Stiftung

Unternehmer wollten Remscheid fördern

Gernot Tödt ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Eugen Moog Stiftung. Foto: Michael Schütz
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Gernot Tödt ist Vorsitzender des Stiftungsrates der Eugen Moog Stiftung.

Die Eugen Moog Stiftung ist 1976 gegründet worden.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die beiden Stiftungsgründer, Eugen Moog sen. und Eugen Moog jun., wollten mit ihrem Geld in erster Linie ihrer Heimatstadt Remscheid etwas Gutes tun, als sie 1976 ihre gleichnamige Stiftung gründeten. Aber auch Schloss Burg und die Archiv- und Museumsstiftung VEM, dem ehemaligen Völkerkundemuseum in Wuppertal, sollten profitieren. „Grundüberlegung war es, keine eigenen Aktionen durchzuführen, sondern andere, gemeinnützige Institutionen aus ganz bestimmten Bereichen bei ihrer Arbeit finanziell zu unterstützen“, fasst es Assessor Gernot Tödt, seit 2004 Vorsitzender des Stiftungsrates, zusammen. Unterstützt werden das öffentliche Gesundheitswesen, Kunst und Kultur, die Volksbildung, speziell auf dem Gebiet der Astronomie und der Röntgenwissenschaft, sowie die Heimatkunde.

Tödt, der die beiden inzwischen verstorbenen Gründer gut kannte und sie als selbstlose Menschen erlebt hat, erinnert sich an ein Gespräch, in dem Eugen Moog junior gesagt hatte: „Von dieser Erde können wir eines Tages nichts mitnehmen. Außerdem haben meine Frau und ich keine Kinder. Also ist es logisch, dass wir die Firma verschenken. In einem altruistischen Sinne, eben gemeinnützig und humanitär.“ So habe Moog im Laufe der Jahre sein gesamtes Vermögen auf die Stiftung übertragen. Nach seinem Tod habe das seine Frau in gleicher Weise fortgesetzt. Bei der Gründung am 31. August 1976 betrug das Stiftungsvermögen 100 000 D-Mark. Heute liegt es bei etwa 500 000 Euro. Verwaltungskosten fallen nicht an, da neben dem Vorsitzenden auch Dr. Urs Diederichs, der ehemalige Leiter des Historischen Zentrums, Pfarrer Uwe Leicht, Geistlicher Vorstand der Stiftung Tannenhof, sowie der Steuerberater ehrenamtlich arbeiten.

„Man verdankt ihnen hier eine ganze Menge.“
Gernot Tödt, Vorsitzender des Stiftungsrates

Über Eugen Moog sen., er starb 1981, erzählt Tödt, dass er aus einfachsten Verhältnissen stammte und schon mit zwölf Jahren zum Familienunterhalt beitragen musste. Als Automatendreher hatte er in unterschiedlichen Remscheider Betrieben gearbeitet. 1950 machte er sich mit seinem Sohn selbstständig und gründete an der Salemstraße die Eugen Moog Aktiengesellschaft. „Das war wohl die kleinste AG in unserem Raum. Sie stellte Werkzeuge, vor allem Bohrer her, mit anderen Werkzeugen wurde gehandelt. Zehn Jahre später konzentrierten sich die beiden Inhaber ausschließlich auf den Handel.“

Eugen Moog jun., er starb 1987, machte eine Ausbildung als Exportkaufmann. „Im Zweiten Weltkrieg war er Soldat und lange als Kriegsgefangener in den USA. Eine Zeit, die ihn sehr geprägt hat“, weiß Tödt. Er und seine Frau hätten äußerst bescheiden und sparsam gelebt, so dass sie sich ein kleines Vermögen erarbeiten konnten.

„Man verdankt ihnen hier eine ganze Menge“, ist der Vorsitzende überzeugt. Neben den kontinuierlichen Unterstützungen, die unter anderem der Stiftung Tannenhof, dem Astronomischen Verein, dem Kontaktzentrum Schüttendelle, dem Bergischen Geschichtsverein und dem Schlossbauverein Burg an der Wupper zu Gute kommen, hat die Eugen Moog Stiftung auch immer wieder besondere Projekte unterstützt. Dazu zählt beispielsweise, dass ein Bild von Johann Peter Hasenclever für das Heimatmuseum angekauft wurde. Auch die Kosten für die Plastik vor der Städtischen Bibliothek des Bildhauers Hans-Jürgen Hiby übernahm die Stiftung. Unterstützung erfuhr auch das Ernst Moritz Arndt-Gymnasium, als dort ein Denkmal für ehemalige jüdische Mitschüler errichtet wurde.

„Wenn wir bei solchen Projekten merken, da fehlt finanziell etwas, dann füllen wir die Lücke auf“, erklärt der Vorsitzende. Man könne sich an die Stiftung wenden oder der Stiftungsrat überlegt sich, welche gemeinnützige Organisation der Hilfe bedarf. Wie beispielsweise das Werkzeugmuseum, das einen speziellen Scanner brauchte. Früher habe man Unterstützungen in Höhe von 30 000 bis 40 000 Euro pro Jahr gewähren können, heute seien es noch rund 12 000 Euro.

Stiftungsserie

21 Stiftungen gibt es laut Angaben des NRW-Innenministeriums in Remscheid. Wie hoch ist das Stiftungskapital? Was ist ihr Zweck? An wen wird ausgeschüttet? Wer steht dahinter? Diesen Fragen geht der Remscheider General-Anzeiger in seiner Serie nach.

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