Deutscher Wetterdienst

Hochwasser: Weniger Regen, Lage entspannt sich

Am Prangerkotten.
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Die Hochwassersituation am Prangerkotten.

Wupperverband bereitet sich auf neue Regenfälle vor. Aus der Wuppersperre wird gezielt Wasser abgelassen - was das für die Pegel und die Hochwassersituation bedeutet.

Update 15 Uhr: Wupperverband bereitet sich vor

Die Pegelstände an der Wupper werden auch in den nächsten Tagen erhöht bleiben. Jetzt gerade erhöht der Wupperverband die Wasserabgabe aus der Wuppertalsperre. Denn: Auch für morgen sind erneut starke Regenfälle angekündigt. Durch die erhöhte Abgabe wird Stauraum als Puffer frei.

Am Donnerstag sind bis zu 75 Liter Regen pro Quadratmeter im Bergischen gefallen. „Das entspricht etwa der Hälfte der Regenmenge, die an der Messstelle Bever-Talsperre durchschnittlich im gesamten Monat Januar fällt“, teilt der Wupperverband mit.

Es war genügend Pufferkapazität in der Wuppersperre: In der Spitze flossen dort gestern 100 Kubikmeter pro Sekunde zugeflossen. Die Abgabe betrug zu diesem Zeitpunkt 30 Kubikmeter pro Sekunde. Somit wurden 70 Kubikmeter pro Sekunde – also der überwiegende Teil der Wassermengen – in der Talsperre zurückgehalten. Die folgende Rechnung zeigt das nochmal:

Zufluss in Spitzenzeiten100 Kubikmeter pro Sekunde
Abgabe-30 Kubimeter pro Sekunde
Stau-Plus in der Wuppersperre70 Kubikmeter pro Sekunde

Aktuell sind in der Wuppersperre 18 Millionen Kubikmeter Wasser gespeichert - sieben Millionen Kubikmeter sind noch als Puffer frei. „Da für morgen erneut größere Regenmengen vorhergesagt werden, wird die Abgabe aus der Talsperre erhöht, um möglichst viel Stauraum in der Wupper-Talsperre frei zu halten“, teilt der Wupperverband mit.

Die Abgabe aus der Talsperre wird soweit erhöht, dass der Gewässerlauf unterhalb voll ausgenutzt wird, um die Wassermengen abzuleiten. Die erhöhte Abgabe ist so bemessen, dass sie - nach derzeitigen Erkenntnissen und unter Berücksichtigung der aktuellen meteorologischen Vorhersagen - weder in Beyenburg noch in Bereichen weiter flussabwärts zu Problemen führt.

Update Freitag, 13. Januar, 7 Uhr: Lage entspannt sich - Sturmböen am Freitag.

Remscheid. In der Nacht ist die Hochwasser-Warnmarke in Unterburg auf Rot gesprungen - aktuell gibt der Wupperverband aber leichte Entwarnung: Die Pegelstände der Wupper fallen zwischen Hückeswagen und Solingen wieder leicht. Und auch die Bäche in Remscheid haben die Regenmengen gut weggesteckt - laut Feuerwehr gab es keine größeren Einsätze. Auch in Hückeswagen hat die Feuerwehr Kontrollfahrten unternommen, „aktuell ist die Lage jedoch unkritisch“, heißt es beim Wupperverband.

Insgesamt sind seit Mittwochabend rund 75 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. In der Folge sind die Pegel von Eschbach, Wupper und allen anderen Gewässern stark gestiegen. Die Wupper in Unterburg überschritt am späten Donnerstagabend die Warnmarke von 3,20 Metern. Dort waren bereits seit dem Mittag die Feuerwehren im Einsatz. Sandsäcke wurden verteilt, die Wupperinsel geräumt, weitere Maßnahmen ergriffen.

„Eine konkrete Hochwassergefahr liegt aktuell nicht vor“, heißt es aktuell beim Wupperverband. In Gewässernähe sei aber weiter Vorsicht angeraten. Und: Am heutigen Freitag soll es erneut Regenschauer geben. Der Wupperverband rechnet mit bis zu 10 Millimeter - also nicht annähernd den Mengen von gestern. „Aufgrund der prognostizierten wird heute keine verschärfende Hochwasserlage erwartet.“

Der Deutsche Wetterdienst warnt dennoch: Am Freitag können bis 15 Uhr Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 55 und 70 Stundenkilometern (bis Windstärke 8) auftreten. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit Sturmböen bis 80 km/h (Windstärke 9) gerechnet werden. Durch die aufgeweichten Böden können Bäume umstürzen. Entsprechend vorsichtig sollten Bürger sein.

Warnstufe Rot für Remscheid: Mit dieser Karte warnte der Deutsche Wetterdienst am Donnerstag vor ergiebigem Regen. Inzwischen gilt Warnstufe Orange.

+++ Update von 19.45 Uhr +++ Remscheid. Obwohl es nicht so stark regne wie im Sommer 2021, sind die Erinnerungen an das Hochwasser wieder präsent: Angesichts eines rauschenden Baches sind die Anwohner im Morsbachtal besorgt. Mit Taschenlampen leuchten einzelne von ihnen in die Dunkelheit, um den Pegel am frühen Donnerstagabend abzuschätzen. „Das ist ein mulmiges Gefühl, ein ganz mulmiges Gefühl“, berichtet einer von ihnen im RGA-Gespräch, der vor anderthalb Jahren selbst schwer betroffen war. Augenscheinlich aber werden sich solche Szene wie damals nicht wiederholen, sind die Anwohner jedoch auch ein klein wenig optimistisch. Aktuell haben sie den Eindruck, dass der Pegel stagnieren würde. Bislang scheint es nirgendwo entlang der Morsbachtalstraße zu Überflutungen gekommen zu sein. -lho-

+++ Update von 18.20 Uhr +++ Remscheid. Die Nachrichten von Deutschem Wetterdienst und der App Nina ließen nichts Gutes erahnen: Die Meteorologen und Katastrophenschützer warnten am Donnerstag vor ergiebigem Regen und möglichem Hochwasser. Doch in Remscheid blieb die Lage glimpflich, was auch das Bild von RGA-Fotograf Roland Keusch zeigt. Wie am Regenrückhaltebecken Ronsdorfer Straße blieb an den Überlaufstellen viel Platz für noch mehr Regenwasser.

Und auch der Wupperverband meldete bereits ab dem Nachmittag sinkende Pegelstände an den Flüssen und Bächen in der Region. Tätig werden musste lediglich die Remscheider Feuerwehr: Sie musste drei umgestürzte Bäume beseitigen – verletzt wurde dabei glücklicherweise niemand. -lho-

Erstmeldung von 11.16 Uhr

Wie am Regenrückhaltebecken Ronsdorfer Straße blieb am Donnerstag an den Überlaufstellen viel Platz für noch mehr Regenwasser.

Für Remscheid, Radevormwald und Umgebung hat der Deutsche Wetterdienst eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Bis zum Morgen waren laut Wupperverband bereits 10 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, bis Freitagnacht könnten laut Prognose 50 Liter pro Quadratmeter hinzukommen.

Bis Freitagmittag, 13 Uhr, sei „ergiebiger Dauerregen“ zu erwarten. Nach bisher schon 20 bis 35 Litern pro Quadratmetern kommen voraussichtlich nochmal 30 Liter pro Quadratmeter hinzu, so der DWD.

Gefährlich werden können infolge des Dauerregens unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen. „Es können zum Beispiel Erdrutsche auftreten. Schließen Sie alle Fenster und Türen!“, warnt der Wetterdienst.

Hinzu kommen Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 km/h und 75 km/h - also Windstärke 8 bis 9 aus südwestlicher Richtung auf. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit Sturmböen bis 85 km/h gerechnet werden. Das bedeutet zusätzlich zur Regen-Warnung eine Sturm-Warnung der Stufe gelb.

Wupperverband: Hochwasser-Warnschwellen überschritten

Beim Wupperverband sind die ersten Warnschwellen vor Hochwasser überschritten worden. Sowohl für die Stationen Unterburg/Wupper als auch Kluser Brücke sind die Signale von grün auf orange umgesprungen.

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