Fest für Geflüchtete

Ukrainer feiern Unabhängigkeitstag

Das Ukraine-Zentrum in Hackenberg war an diesem Mittwoch Schauplatz eines Fests für Geflüchtete.
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Das Ukraine-Zentrum in Hackenberg war an diesem Mittwoch Schauplatz eines Fests für Geflüchtete.
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Vergabeausschuss zog Bilanz über den Einsatz der Spenden in Remscheid. 150.000 Euro sind eingegangen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Blaue und gelbe Luftballons waren an diesem Mittwoch Blickfang am Hackenberger Gemeindehaus an der Max-von-Laue-Straße. Rund 60 Geflüchtete wurden dort mit ihren Nationalfahnen begrüßt. Das dortige Ukraine-Zentrum hatte ein Fest ausgerichtet – zum gestrigen Unabhängigkeitstag ihres Heimatlands. Mit dabei: OB Burkhard Mast-Weisz und Diakonie-Geschäftsführer Florian Schäfer. Sie zogen in einem Mediengespräch eine erste Bilanz über die Verwendung der Mittel, die seit Kriegsbeginn auf dem Spendenkonto beim evangelischen Kirchenkreis Lennep eingegangen sind. Gesamthöhe: 150 000 Euro.

Neben Pfarrer Martin Rogalla und Journalist Horst Kläuser gehören Mast-Weisz und Schäfer dem Vergabeausschuss an, der über den Einsatz des Geldes entscheidet. „Wir wollen dabei größtmögliche Transparenz“, erklärte der Diakonie-Geschäftsführer. Etwa ein Drittel sei mittlerweile für unterschiedliche Zwecke ausgegeben worden. 10 000 Euro erhielt zum Beispiel die Tafel, die seit einigen Monaten Lebensmittel hinzukaufen muss, um den gestiegenen Bedarf durch die Geflüchteten zu decken. Vor allem Obst und Gemüse seien gefragt: „Es ist uns wichtig, dass sich die Menschen bei uns wohlfühlen und sich auch vernünftig ernähren können“, stellte Mast-Weisz heraus. Weitere Mittel flossen in ein Ferienprogramm des Sportbunds. Lehrmaterialien für Deutschkurse seien ebenso finanziert worden wie therapeutische Reiten für traumatisierte Kinder.

„Jeder Ukrainer, der etwas auf sich hält, zeigt heute die Nationalflagge.“

Marina Tkachuk über den Feiertag in ihrem Heimatland

Demnächst wird der Vergabeausschuss um ein Mitglied reicher: Marina Tkachuk soll aus Sicht einer Ukrainerin mit über die Verwendung des Geldes entscheiden. Sie floh gemeinsam mit ihrem kleinen Hund Boomer aus ihrer Heimat.

Im März kam sie in Remscheid an und hilft seither zahlreichen Landsleuten, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Der gestrige Unabhängigkeitstag sei in Charkiw im Nordosten der Ukraine von schweren Bombenangriffen der Russen überschattet worden, habe sie von dort erfahren. Große Veranstaltungen waren zwar aus Sicherheitsgründen untersagt. „Jeder Ukrainer, der etwas auf sich hält, zeigt aber heute die Nationalflagge – zum Beispiel an den Autos. Es ist aber ein besonders schwerer Tag“, übersetzte Ivan Zakharchenko ihre Worte, der sich so wie sie für die Geflüchteten in Remscheid engagiert. Fast 1000 Menschen sind mittlerweile in der Stadt angekommen. „Und wir kennen sie fast alle, jedenfalls ihre Gesichter“, berichtete er über die Zusammenarbeit mit Marina Tkachuk.

Ukraine-Krieg: So können Sie jetzt helfen

Bei der Verwendung künftiger Spenden sollen sowohl die Geflüchteten unterstützt als auch Hilfe in der Ukraine geleistet werden. Der Vergabeausschuss stehe in Kontakt mit einer Nichtregierungsorganisation, die humanitäre Hilfe leiste. „Sie stellt uns über die Verwendung minuziös Nachweise aus“, berichtete der OB. Es werde für die Bevölkerung vieles benötigt: „Medikamente, Verbandsmaterial, haltbare Lebensmittel, Schlafsäcke“, listete Mast-Weisz im Lenneper Ukraine-Zentrum auf, das bereits jetzt Beratungsangebote, Seelsorge sowie Lern- und Aktivitäten für Kinder und Jugendliche bietet.

Das Spektrum will Florian Schäfer weiter ausbauen und dabei auch gezielt die Menschen in der Erstaufnahme in der Turnhalle und der Schule Hölterfeld erreichen. Sie sollen sich im Ukraine-Zentrum mit Landsleuten austauschen können, die schon einiger Zeit in Remscheid leben und mit ihnen gemeinsam Freizeit verbringen.

Das sei zum einen Starthilfe, um sich in der fremden Umgebung zurechtzufinden, und biete zum anderen auch Abwechslung vom Alltag in der Turnhalle, der im Winter noch trister werden dürfte, als er es ohnehin jetzt schon ist.

Ukraine-Zentrum

Im Haus, Max-von-Laue-Straße 1, gibt es ein weitreichendes Hilfsprogramm für Geflüchtete aus der Ukraine. Es reicht von Erstberatung für Hilfeleistungen über ein Warenlager für Hausrat oder Ausstattung bis hin zur Unterstützung bei der Suche nach einer geeigneten Arbeit. Einige Geflüchtete seien bereits in die Pflegebranche vermittelt worden, hieß es gestern.

Weitere Informationen über das Ukraine-Zentrum und die Nummer des Spendenkontos finden Interessierte hier: www.kirchenkreis-lennep.de

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