Morsbachtal

Tierschutzverein sucht dringend Helfer

Ramona Sinemus mit dem erkrankten Kater Floyd (l.). Sobald er gesund ist, soll er gemeinsam mit Kumpel Merlin vermittelt werden. Foto: Roland Keusch
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Ramona Sinemus mit dem erkrankten Kater Floyd (l.). Sobald er gesund ist, soll er gemeinsam mit Kumpel Merlin vermittelt werden.
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Ramona Sinemus päppelt im Morsbachtal Katzen und Hunde auf. Auch in schwierigen Fällen gibt sie nicht auf.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Ihr Herz schlägt für vier Pfoten: Ramona Sinemus (58) ist Tierschützerin mit Leib und Seele. Seit 36 Jahren setzt sie sich für alle Felle ein. „Die Tiere geben mir einfach so viel zurück“, sagt sie. Angefangen hatte alles im Urlaub in Bayern: Damals fand sie zwei Katzen im Müll, bei einem nächsten Urlaub in den Pyrenäen einen verwahrlosten Hund in den Bergen. Ramona Sinemus ließ die Tiere bei einem Tierarzt durchchecken und nahm sie mit nach Hause, päppelte sie mit Liebe und Geduld auf. Daran hat sich seitdem nichts geändert.

Seit Februar 2019 ist sie Vorsitzende des eingetragenen Vereins „Unsere Herzen für Pfoten und Tatzen“. In ihrem großzügigen Wohnhaus im Morsbachtal mit 3000 Quadratmeter Außenfläche versorgt sie als Tierauffangstation erkrankte und verwahrloste Vierbeiner. Viele von ihnen waren bereits abgeschrieben, totgesagt. „Wir haben sie aber alle durchbekommen“, sagt sie glücklich.

Gemeinsam mit ihrer Freundin Dagmar Claes und ihrem Ehemann, der als Hausmeister fungiert, kümmert sie sich um die herrenlosen Tiere – von morgens um halb sechs bis nachts um 1. „Oft rufen mich Menschen an, die irgendwo eine herrenlose Katze gefunden haben. Wir hatten aber auch schon mal einen Karton mit Babykatzen vor der Tür stehen“, berichtet die gebürtige Sauerländerin, die ihre Arbeit mit den Tieren liebt – auch wenn sie dafür auf Freizeit und Urlaub verzichten muss.

Dennoch würde sie sich über Unterstützung freuen. Der Verein habe zwar 43 Mitglieder, doch aktive Hilfe sei rar. „Besonders toll wären auch junge Leute, die beim Reinigen, Füttern und Beschmusen der Katzen helfen wollen. Ich wäre sehr dankbar, wenn uns jemand helfen würde.“ Denn momentan hat das Team alle Hände voll zu tun: Im Quarantäne-Zimmer lebt eine Rasselbande, die medizinisch versorgt werden muss. Darunter Kater Archie. Genauso wie Floyd, der im Obergeschoss mit seinem besten Kumpel Merlin lebt, leidet Archie an Feliner Infektiöser Peritonitis, kurz FIP. 

Die durch Coronaviren (FCoV) ausgelöste Krankheit galt lange als Todesurteil. Nun gibt es eine „GS-Therapie“ mit einem Medikament aus Amerika, das in Deutschland noch nicht zugelassen ist – und daher sehr teuer ist. Tierärzte dürfen es nicht verschreiben, die Patienten jedoch während der Therapie begleiten. Sinemus setzt es bei Floyd und Archie ein – und konnte bereits am ersten Tag eine Besserung erkennen. „Das Fieber ging sofort runter, und beide fraßen wieder.“

Bald sollen auch Fundtiere aufgenommen werden können

84 Tage lang müssen die beiden Kater täglich gespritzt werden. Kosten pro Tier: etwa 3000 Euro inklusive der notwendigen Untersuchungsmaßnahmen und Medikamente wie Leberschutz und Vitamin B12. „Bei uns wird kein Tier leichtfertig eingeschläfert. Auch nicht, wenn die Behandlung teuer ist“, betont die 58-Jährige. Am Geld soll es nicht scheitern. Auch wenn die Behandlung der „FIP-Kater“ für einen solch kleinen Verein ein Kraftakt ist. Zahlreiche Besitzer hätten bereits gute Erfahrungen mit der Immuntherapie gemacht, sagt Sinemus. „Viele Katzen waren danach geheilt.“ Das hofft die Tierschützerin auch für Archie und Floyd. Sobald sie gesund sind, sollen sie vermittelt werden.

So wie 21 weitere Katzen, die noch ein neues Zuhause suchen. Gegen eine Schutzgebühr vermittelt Ramona Sinemus ihre Schützlinge nur in gute Hände. Sie sind dann geimpft, entwurmt, gechipt und fit. Derzeit laufe zudem das Antragsverfahren beim Bergischen Veterinäramt, damit sie künftig auch Fundtiere aufnehmen darf, wie es das Tierheim Remscheid tut.

Weitere Infos zum Verein im Internet: https://t1p.de/egi7

Auch das Tierheim für Remscheid und Radevormwald sucht Unterstützer: Die Corona-Krise hat die Einrichtung hart getroffen.

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