Ambulantes Hospiz passt Angebot an

Trauer-Café und -frühstück starten wieder

Marlene Brockhaus (l.) und Gabi Redepenning laden ab November wieder zu Veranstaltungen in die Räume des Ambulanten Hospizes an der Elberfelder Straße ein. Foto: Roland Keusch
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Marlene Brockhaus (l.) und Gabi Redepenning laden ab November wieder zu Veranstaltungen in die Räume des Ambulanten Hospizes an der Elberfelder Straße ein.

Das Ambulante Hospiz Remscheid unternimmt erste Schritte zurück zur Normalität.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Ab November finden die regelmäßigen Treffen von Trauernden, die wegen Corona abgesagt wurden, wieder statt. Gleichzeitig hat man aber noch mit den Folgen der zurückliegenden Monate zu kämpfen.

Denn dass in der Hochzeit der Pandemie Beerdigungen nur eingeschränkt stattfinden konnten, teils mit maximal zehn Teilnehmern, habe Auswirkungen bis heute, berichtet Marlene Brockhaus. „Da war teilweise keine ordentliche Verabschiedung möglich“, sagt sie. „Man konnte sich noch nicht einmal tröstend in den Arm nehmen“, ergänzt Gabi Redepenning. Die Nachwirkungen bekomme man nun in der Trauerarbeit zu spüren.

Seit 25 Jahren begleitet der Verein schwerstkranke und sterbende Menschen, unterstützt Hinterbliebene bei der Trauer und berät rund um diese Themen. Dazu gehörten verschiedene regelmäßige Veranstaltungen in den Räumen des Ambulanten Hospizes in der Elberfelder Straße 41. „Einige Angebote mussten wir vorsichtshalber einstellen“, sagt Gabi Redepenning. Und so habe man in den letzten Monaten Trauer-Café und Trauerfrühstück durch einen Spaziergang Luft ersetzt.

Angesichts des bevorstehenden Winters wolle man nun zu den alten Indoor-Angeboten zurückkehren. Allerdings zum Teil zu neuen Zeiten. Das Trauer-Café findet jeden ersten Montag im Monat von 15 bis 17 Uhr statt, das After-Work-Treffen jeden zweiten Freitag im Monat von 17.30 bis 19.30 Uhr und das Frühstück am vierten Sonntag ab 10 Uhr. Coronabedingt immer nur mit maximal sechs Teilnehmern. Und nur nach vorheriger Anmeldung unter Tel. (02191) 46 47 05 oder info@hospiz-remscheid.de.

Der gemeinsame Spaziergang findet weiter statt

Auch der Trauerspaziergang werde nicht aufgeben, erklärt Redepenning. „Weil das viele Menschen so schön fanden.“ Er beginnt ab November an jedem dritten Montag um 15 Uhr an der Eschbachtalsperre am BAB-Hotel. Ziel der Veranstaltungen sei es, dass Trauernde miteinander ins Gespräch kommen, sagt Marlene Brockhaus. Das klappe bei einem Spaziergang oftmals besser, als sitzend am Tisch: „Reden fällt meistens leichter, wenn man in Bewegung ist.“ Knapp eine Stunde dauere der Spaziergang etwa, so Brockhaus: „Wenn man ein bisschen töttert, manchmal auch etwas länger.“ Die Strecke sei auch für Ältere gut geeignet.

Weitere Veranstaltungen sind im November geplant: Am Donnerstag, 12. November, wird im WTT der Film „Leuchten der Erinnerung“ mit Donald Sutherland und Helen Miren gezeigt, los geht es um 19.30 Uhr. Zudem steht auch eine Informationsveranstaltung zu den Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht auf dem Programm, der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.

Derweil hat das Ambulante Hospiz seine Vorsorgemappe, die am Dienstag von 10.30 bis 12 Uhr und am Donnerstag von 16 bis 18 Uhr für je acht Euro erworben werden kann, um ein weiteres Formular für Covid-19-Erkrankungen ergänzt. Damit kann für den Fall, dass eine Corona-Infektion so schwer ausfällt, dass der Patient nicht mehr selber entscheiden kann, im Vorfeld das weitere Vorgehen, zum Beispiel bei Beatmung und Wiederbelebungsversuchen, festgelegt werden.

Buch „Augenblicke“

Corona hat nicht nur die Arbeit des Ambulanten Hospizes durcheinander gewirbelt, sondern auch die geplante Feier zum 25-jährigen Bestehen unmöglich gemacht. Trotzdem erschienen ist aber das Buch „Augenblicke“, das ein viertel Jahrhundert Remscheider Hospiz-Arbeit mit kleinen, lyrischem Textem Revue passieren lässt, vor allem aus Sicht der zahlreichen engagierten Ehrenamtler. Das 64-seitige Hardcover-Werk ist im Bergischen Verlag erschienen und kostet 12 Euro. Erhältlich ist es im Buchhandel und auch direkt beim Ambulanten Hospiz. Weiterhin erhältlich ist auch ein dazu passendes Set von fünf Postkarten.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Andreas Holthaus und seine Mitstreiter nicht an den Plänen für das Bergische Hospiz arbeiten. „Corona hat allerdings einiges durcheinandergewirbelt“, erklärt der Vorsitzende des Fördervereins hinter dem Projekt. Er hält einen Baubeginn in Bergisch Born im Sommer kommenden Jahres für realistisch.

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