr (57) während der Verhandlung in Wuppertal.. Foto: Dirk Lotze
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Opferanwalt Carsten Rebber (links) mit Pfarrer Jürgen Behr (57) während der Verhandlung in Wuppertal.

Ein 28-jähriger Familienvater muss wegen schweren Raubs für acht Jahre ins Gefängnis: Er hat den Lenneper Pfarrer Jürgen Behr (57) in dessen Dienstwohnung auf besonders brutale Weise überfallen. So lautet das Urteil des Landgerichts Wuppertal.

Von Dirk Lotze

Der Mann hat einen Komplizen identifiziert; nach ihm wird gefahndet. Laut Feststellungen haben die Täter ihr Opfer früh am 9. November über mehr als eine Stunde gequält. Der Pfarrer wurde unter Vorhalt zweier seiner Küchenmesser durch seine Wohnung getrieben. Die Angreifer schlugen ihn und fesselten ihn. Ziel ist gewesen, Geld und Wertgegenstände einzusammeln. Letztlich betrug der Wert der Beute wohl kaum 500 Euro. Der Überfallene konnte sich befreien und zu Nachbarn fliehen.

Der Seelsorger hatte Todesangst

Behr sagte aus: „Ich habe alles mitgemacht, weil ich wollte, dass es aufhört.“ Er habe Todesangst gehabt. In der Wohnung könne er nicht mehr leben; er habe sich in Therapie begeben. Dabei war er womöglich schlicht ein Gelegenheitsofer: Ein Zugang zum Grundstück soll offen gestanden haben. Das Gericht berücksichtigte die schweren Folgen bei der Strafhöhe. Der Vorsitzende Richter Ulrich Krege: „Der Pfarrer hat durch die Tat sein Zuhause verloren. Besonders bitter ist, dass er das Haus weiter regelmäßig betreten muss, weil es sein Arbeitsplatz ist.“

Der Angeklagte wurde sechs Wochen nach dem Raub in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf gefasst: Er hatte das beim Pfarrer gestohlene Handy eingeschaltet. Dabei benutzte er eine Rufnummer, die auf ihn unter der Adresse eines Auffanglagers eingetragen war. Dort sollen sich die beiden Komplizen kennengelernt haben; dazu ein Dritter, den sie am Abend vor der Tat in Lennep besucht hatten.

Der hat ausgesagt, er habe in der Nacht die Schreie des Pfarrers gehört. Den Angeklagten habe er deswegen am nächsten Tag zur Rede gestellt. Der habe ihm die Tat gestanden. Darauf habe er den Kontakt abgebrochen.

Ein Teil der Beute konnte dem Pfarrer zurückgegeben werden. Der Angeklagte kann gegen das Urteil Revision einlegen; er bleibt vorerst in Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr. Sein Opfer hat er um Entschuldigung gebeten.

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