Erste Platte

Die Toten Hosen waren der Zündfunke

Gordon Höller mit der LP „Impossible – Live“ der Skatepunk-Band Disaster Area. Foto: Uwe Rapp
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Gordon Höller mit der LP „Impossible – Live“ der Skatepunk-Band Disaster Area.

Gordon Höller ist heute Metallica-Fan und immer noch ein leidenschaftlicher Skater.

Von Uwe Rapp

„Meinen ersten Schallplattenspieler habe ich bekommen, da muss ich ungefähr fünf Jahre alt gewesen sein, aber an die Schallplatten kann ich mich noch genau erinnern. Das war ‚Simba der weiße Löwe‘ und eine Folge von ‚Biene Maja‘, die ich dann irgendwann komplett auswendig konnte“, erzählt mir Gordon Höller (48).

Im Laufe der Jahre kamen dann noch andere Hörspielschallplatten dazu. „Musik war zu der Zeit eigentlich noch kein Thema für mich. Meine Eltern hörten viel Beatles, Rolling Stones, The Lords und andere Rockmusik aus der Zeit aber auch Roger Whittaker und Schlager. Meine erste selbst gekaufte Schallplatte war eine Single von Rod Stewart ‚Baby Jane‘. Ich fand die raue Stimme von Rod Stewart so toll. Außerdem bin ich noch bekennender Mike-Krüger-Fan. Ich hatte alle Schallplatten von ihm“, sagt Gordon Höller lächelnd.

Musik war ihm eigentlich nicht so wichtig. In den 80ern wohnte er noch in Wipperfürth, und eigentlich war ihm Fußball spielen beim VfR Wipperfürth und später bei Wermelskirchen 09 wichtiger.

„Gute Livemusik und gute Partys waren jetzt angesagt. Das war ne geile Zeit.“
Gordon Höller über seine Zeit im AJZ Bahndamm

Das änderte sich schlagartig, nachdem einer seiner Lehrer seine Schüler bat, ihre Lieblingsplatten mitzubringen. „Das war 1987, und fast alle brachten das Album von den Toten Hosen ‚Bis zum bitteren Ende‘ mit, nur ich hatte meine Erste Allgemeine Verunsicherung Kassette dabei. Am nächsten Tag habe ich mir dann auch die Hosen-Platte gekauft. Ab jetzt gab es nur noch Rock und Punk für mich. Ich war halt ein Spätzünder“, sagt Gordon Höller.

Beim mittlerweile wöchentlichen Besuch des örtlichen Schallplattengeschäfts in Wipperfürth, kaufte er sich dann seine zweite LP von Testament ‚The New Order‘. „Ich hatte keine Ahnung, was das überhaupt für eine Band war, aber ich fand das Cover so toll. Letztendlich war das kein Fehlkauf, guter Metall. Ich habe sie dann auch endlich vor zwei Jahren auf ihrer letzten Tour live gesehen.“

Mit dem Umzug nach Wermelskirchen und damit verbundenen neuen Klassenkameraden, fand Gordon dann auch zu seinem neuen Hobby, das Skateboard und die Punk-Musik.

„In Wermelskirchen gab es eine sehr starke Skater- und Punk-Szene. Dazu kam das AJZ-Bahndamm, wo man sich immer traf. Da bin ich voll mit eingestiegen. Daily Terror, But Alive, WIZO, NOFX, Green Day – das waren jetzt meine Heroes, und natürlich habe ich mir auch die Platten gekauft. Im AJZ wurde ich Mitglied und habe auch ein paar Jahre die Theke gemacht. Gute Livemusik und gute Partys waren jetzt angesagt. Das war ne geile Zeit. Ich bin dann auch zum Metallica-Fan geworden. Auf dem Flohmarkt habe ich mir die ersten drei Alben ‚Kill ‘em All‘, ‚Ride the Lightning‘ und ‚Master of Puppets‘ gebraucht gekauft. 1991 habe ich sie dann in der Dortmunder Westfalenhalle live gesehen, und das war definitiv eines meiner geilsten Konzerte, und an Platz zwei liegen Die Ärzte am 4. November 1995 in der Wuppertaler Uni-Halle. Unvergessene Drei Stunden“, erzählt mir Gordon Höller.

Skateboard fährt er immer noch. Wenn euch mal in der Alleestraße ein Zwei-Meter-Skater entgegen kommt, dann ist es Gordon, der als Optiker im Allee-Center arbeitet und nach Feierabend gerne mal mit dem Skateboard nach Hause fährt.

Gastautor

Wer in Remscheid seine erste Schallplatte erstanden hat, der hat das mit großer Wahrscheinlichkeit bei Uwe Rapp getan.

Der 65-Jährige verkaufte einst Musik im legendären Plattenladen Zack Zack. Heute legt er als Kult-DJ auf Partys und dienstags um 20 Uhr auf mvradio.de auf. Für unsere RGA-Serie „Meine erste Platte“ haben wir Uwe Rapp als Gastautor gewonnen. Er unterhält sich mit Remscheidern über ihre erste Platte.

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