Winterfuchsbejagung

Jäger wehren sich gegen Kritik

Fuchsjagd im vergangenen Jahr in Radevormwald: Viele der erlegten Tiere waren von Fuchsräude befallen. Foto: Peter Matschuk
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Fuchsjagd im vergangenen Jahr in Radevormwald: Viele der erlegten Tiere waren von Fuchsräude befallen.

Über 10.000 Unterschriften gibt es bereits. Hückeswagener Jäger des Hegerings wehren sich gegen die Kritik der Frau.

Von Joachim Rüttgen und Anja Carolina Siebel

Die nächste Winterfuchsbejagung von Hegering und Hegegemeinschaft startet morgen. Auf Widerstand stößt die Aktion bei der Remscheider Tierschützerin Brita Günther. Unter dem Motto „Stoppt das Fuchsmassaker in Hückeswagen und Wipperfürth“ hat sie eine Online-Petition gegen die Fuchsjagd gestartet.

Der Abschuss der Füchse sei überflüssig, denn Füchse würden zum Ökosystem gehören und keine Krankheiten mehr vertreiben, argumentiert sie. Die Fuchsjagd würde nicht nur für die Füchse, sondern für alle Wildtiere einen enormen Stress bedeuten.

„Dabei ist das Hauptargument, die Tollwut, nahezu ausgerottet, und eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen in Europa“, schreibt Günther im sozialen Netzwerk Facebook. Auch die immer wieder genannte Rechtfertigung der Ausrottung von Niederwild durch den Fuchs sei in keinster Weise belegt. Ihre Ablehnung gegen die Fuchsjagd untermalt Günter mit einem Foto, auf dem dutzende tote Füchse nebeneinander liegen. Vermeintlich getötet durch Jäger.

„Das ist ein aus dem Internet geklautes Fake-Foto“, sagt Axel Fischer, Jurist und Vorsitzender der bundesweiten Vereinigung „Für Jagd e.V.“. Zudem gehe er davon aus, dass es sich bei den Stimmen für die Petition um manipulierte sogenannte „Social Bots“, also künstlich erzeugte Stimmen, handele. „Wenn man sich das genau anschaut, stammen die meisten der inzwischen 9000 Stimmen, die sich angeblich der Petition anschließen, aus dem Ausland. Ich vermute aus China“, sagt Fischer.

Die Winterfuchsjagd, das betont der erfahrene Jäger, sei völlig gerechtfertigt. Gerade in Gegenden wie dem Oberbergischen Kreis sei beispielsweise noch Niederwild in den Revierbereichen heimisch: Fasane, Kiebitze, Rebhühner oder Junghasen zum Beispiel. „Durch eine Überpopulation von Füchsen sind diese Tiere gefährdet“, erklärt der Jagdexperte. Das von der Tierschützerin ins Netz gestellte Foto hält Fischer für „völlig überzogen. Bei einer realen Winterfuchsjagd kommt es vielleicht zu drei bis vier erlegten Füchsen.“

Auch die Jäger in Hückeswagen wehren sich gegen die Kritik an der Fuchsjagd. „Da werden viele Dinge einfach falsch wiedergegeben“, sagt Johannes Meyer-Frankenfeld, Leiter des Hückeswagener Hegerings.

„Bei dem hohen Bestand ist die revierübergreifende Jagd daher dringend geboten“, sagt er. Der Fuchs habe in der heutigen Kulturlandschaft keine natürlichen Feinde, außer dem Auto vielleicht. Er könne sich daher unbegrenzt vermehren. „In den 1990-Jahren hatten wir im Oberbergischen Kreis ein großes Problem mit der Tollwut. Erst groß angelegte Impfaktionen konnten diese tödliche Seuche eindämmen. In den vergangenen Jahren konnten wir ein vermehrtes Auftreten der Fuchsräude feststellen, diese ist sehr ansteckend für Hund und Katze“, erklärt Meyer-Frankenfeld. .“ Um diese Ansteckungsgefahr unter den Füchsen und die mögliche Übertragung auf Haustiere zu verhindern, müsse der Fuchsbestand auf ein verträgliches Maß reduziert werden.

Veterinäramt prüft erlegte Tiere auf Tollwut, Räude und Bandwurm

Die Tiere würden außerdem zu Kontrollzwecken des Veterinäramtes benötigt, um festzustellen, ob Tollwut, Räude oder Fuchsbandwurm auf dem Vormarsch sind. „Auch werden die Winterfuchsfelle der Pelzindustrie zur Verfügung gestellt. Hier ist ein neuer Trend zu mehr Pelzen festzustellen“, berichtet der Hegeringleiter. „Dagegen ist auch nichts einzuwenden“, findet Axel Fischer. „Schließlich handelt es sich nicht um Tiere, die auf ominösen Farmen gezüchtet wurden.“

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