Trio harmoniert perfekt beim musikalischen Ausflug nach Italien

Boten eine Stunde wundervolle Musik: Sängerin Hae Min Geßner, Dominik Schneider und Ursula Wilhelm. Foto: Michael Schütz
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Boten eine Stunde wundervolle Musik: Sängerin Hae Min Geßner, Dominik Schneider und Ursula Wilhelm.

Im Vaßbendersaal am Markt erklangen Liebeslieder

Von Sabine Naber

Um Liebe und Leidenschaft und den oft damit verbundenen Seelenschmerz ging es am Sonntagabend bei einem Konzert im Vaßbendersaal mit der Überschrift „Von Amors Pfeil und Nymphenreigen“. Dazu eingeladen hatten die evangelischen Kirchengemeinden Alt-Remscheids.

„Wir nehmen Sie mit auf einen Ausflug nach Italien. Sie werden Musik aus Renaissance und Frühbarock hören“, so begrüßte Kantorin Ursula Wilhelm (Cembalo) die rund 30 Zuhörenden. Und bevor es mit dem ersten Musikstück von Tarquinio Merula losging – er war im 17. Jahrhundert unter anderem in Bergamo Organist und Kapellmeister – las sie den übersetzten Text vor, so dass die Gäste wussten, dass es in diesem Lied unter anderem um einen „lieblichen Gesang über ein schönes Mädchen“ ging.

Ein Lied, das Hae Min Geßner, die in einem bodenlangen, festlichen Kleid auftrat, mit ihrem kraftvollen, klaren Sopran wunderbar interpretierte. Sie wiegte sich zur Musik, unterstrich mit Gesten, indem sie die Arme ausbreitete oder die Hände an ihr Herz drückte, und auch mit der entsprechenden Mimik, worauf die Betonung lag. Gefühlvoll begleitet wurde sie neben dem Cembalo von Dominik Schneider (Flöten, Renaissance-Gitarre), der an der Essener und Kölner Musikhochschule ein Studium im Block- und Traversflötenspiel absolviert hat.

Das zweite Stück „Folle è ben che si crede“ von Merula klang ruhig, melodisch, unbeschwert. Erzählte es doch von einem, der sich seiner Liebe und seiner Liebsten sicher war. Frescobaldis „Se làura spira tutta vezzosa“, er war Organist in Rom und Florenz, forderte musikalisch beschwingt die „fröhlichen hübschen Nymphen zum Tanz“ auf und erzählt von „betörenden Augen - wer würde euch glauben“.

Dass Amor nicht nur tyrannisch sein kann, das stellte die Komponistin Barbara Strozzi in „Amor Dormiglione“ unter Beweis. „Amor, Amor“, ruft die Sopranistin dem Liebesgott temperamentvoll zu. „Amor schlaf nicht mehr. Denn wenn du schläfst, schlafen auch meine Vergnügungen“, heißt es mit einem Augenzwinkern.

Von Dario Castello – er war Komponist und Priester und lebte in Venedig – spielten Wilhelm und Schneider die „Sonata Seconda“. Die Flötentöne flirrten kraftvoll und blitzschnell durch den Saal, dazu passten die ausgleichenden Klänge des Cembalos großartig. „Frömmigkeit und Lebensfreude schließen sich eben nicht aus“, ließ die Kantorin ihre Gäste wissen.

Italienische Lebensfreude und Liebesschmerz zeigt sich in dieser Musik aus Renaissance und Frühbarock in allen Facetten: „Lachen, Tanzen und fröhlich sein, zarte Gefühle und ein gefangenes Herz, das in süßem Schmerz zum Paradies wird“, so fasst es Ursula Wilhelm zusammen.

Ein Trio-Konzert, das auch Werke von Monteverdi, Uccellini und Gastoldi präsentierte. Das perfekte Zusammenspiel von Sängerin und Musizierenden sorgte für eine wunderbare Stunde voller Musik.

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