Meine erste Platte

Um Michael Jackson musste er kämpfen

Der Kauf des Albums „Dangerous“ machte Alexander Schmidt zum „stolzesten Teenager in ganz Europa“. Die CD besitzt er heute noch.
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Der Kauf des Albums „Dangerous“ machte Alexander Schmidt zum „stolzesten Teenager in ganz Europa“. Die CD besitzt er heute noch.

Die Eltern von Rögy-Lehrer Alexander Schmidt mochten den „King of Pop“ nicht.

Von Peter Klohs

Remscheid. Alexander Schmidt ist viel herumgekommen in der Welt. Er und seine Familie lebten unter anderem in Luxemburg, in der hessischen Wetterau und in den Vereinigten Staaten, wo Schmidt 1981 in Covington, Kentucky, auch geboren wurde. Sein Vater war musikbegeistert, im Haushalt der Schmidts lief viel amerikanische Musik: Elvis, die Beach Boys, Willie Nelson. „Was bei uns nie so richtig angesagt war, war die Soul-Schiene, Motown, der Rhythm & Blues. Und Michael Jackson wurde regelrecht totgeschwiegen.“

Dabei war „Dangerous“, Jacksons Megaseller aus dem Jahr 1991, die erste Platte von Alexander Schmidt. „Ich lernte ihn und seine Musik durch die Pepsi-Werbung kennen“, erinnert sich der seit 2010 in Remscheid lebende Lehrer, „später dann durch MTV: ‚Black and white‘, der Moonwalk, das war sehr cool. Bei MTV gab es damals auch schon das größte Konzert von Michael Jackson zu sehen, bei dem er vor geschätzt einer Million Menschen in Bukarest spielte. Ich musste das allerdings in der Nacht anschauen.“

Dass seine Eltern den Sänger aus Gary, Indiana, überhaupt nicht mochten, stand zunächst dem Erwerb der CD entgegen. „Ich musste wirklich darum kämpfen. Wir lebten damals in Luxemburg und ich kaufte ‚Dangerous‘ in einem Kaktus-Supermarkt. Ich war der stolzeste Teenager in ganz Europa.“ Die CD besitzt er heute noch. Sie lagert allerdings im Keller der Eltern in der Nähe von Frankfurt.

Seine Musikleidenschaft beschränkte sich nicht auf Michael Jackson. Als für ihn „zugängliche Musik“ bezeichnet Schmidt heute Elton John, Bryan Adams, Guns ‚n‘ Roses und Queen. Auch die Beatles waren ihm nicht fremd. Im besagten Keller stehen noch LPs der Fab Four, eingeschweißt und ungespielt.

„Das waren Zeiten“, erzählt der in der CDU aktive Schmidt, „in denen es noch viel mehr große Stars gab als heutzutage. Robbie Williams ist eine Ausnahme. Damals füllten die Musiker mit ihrer Musik die Stadien. Heutzutage brauchen sie dazu eine mehr als gewaltige Lichtshow und andere Sensationen.“ An sein erstes Konzert erinnert er sich schmunzelnd. „Darf man das überhaupt sagen?“ fragt er halb im Scherz. „Es war in der Festhalle zu Frankfurt, ich war 18 Jahre alt und auf der Bühne sang Britney Spears.“ Nie vergessen hat er auch das Bryan-Adams-Konzert in Köln, das er besuchte. „Das war stimmungsmäßig das beste Konzert“, urteilt Schmidt. „Adams spielte nur einen Akkord auf der Gitarre, und die Lanxess-Arena flippte vollkommen aus.“

Alte Platten werden nicht entsorgt

Bei all den vielen Musikstilen, die er gerne hört, gehört Heavy Metal nicht unbedingt dazu. Auch Opern vermeidet Schmidt, hat zur „alten Musik“ auch eine feste Meinung: „Klassische Musik und Seriösität müssen nicht zusammengehören.“ Modern Jazz gefällt ihm auch nicht besonders. „Dann lieber den Swing des Rat Pack, Dean Martin, Sammy Davis und so.“

Selber Musik gespielt hat Alexander Schmidt auch. „Vielleicht habe ich zu früh mit dem Klavierspielen aufgehört“, vermutet er. „Sollte ich einmal genug Platz haben, dann kaufe ich ein Klavier, das ist sicher. Und hätte ich mehr Zeit, dann würde ich auch gerne Gitarre lernen. Ein paar Bryan-Adams-Akkorde wären schon schön.“

Über einen Geheimtipp denkt er länger nach, erzählt von Barbershop-Quartetten, die hauptsächlich in den USA gehört werden und geht in Gedanken seine Plattensammlung durch. „Es gibt in den USA eine A-Capella-Gruppe“, sagt er dann, „die sollte mehr Aufmerksamkeit erfahren. Die Jungs heißen Straight no chaser und sind sensationell.“

Früher hat Alexander Schmidt viele Platten gekauft, heute streamt er bevorzugt. „Aber die Platten entsorge ich nicht“, sagt er. „Die bleiben schön stehen.“

Zur Person

Der 1981 in Covington, Kentucky, geborene Alexander Schmidt lebt seit 1993 in Deutschland und seit 2010 in Remscheid. Er ist Lehrer am Lenneper Röntgen-Gymnasium und lehrt Englisch, Politik und Sozialwissenschaften. Er ist darüber hinaus stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Remscheider Christdemokraten und seit 2014 im Stadtrat. Zum Entspannen hört Schmidt gerne Rockmusik. „Und zwar sehr laut. Aber ich habe selten Zeit dazu.“

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