Musik

Trost-Lieder sind Balsam für die Seele

Anja und Christoph Spengler (Foto) präsentierten ihre Trost-Lieder gemeinsam mit Henrieke Kuhn und Daniel Drückes.
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Anja und Christoph Spengler (Foto) präsentierten ihre Trost-Lieder gemeinsam mit Henrieke Kuhn und Daniel Drückes.

Ehepaar Spengler, Henrieke Kuhn und Daniel Drückes waren in der „Esche“ erstmals live zu erleben.

Von Sabine Naber

Remscheid. Was können wir tun, um Menschen nahe zu sein, denen wir zeitweise nicht nahe sein durften – diese Frage hatten sich Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler und seine Frau Anja gleich zu Beginn des Lockdowns gestellt.

Sie kamen auf die Idee, „Trost-Lieder“ zu singen und sie als Youtube-Serie ins Internet zu stellen. Anfangs nur zweistimmig, seit einem Jahr dann in zwei bis dreiwöchigem Rhythmus und aufwendiger als „virtueller Chor“ initiiert.

„Dann hatten wir Lust, auch mal wieder in Präsenz aufzutreten“, erzählte Christoph Spengler, als er am Sonntagabend die Gäste im Saal des Stadtteil- und Gemeindezentrums „Esche“ zum Konzert begrüßte. Und zu einem Abend einlud, der der Seele guttun sollte. Und dass Trost musikalisch viele Facetten haben kann, das bewies das Quartett, zu dem neben dem Ehepaar Spengler auch Henrieke Kuhn, Kantorin beim Gesamtverband Evangelischer Kirchengemeinden in Alt-Remscheid, und Daniel Drückes, Kantor für verschiedene Gemeinden im Duisburger Süden, zählten.

Vierstimmiger Gesang mit exzellenter Klavierbegleitung, schwungvolle, berührende und nachdenklich machende Lieder erklangen und sorgten dafür, dass es nach einigen Songs sekundenlang still blieb, bis der Applaus einsetzte.

„Gemeinsam auf dem Weg“, ein Song, für den Christoph Spengler die Musik geschrieben hatte, oder auch „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“, „Da berühren sich Himmel und Erde - dass Frieden werde unter uns“ sowie die Komposition von Henrieke Kuhn mit dem Titel „Gottes Friede“ passten in die Zeit. „Der Krieg rückt ganz nah. Uns bleibt nicht viel, als zu hoffen, dass er bald endet“, wünschte sich sicher nicht nur das Quartett.

Die klaren ausdrucksstarken Stimmen der beiden Sängerinnen und die warmen, dunkleren der beiden Sänger passten großartig zusammen. Am Klavier wechselten sich Spengler und Drückes ab, es war ein Genuss, zuzuhören.

Bevor Henrieke Kuhn Bonhoeffers bekanntes Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag“ sang, sagte Spengler, dass er den Text, der von unerschütterlichem Mut und Gottvertrauen erzählt, so beeindruckend findet. Besinnlich wurde es, als das Lied „Da wohnt ein Sehnen tief in mir“, erklang.

Als am Ende das irische Segenslied „Und bis wir uns wiedersehen möge Gott seine schützende Hand über dir halten“, gesungen wurde, da wünschten sich die Sängerinnen und die beiden Pianisten, dass der unsägliche Krieg vorbei sein möge, wenn sie das nächste Mal zum Konzert einladen. „Das war so schön, dass ich Lust hätte, auf dem Heimweg zu singen. Wenn ich es denn nur könnte“, scherzte eine Zuhörerin.

Die Playlist mit allen Trostliedern finden Interessierte auf dem Youtube-Kanal von Christoph Spengler.

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