Azubi-Projekt

Tor erinnert an die Kipper-Brauerei

Désirée Felicetti, Florian Lau und Maximilian Werner(v.l.) bearbeiten das schmiedeeiserne Kipper-Tor mit Drahtbürsten.
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Désirée Felicetti, Florian Lau und Maximilian Werner(v.l.) bearbeiten das schmiedeeiserne Kipper-Tor mit Drahtbürsten.

Ein Azubi-Projekt bei Elektro-Technik Grote soll an 150 Jahre Brauerei-Geschichte erinnern.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Bier gebraut wird dort schon bald 30 Jahre lang nicht mehr, aber zumindest optisch wird es auf dem Gelände an der Haddenbacher Straße bald eine Erinnerung an die ehemalige Kipper-Brauerei geben. Azubis von Elektro-Technik Grote, eine der vier Firmen, die sich dort neu angesiedelt haben, arbeiten derzeit das schmiedeeiserne Tor der Brauerei auf, das in wenigen Wochen einen neuen Platz am Hang zur Straße finden soll.

Geplant sei, die beiden Hälften des Tores halb geöffnet aufzustellen, berichtet Inhaber Stefan Grote. So, dass sie den Löwen, den sein Unternehmen 2014 zur Remscheider Löwenparade beigesteuert hat, einrahmen. „Das Licht ist bereits installiert“, sagt Grote. So dass Autofahrer, die zukünftig die Haddenbacher Straße rauf und runter fahren, das Ensemble bewundern können. Auch nachts.

Vor gut zwei Jahren war Grote mit seiner Firma auf das Gelände gezogen, beim Erwerb des Grundstücks sicherte er sich auch das verrostete Tor, das früher am Eingang zum Werksgelände stand. „Das wollte keiner haben“, erinnert er sich. Dabei sei es „das letzte Relikt“ der ehemals auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Brauerei, die 1993 ihren Betrieb einstellte.

Ursprünglich sei geplant gewesen, das Tor zusammen mit der Kreishandwerkerschaft aufzuarbeiten, erklärt Stefan Grote. „Aber die haben natürlich selber viel zu tun.“ Also machte er kurzerhand ein Azubi-Projekt daraus. Die beiden angehenden Kaufleute für Bürokommunikation Désirée Felicetti und Florian Lau sowie Maximilian Werner, Azubi zur Fachkraft für Lagerlogistik, haben ihre Lehren am Montag begonnen - und rückten dem Tor ab Dienstag mit Drahtbürsten zu Leibe.

Von der Kipper-Brauerei hätten sie alle drei noch nie etwas gehört, bekennen die Auszubildenden, 16 bis 23 Jahre alt. Sich um eines der letzten Überbleibsel von mehr als 150 Jahren Brauerei-Geschichte zu kümmern, sei trotzdem eine schöne Aufgabe: „Das macht schon ein bisschen Spaß“, sagt Désirée Felicetti.

Bis zur Eröffnung des Anbaus Ende August soll das Tor stehen, sagt Stefan Grote, der sein erst 2020 gebautes Firmengebäude bereits erweitert hat. „Aber die Azubis sollen sich natürlich nicht die ganze Zeit damit beschäftigen.“ Auch deswegen habe man sich dazu entschieden, das Tor nicht zu restaurieren, sondern es eher im derzeitigen Zustand zu erhalten. Loser Rost und lose Farbe werden abgetragen, erklärt Grote, danach wird das Tor versiegelt. „Die rostigen Stellen bleiben bewusst erhalten.“ Und mit ihnen die Erinnerung an die ehemals größte Remscheider Brauerei.

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