Mein Leben als Papa

Unsere virtuelle Reise um die Welt endet im Fischrestaurant

Sehnsuchtsort London: Hannes möchte irgendwann unbedingt mal nach London. Foto: gf
+
Sehnsuchtsort London: Hannes möchte irgendwann unbedingt mal nach London.

RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (6) und Michel (3).

Um etwas Farbe in die Wohnung holen, konnte ich beim Einkaufen nicht an den Tulpen vorbeigehen: Ich schlug zu. Weil das Wetter seit Wochen vor allem auf eines schlägt: das Gemüt. Regen, Nebel und immer nur grau, grau, grau – selbst Michel hat der Winterblues inzwischen erreicht. „So ein Scheißwetter!“, schimpfte er neulich, als selbst der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur falsche Kleidung“ keine Anwendung mehr finden konnte. Da ward ihm die derbe Wortwahl ausnahmsweise mal verziehen.

„Mein Leben als Papa“ gibt es als Buch für 12,90 Euro in der RGA-Geschäftsstelle, im Buchhandel und im Internet.bergisch-bestes.de

Auch ich sehne mich langsam danach, dass der Frühling sein blaues Band wieder durch die Lüfte flattern lässt. Gedanklich bin ich sogar noch einen Schritt weiter und beschäftige mich mit dem Sommer. Obwohl pandemiebedingt noch gar nicht so ganz klar ist, was alles möglich sein wird, frage ich immer wieder in die Runde: „Wohin wollt ihr denn in diesem Jahr in Urlaub fahren?“ Michel ist da keine große Hilfe. Er kennt bis jetzt nur die Lüneburger Heide und möchte auch wieder genau dort hin. „Auf den Bauernhof und in den Ritter-Rost-Park.“ Thema für ihn erledigt.

Hannes ist da schon neugieriger auf das, was es sonst noch so gibt auf dieser Welt. „Ich interessiere mich schon sehr für andere Länder und Städte“, gibt er mir eines Abends zu verstehen, als hätte ich in einem Bewerbungsgespräch nach seinen Hobbys gefragt. Tatsächlich ist das nicht gelogen. Er mag die Geschichten vom Hasen Felix, der auf Weltreise geht, und die Abenteuer der Super-Wings-Flugzeuge, die Pakete an Kinder aus allen Regionen der Welt liefern. Am meisten liebt er es aber zurzeit, per App auf meinem Smartphone selbst auf Weltreise zu gehen. Er gibt mir das Stichwort – und schon sind wir virtuell verreist.

Meistens starten wir in London. Die Tower Bridge hat es Hannes schon immer angetan. Aus allen Perspektiven haben wir sie inzwischen erkundet, sind über sie drüber gegangen und sogar unter sie durchgeschippert. „Irgendwann will ich da mal hin“, sagt er und seufzt. Fernweh mit sechs Jahren. Gibt es das schon? Mein Fernweh erwacht, als ich ihm den Strand in Dänemark zeige, an dem seine Eltern früher fast jedes Jahr waren. Und es wächst, als ich plötzlich mit ihm durch den Garten des wunderschönen Hotels am Gardasee spaziere, in Erinnerung an den letzten Urlaub ohne Kind(er). „Jetzt gib mal Mongolei ein“, reißt mich Hannes aus meinen Gedanken und ich staune ob der gewünschten Destinationen in seinem Repertoire.

Genau wie bei mir wachsen seine Erdkunde-Kenntnisse allerdings vor allem durch den Sport. Am Bremer Weserstadion waren wir natürlich schon häufiger, aber auch sämtliche Städte, in denen professionell Fußball, Basketball und Eishockey gespielt wird, möchte Hannes abklappern. Das Eisstadion der Fischtown Pinguins finden wir bei unserer Erkundung von Bremerhaven zwar nicht, dafür aber können wir virtuell ins Restaurant „Fisch 2000“ spazieren und uns die Auslage an frisch gefangenen Nordseefischen anschauen. Auch da möchte Hannes „irgendwann mal hin“.

Wohin es uns in diesem Jahr wirklich verschlägt, wissen wir noch nicht. Im Moment würden mir ein paar trockene Tage, 5 Grad mehr und frische Blumen schon reichen. Und frischen Fisch könnten wir uns auch mal wieder braten . . .

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Unternehmen werben im Allee-Center um Nachwuchs
Unternehmen werben im Allee-Center um Nachwuchs
Unternehmen werben im Allee-Center um Nachwuchs
EWR schicken 17.000 neue Bescheide
EWR schicken 17.000 neue Bescheide
EWR schicken 17.000 neue Bescheide
Tierheim: Fröhliche Stimmung, düstere Aussichten
Tierheim: Fröhliche Stimmung, düstere Aussichten
Tierheim: Fröhliche Stimmung, düstere Aussichten

Kommentare