Aktion

Trompete unterbricht die Stille in der Natur

Jeden Abend ein Ständchen: Carsten Wurth. Foto: Stephanie Licciardi
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Jeden Abend ein Ständchen: Carsten Wurth.

Carsten Wurth spielt jeden Abend zwei Lieder.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Das Volkslied „Kein schöner Land in dieser Zeit“ hallt weit über die Ortschaft Dörpersteeg. Carsten Wurth steht im Vorgarten des Hauses Nr. 4 und setzt Punkt 19 Uhr seine Trompete an. In Zeiten der Kontaktsperren hat sich Wurth Besonderes für seine Nachbarn einfallen lassen, erzählt Waltraud Flöttmann. „Jeden Abend, seit dem 3. April erfreut uns Herr Wurth mit einem kleinen Trompetenkonzert.“ Zwei Lieder stimmt der Remscheider an. „Kein schöner Land in dieser Zeit“ und „Das Bergische Heimatlied.“ Das gehöre ins Bergische, findet Carsten Wurth.

In seiner Freizeit musiziert Carsten Wurth beim Landesmusikkorps Verband Deutscher Soldaten, Abteilung Remscheid. Dort spielt er das Tenorhorn seit seinem 16. Lebensjahr. „Die Trompete als Signalinstrument eignet sich aber besser für das allabendliche Konzert.“ Er mache öfters Musik in schweren Zeiten, berichtet Wurth. Nach dem 11. September 2001 habe er für die Firma Diehl ein Konzert gegeben. In Zeiten nach Terroranschlägen in New York oder während der Coronakrise fühle er ein Bedürfnis, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Jeden Abend um 19 Uhr stimmt er je zwei Strophen der beiden Volksweisen an.

Auch das traditionelle Laternen-Singen für Kinder im Herbst unterstützt der Hobbymusiker. Waltraud Flöttmann brachte ihn auf die Idee, „musikalisch was zu machen, wenn private Treffen, auch innerhalb der Ortschaft, auf ein Minimum reduziert werden“.

Am Dörpersteeg kommt seine Darbietung an. Auf Balkonen, in den Vorgärten und auf den Terrassen versammeln sich die Anwohner und lauschen. Flöttmann: „Da wir ja hier in der Nähe keine Kirchenglocken hören können, ist es jeden Abend schön, die Trompete zu hören“, sagt sie. „Bis weit nach Wiehagen, Busenbach und Umgebung hört man die Musik.“ Schön sei es zu beobachten, dass für rund zehn Minuten die Stille entlang der ansonsten vielbefahrenen B 237 von der Trompete durchbrochen werde. „Musik mitten in der Natur“, nennt Wurth das.

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