Planungen für Umgestaltung stehen

Friedrich-Ebert-Platz: Umbau wird teurer, aber Stadt zahlt weniger

Dieser Entwurf dient als Grundlage für die Planungen: Auf den südlichen Teil des heutigen Busbahnhofes soll eine gepflasterte Fläche entstehen, die Bussteige liegen vom Betrachter aus rechts dahinter, Fahrgäste sind durch eine geschwungene Überdachung vor Regen geschützt. In der Mitte sieht man das neue Betriebsgebäude der Stadtwerke. Entwurf: Stefan Schmitz BDA Architekten und Stadtplaner mit Lill + Sparla
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Dieser Entwurf dient als Grundlage für die Planungen: Auf den südlichen Teil des heutigen Busbahnhofes soll eine gepflasterte Fläche entstehen, die Bussteige liegen vom Betrachter aus rechts dahinter, Fahrgäste sind durch eine geschwungene Überdachung vor Regen geschützt. In der Mitte sieht man das neue Betriebsgebäude der Stadtwerke.

Die Planung für den Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes steht in weiten Teilen. Klappt alles, könnte das gesamte Projekt, das in verschiedene Abschnitte unterteilt ist, bis Ende 2025 abgeschlossen sein.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Kosten soll die Umgestaltung nach aktuellen Schätzungen rund 14 Millionen Euro. Das ist, bedingt unter anderem durch Preissteigerungen, mehr als noch beim Ratsbeschluss 2019 angenommen wurde. Trotzdem liegt die Belastung für den städtischen Haushalt niedriger als damals von den Politikern beschlossen.

„Das ist eine Operation am offenen Herzen.“

Baudezernent Peter Heinze

Als der Stadtrat dem Umbau des Busbahnhofes vor zwei Jahren zustimmte, ging man von einem städtischen Anteil an den Gesamtkosten von etwa 7,5 Millionen Euro aus, den Rest sollten die Stadtwerke bezahlen. Abzüglich der damals vorgesehenen Fördermittel hätte Remscheid einen Eigenanteil von rund 2,2 Millionen Euro aufbringen müssen. Die aktuelle Schätzung geht von einem städtischen Anteil von etwa 9,15 Millionen Euro aus. Weil es aber auch deutlich höhere Förderzusagen gibt, beträgt der städtische Eigenanteil nur noch etwa ein Drittel der ursprünglichen Summe, rund 740 000 Euro.

„Ein großer Teil der Steigerung geht auf Mehrkosten bei den Baumaßnahmen zurück“, sagt Michael Zirngiebl, Chef der Technischen Betriebe (TBR). So sei allein das geplante Dach, dessen Konstruktion überwiegend aus Stahl besteht, rund eine halbe Millionen Euro teurer geworden. Auch dass der Fußgängertunnel unter der Elberfelder Straße nicht nur verfüllt, sondern ganz zurückgebaut wird, hat die Kosten weiter in die Höhe getrieben. Dem sei man begegnet, indem man an anderer Stelle abgespeckt habe, berichtet Verkehrsplaner Burkhard Fey. So werde der Platz nun mit Beton- statt Naturstein gepflastert, das spare fast 500 000 Euro.

Der Umbau sei eines „der größten städtebaulichen Projekte, das wir überhaupt haben“, macht Baudezernent Peter Heinze die Komplexität des Projekts deutlich: „Das ist eine Operation am offenen Herzen.“ Auf engem Raum müssten verschiedene Gewerke koordiniert werden – ohne dass der Busverkehr beeinträchtigt wird. Trotzdem betont TBR-Chef Zirngiebl: „Der Umbau wird den Remscheiderinnen und Remscheidern einiges abverlangen.“ Los könnte es Anfang 2023 mit dem Rückbau des Fußgängertunnels gehen, dafür wird die Elberfelder Straße zwei bis drei Wochen gesperrt. Zeitgleich wird der Bereich vor dem Ämterhaus umgestaltet, eine Ampel und eine Fußgängerinsel gebaut. Anschließend werden alle Bussteige in den südlichen Bereich des Ebert-Platzes verlegt, dafür muss die Konrad-Adenauer-Straße in diesem Bereich verbreitert werden, dabei werden die Bäume dort gefällt.

Diese Verlegung ermöglicht es, den nördlichen Teil des Platzes umzubauen. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, ziehen die Bushaltestellen gen Norden und die Arbeiten am südlichen Teil beginnen, das ist etwa fürs dritte Quartal 2024 geplant. Danach kann der Bau des neuen Betriebsgebäudes der Stadtwerke starten, dafür sind rund 18 Monate geplant. Steht dessen Rohbau, kann die Überdachung des Platzes gebaut werden. Die anschließenden Pflaster- und sonstigen Arbeiten könnten im dritten Quartal 2025 beginnen, zum Abschluss soll noch die Elberfelder Straße eine neue Fahrbahndecke bekommen.

Diese Planung sei ein „belastbares Ergebnis“, das man nun der Politik zur Entscheidung vorlege, sagt Baudezernent Peter Heinze. Gleichwohl arbeite man noch daran an, sie zu optimieren, betont Michael Zirngiebl. So versuche man zum Beispiel, die Arbeiten an der Konrad-Adenauer-Straße vorzuziehen. „Alle Beteiligten haben das Ziel, es früher zu schaffen.“

Hintergrund

Beim Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes sind gleich zwei Bauherren am Werk, neben der Stadt auch die Stadtwerke, die dort unter andrem ein neues Betriebsgebäude planen. Die Kostenobergrenze für das Projekt betrage bei den Stadtwerken rund vier Millionen Euro netto, sagt Prokurist Armin Freund. 90 Prozent davon würden vom Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) gefördert. Nach aktuellem Stand könne die Grenze eingehalten werden, so Freund.

Standpunkt: Wie einst bei Willy Brandt

Von Sven Schlickowey

sven.schlickowey@rga.de

Erinnern Sie sich noch an den Juli 2003? Damals wurde bei einem großen Bürgerfest der Willy-Brandt-Platz eingeweiht. Und damit aus dem eher unansehnlichen Bahnhofsplatz das Entrée zur Stadt, wie wir es heute kennen. Die Neubauten rundherum, mit dem Kino als eine Art Höhepunkt, rundeten den Bereich später ab. Auch wenn Teile des Ensembles inzwischen ein wenig in die Jahre gekommen sind, möchte wohl niemand mehr das alte Grau zurück, das dereinst diesen Bereich prägte. Eine ähnliche Wandlung steht nun dem Friedrich-Ebert-Platz bevor, als Busbahnhof ja auch ein Ort, an dem Reisende ankommen. Und sich gegebenenfalls einen ersten Eindruck von Remscheid machen. So ein Umbau kostet Geld, auch die Fördermittel, die ihn möglich machen, stammen ja aus unseren Steuerzahlungen, er macht Lärm und Dreck und sorgt fast unweigerlich für Ärger. Aber danach wird es wie beim Willy-Brandt-Platz sein: Einige Jahre später werden sich die meisten Remscheider noch nicht einmal mehr vorstellen können, wie es vorher war.

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