Baumgeschichte

Unter dieser Eiche spielten die Freundinnen

Für dieses Foto von Waltraud Burgtorfs Lieblingseiche musste ihr Mann erst eine geeignete Lücke zwischen den Häusern finden.
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Für dieses Foto von Waltraud Burgtorfs Lieblingseiche musste ihr Mann erst eine geeignete Lücke zwischen den Häusern finden.

Waltraud Burgtorf erzählt ihre Baumgeschichte – Erinnerungen an die Kindheit werden wach.

Heute erzählt RGA-Leserin Waltraud Burgtorf ihre „Baumgeschichte“:

Beim Stichwort ,Lieblingsbaum‘ fällt mir der Baum meiner Kindheit ein. Er steht auch heute noch im Süden Remscheids in der Straße, in der ich aufgewachsen bin. Wenn man die abschüssige Straße hinunterging, egal, von welcher Seite, konnte man schon von weitem die prächtige Eiche sehen, ja, sie dominierte die Talsenke mit dem Haus, in dem ich einen Teil meiner Kindheit und Jugend verbracht habe. Rings um das Grundstück waren Wiesen, so dass der Baum freistand und besonders gut zur Geltung kam. Einige Kühe und ein Pferd grasten auf den Wiesen, und die riesige Eiche gab den Tieren Schatten, wenn die Sonne zu heiß schien. Auch beim bergischen Wetter suchten sie unter ihr Schutz.

Wenn ich morgens aufwachte, konnte ich vom Bett aus durch das Fenster einen Teil der Baumkrone und den Himmel sehen, und ich konnte sehen, ob die Sonne schien, wenn die Zweige angestrahlt wurden. Außerdem sah und hörte ich viele Vögel, die in der riesigen Krone zu Hause waren. Mit meinen Freundinnen spielte ich oft hinter dem Haus in dem ziemlich naturbelassenen Garten unter der Eiche. Wenn das Laub im Herbst fiel, habe ich oft geholfen, es zu einem großen Haufen zusammenzuharken. Die damaligen Hausbesitzer erzählten, dass der Baum schon 150 Jahre alt sei und veranlasst worden sei, dass er unter Naturschutz gestellt wurde.

Er müsste heute beinahe 220 Jahre alt sein. Ab und zu besuche ich Bekannte gegenüber meinem alten Zuhause und schaue nach dem Baum. Leider kann man ihn in seiner vollen Größe und Schönheit nicht mehr sehen. Die Sicht auf ihn ist mit neuen Häusern zugebaut, und Büsche und kleinere Bäume verdecken seinen Stamm. Auch für das Foto musste mein Mann erst zwischen den Häusern eine geeignete Lücke finden. Ist er nicht prachtvoll? -mw-

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