Aktenzeichen XY ... ungelöst

TV-Fahndung: Ist Leonie in die Fänge eines Loverboys geraten?

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Mit diesen beiden Fotos sucht die Polizei die vor zwei Jahren aus Remscheid verschwundene Leonie.
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Nach Ausstrahlung der Sendung XY … ungelöst gingen mehrere Hinweise auf die verschwundene Leonie aus Remscheid ein.

Von Axel Richter

Vier Hinweise auf die verschwundene Leonie gingen bei der Polizei in Remscheid ein, weitere im Studio der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY. . . ungelöst“. Dort war der Fall der vermissten Remscheiderin am Mittwochabend ausgestrahlt worden. Einen Durchbruch gab es deshalb am Donnerstag nicht.

„Die Hinweise müssen jetzt bewertet werden, dann können wir ihnen nachgehen“, sagt Polizeioberkommissarin Hanna Meckmann, Sprecherin des Wuppertaler Präsidiums. Insgesamt bewegt sich die Zahl der Anrufe und E-Mails nach der Sendung im einstelligen Bereich.

„Sie hat nichts mitgenommen. Keine Kleidungsstücke, Schminke, Geld, Papiere.“
Stefan Weiand, Polizist

Wie berichtet, war die damals 15-jährige Leonie am 22. Juli 2016 auf der oberen Alleestraße in ein Auto mit zwei Männern eingestiegen und danach spurlos verschwunden. Einer Freundin hatte das Mädchen erzählt, ihr Freund würde sie abholen und sich danach mit ihr für eine Woche in einem Hotel einquartieren.

Tatsächlich fühlte sich das Mädchen zu älteren Männern hingezogen. Der Wuppertaler Polizeihauptkommissar Stefan Weiand, der in der Livesendung zu Gast war, schloss deshalb nicht aus, dass das Mädchen in die Fänge eines sogenannten Loverboys geraten ist. Dabei handelt es sich um junge Männer, die Teenager ansprechen, die Mädchen mit Geschenken erobern und später zur Prostitution zwingen.

Leonie war in schwierige Familienverhältnisse hineingeboren worden. Auf Vermittlung des Remscheider Jugendamtes kam das Kind in wechselnde Pflegefamilien. Als Teenager wollte sie zurück zur leiblichen Mutter, rebellierte, kam daraufhin in ein Heim und zog dann tatsächlich zu ihrer Mutter. Die hat sich in der XY-Sondersendung in einem emotionalen Brief an Leonie gewandt. Ein Zuhause hatte das Mädchen bei ihr jedoch nicht gefunden.

In all der Zeit war Leonie mehrfach weggelaufen, aber immer wieder zurückgekehrt. Dass Leonie am 22. Juli vor zwei Jahren freiwillig aus Remscheid verschwunden ist, glaubt Hauptkommissar Weiand aber auch aus einem anderen Grund nicht. „Sie hat nichts mitgenommen. Keine Kleidungsstücke, Schminke, Geld, Papiere.“ Eine erste Spur führte nach Frankfurt, auch für einen Aufenthaltsort in Köln gab es Hinweise. Die Suche nach ihr blieb erfolglos.

Sozialdezernent weist Mitverantwortung der Stadt zurück

Sozialdezernent Thomas Neuhaus, zuständig für die Arbeit des Jugendamtes, wies eine Mitverantwortung für das Abgleiten des Mädchens im RGA-Gespräch am Donnerstag zurück. Zwar wirkt ihr Aufwachsen wie eine Odyssee durch verschiedene Familien und Heime. „Ich habe aber keine Hinweise darauf, dass das, was passiert ist, mit der Arbeit der Verwaltung in Zusammenhang steht“, erklärte Neuhaus. Dennoch kündigte er an, den Fall intern zu untersuchen: „Ich weiß, dass das Schicksal von Leonie viele Menschen in Remscheid bewegt. Das gilt auch für mich.“

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