Toller Auftritt eines jungen Ensembles

Kann der Liebestrank wirklich Nemorino (Anton Kuzenok) und Adina (Penny Sofroniadou) zusammenbringen? Foto: Klaus Lefebvre
+
Kann der Liebestrank wirklich Nemorino (Anton Kuzenok) und Adina (Penny Sofroniadou) zusammenbringen?

„Der Liebestrank“

Von Sabine Naber

Wie schön wäre es doch, wenn es gegen unerwiderte Liebe eine Medizin geben würde. Im wirklichen Leben kann man darauf wohl nicht hoffen, in Gaetano Donizettis Komischer Oper „Der Liebestrank“ in zwei Akten funktionierte es aber hervorragend. Gesungen wird in italienischer Sprache, der deutsche Text wird eingeblendet.

Zu Gast im Teo Otto Theater waren am Sonntagabend das Theater Hagen mit seinem Chor und die Bergischen Symphoniker. Auf der Theaterbühne war eine zweite Bühne aufgebaut worden, auf der Studierende einer fiktiven Musikhochschule für die Premiere dieser Oper proben. Realität – im ersten Akt stehen die Protagonisten in Jeans und Turnschuhen auf der Bühne – trifft auf Spiel. Denn im zweiten Akt ist der Tag der Premiere gekommen, die selbstverständlich in prächtigen Kostümen gefeiert wird. Und nicht nur in der Aufführung, sondern auch im echten Leben ist der Student, der in die Rolle des Nemorino geschlüpft ist (Anton Kuzenok), in die Studentin verliebt, die Adina (Penny Sofroniadou) verkörpert.

Darsteller trennen hervorragend zwischen Realität und Spiel

Und darum geht es in der Oper: Nemorino ist unglücklich verliebt. Die reiche Adina ist für ihn, den schüchternen Bauern, unerreichbar. Der umherreisende Quacksalber Dulcamara (Insu Hwang) verkauft ihm einen Liebestrank, der allerdings nichts anderes als eine Flasche Rotwein ist. Nemorino glaubt, endlich das Herz seiner Angebeteten gewinnen zu können. Doch Adina nimmt überraschend den Heiratsantrag des draufgängerischen Sergeanten Belcore (Kenneth Mattice) an. In seiner Verzweiflung lässt sich Nemorino als Soldat anwerben. Erst als sich herumspricht, das Nemorino durch eine Erbschaft reich geworden ist – die Chorsängerinnen und Sänger bringen das Getuschel und Getratsche mit ihrer Spielfreude wunderbar zum Ausdruck – ändert sich die Lage.

Intendant Francis Hüsers ist es hervorragend gelungen, die beiden Welten zu trennen. Verlassen Sängerin oder Sänger den „Konzertsaal der Musikschule“, in dem sie ihre Opernrolle spielen, sind sie privat. Sopranistin und Tenöre überzeugten und brillierten mit einem beeindruckenden Stimmenvolumen. Aber auch durch ihre Spielfreude, die immer wieder zum Ausdruck kam. Die Theaterbesucher standen nach der knapp zweieinhalbstündigen Vorstellung spontan auf, dankten dem jungen Ensemble und den Bergischen Symphonikern mit Bravorufen und begeistertem Applaus für feinste Unterhaltung.

„Großartige Stimmen und ein toller Auftritt der jungen Künstler. Ich hatte mir den Inhalt vorher angelesen, aber es war doch schade, dass man den deutschen Text, der angezeigt wurde, kaum lesen konnte“, befand Besucherin Doris Edler.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Seniorin verliert 40 000 Euro an Betrüger
Seniorin verliert 40 000 Euro an Betrüger
Seniorin verliert 40 000 Euro an Betrüger
Jakobsstollen: Eindringlinge riskieren ihr Leben
Jakobsstollen: Eindringlinge riskieren ihr Leben
Jakobsstollen: Eindringlinge riskieren ihr Leben
Schlossfabrik: Erste Party nach 602 Tagen
Schlossfabrik: Erste Party nach 602 Tagen
Schlossfabrik: Erste Party nach 602 Tagen
Biker-Mode wird in Remscheid in Handarbeit hergestellt
Biker-Mode wird in Remscheid in Handarbeit hergestellt
Biker-Mode wird in Remscheid in Handarbeit hergestellt

Kommentare