Schwere sexuelle Nötigung

Übergriff in Mannesmann-Villa: Angeklagter kommt erneut in Sicherungsverwahrung

Die Tat spielte sich in der früheren Mannesmann-Villa ab.
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Die Tat spielte sich in der früheren Mannesmann-Villa ab.

Laut Urteil hat der Mann im Juli 2020 eine Escort-Dienstleisterin zur leerstehenden, früheren Unternehmer-Villa in den Stadtteil Bliedinghausen bestellt und sie dort angegriffen.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem gewaltsamen, sexuellen Übergriff auf eine Prostituierte in Remscheid kommt ein einschlägig vorbestrafter Angeklagter (54) in lange Haft und anschließend ein weiteres Mal in unbefristete Sicherungsverwahrung. Das Landgericht Wuppertal verurteilte den Mann nicht rechtskräftig zu neun Jahren Freiheitsstrafe wegen schwerer sexueller Nötigung und Körperverletzung.

Laut Urteil hatte der Mann für einen Juliabend 2020 eine Escort-Dienstleisterin zur leerstehenden, früheren Unternehmer-Villa von Mannesmann in den Stadtteil Bliedinghausen bestellt. Die 59 Jahre alte Frau berichtete, der Mann habe sie am Grundstück zunächst freundlich empfangen und durch eine Lücke im Bauzaun geführt; die Tür zum Haus habe offen gestanden. In der Villa habe er sie unvermittelt von hinten angegriffen, geschlagen, durch die Räume gezerrt und zeitweise gefesselt. Er habe ihr gewaltsam Kleidung herunter gerissen und sie mit Vergewaltigung bedroht. Sie habe um ihr Leben gefürchtet. Der Mann habe sie schließlich gehen lassen, nachdem sie von ihren Kindern gesprochen hatte. Die Frau erlitt Hautabschürfungen und Prellungen und leidet laut eigener Aussagen weiter unter Angst.

Der Angeklagte ist vorbestraft nach einer Vergewaltigung in Hessen. Er war ein Jahr vor dem Geschehen unter Auflagen aus der Sicherungsverwahrung entlassen worden. Grund war eine Gerichtsentscheidung nach dem Gutachten eines Psychiaters, gegen
edenken der zuständigen Haftanstalt. Nach zeitweisem Aufenthalt in einer anderen Großstadt war er zu Angehörigen nach Remscheid gezogen. Zu dem Tatort hatte der Mann angegeben, das Haus habe er bereits zuvor besucht gehabt. Es habe ihn „fasziniert“. Der geschädigten Frau soll er vorgespielt haben, er habe es geerbt und wolle renovieren. Dem Gericht sagte der Mann dazu: „Warum sollte ich so eine nicht belügen?“

Im Prozess hat der Angeklagte Körperverletzung im Streit zugegeben. Ein Sozialarbeiter hatte einen Tag vor dem Geschehen notiert, der 54-Jährige sei aus seiner Sicht gefährlich, so lange sein Umfeld mit Arbeit, Freizeitgestaltung und Bezugspersonen nicht stimmt.

Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Monate geringere Freiheitsstrafe beantragt. Das Urteil ist noch angreifbar.

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