Caritas

Tierisch spannend: Lesetiger suchen noch ehrenamtliche Vorleser

Melissa Emara leitet die Lesetiger der Caritas.
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Melissa Emara leitet die Lesetiger der Caritas.

Neue Gruppe der Caritas geht in Kitas, Grundschulen und Wohnheime – Geschichten fördern die Sprachentwicklung.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Passend zum bundesweiten Vorlesetag haben die Lesetiger der Caritas ihren ersten großen Einsatz: Sie lesen Kindern in der GGS Mannesmann vor. Die ehrenamtlichen Vorleserinnen und Vorleser können gebucht werden – und suchen noch Verstärkung. Wir geben einen Überblick.

Wer sind die Lesetiger genau?

„Eine ganz nette Gruppe ehrenamtlicher Vorleser, die sich unter anderem nach dem Aufruf im RGA gemeldet haben“, sagt Melissa Emara, die das Projekt bei der Caritas leitet. „Wir sind 18 Personen von der Jugendlichen bis zur Rentnerin, die Lust haben, Kinder vor allem nach diesem Corona-Jahr außerschulisch bei der Sprachentwicklung zu begleiten.“ Da viele Kinder zu Hause nicht mehr vorgelesen bekommen, sehen die Lesetiger einen großen Sinn darin, Kindern den Zugang zum Lesen zu ermöglichen.

Wo kommen die Tiger zum Einsatz?

Bis dato in Kitas und Grundschulen. Eigentlich auch in Wohnheimen für Geflüchtete – aktuell ist dies wegen der Inzidenz nicht möglich. Auch in Senioreneinrichtungen sollen die Lesetiger künftig zum Einsatz kommen. Aktuell arbeite man auch an einem digitalen Angebot, sagt Melissa Emara. Unterstützt wird sie von Barbara Hampe, die bei den Lütteraten die Vorlesepaten koordiniert sowie Vorleser ausbildet. Hampe ist zudem selbst Lesetiger und freut sich auf ihren ersten Einsatz in einer Kita.

Kann man noch mitmachen?

Ja. Gern auch Remscheiderinnen und Remscheider mit Migrationshintergrund. Denn der Wunsch ist, bald auch zweisprachig vorzulesen. Wer Interesse hat, kann sich melden: m.emara@ caritasverbandremscheid.de

Welche Voraussetzungen müssen Interessierte erfüllen?

Jeder kann mitmachen, egal, wie alt er ist. Voraussetzung: Er muss geimpft sein. Einmal die Woche eine Stunde Vorlesen ist die Richtschnur. „Vor allem sollte derjenige aber Spaß am Lesen haben – und das auch gern vermitteln“, fügt Barbara Hampe hinzu. Ein Seminar für angehende Vorlesepaten, das die VHS wieder im Frühjahr anbietet, sei wünschenswert, aber kein Muss. Dort lernen die angehenden Paten zum Beispiel, wie sie richtig betonen, wie sie Figuren mit anderen Stimmen sprechen lassen und wo sie Pausen einsetzen.

Wie wird die Stunde gestaltet?

Das kann der Lesetiger frei entscheiden. Das Lesen steht im Mittelpunkt, wird aber ergänzt durch Bastel-, Mal- oder Bewegungsangebote, sagt Melissa Emara. Bücher können in der Lesetiger-Bibliothek ausgeliehen oder selbst mitgebracht werden. „Ich habe Klassiker, aber auch viele neue Bücher, die die Vielfalt der Gesellschaft zeigen.“ Eine Schule begleite man zudem gezielt bei der Sprachförderung.

Worauf kommt es bei einer guten Vorlesung an?

„Dass man hervorragend vorbereitet ist“, sagt die Expertin Barbara Hampe. Jedes Buch sollte sich der Vorleser vorher dreimal selbst laut vorgelesen haben, um zu testen, ob es zum Vorlesen taugt – und, um die Zeit abzuschätzen. „Ein Vorleser sollte zudem Kontakt zu den Kindern halten.“

Wie wichtig ist das Vorlesen?

Extrem wichtig, sagt Hampe. Studien hätten gezeigt: Die Wortschatzentwicklung liegt am Ende des zweiten Lebensjahres bei 20 bis 50 Worten, ab dem sechsten bei etwa 10 000 und am Ende der Grundschulzeit etwa bei 40 000 Worten. „Kinder, denen vorgelesen wird, kriegen das locker hin. Die, denen nur selten vorgelesen wird, haben nur die Hälfte oder zwei Drittel dieses Wortschatzes.“ Zudem hätten Kinder, denen vorgelesen wird, bessere Bildungschancen. „Bücher und Geschichten fördern die Empathie – und das brauchen wir, denn an fehlender Empathie krankt unsere Welt“, sagt Melissa Emara.

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