Tierfreunde

Tierheim in Remscheid verzeichnet rege Nachfrage

Auch Tierheimleiterin Andrea Reitzig ist längst auf den Hund gekommen: Piccolina heißt der Chihuahua-Mops-Mix an ihrer Seite. Gemeinsam mit Mitarbeiter Gerd Markiewicz verzeichnet sie momentan eine rege Nachfrage nach Haustieren. 
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Auch Tierheimleiterin Andrea Reitzig ist längst auf den Hund gekommen: Piccolina heißt der Chihuahua-Mops-Mix an ihrer Seite. Gemeinsam mit Mitarbeiter Gerd Markiewicz verzeichnet sie momentan eine rege Nachfrage nach Haustieren. 

Zahl der angemeldeten Hunde steigt an – viele Bewerber für Katzen.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Immer mehr Remscheider haben einen vierbeinigen Freund an ihrer Seite: Die Zahl der Hunde, die bei der Stadtverwaltung angemeldet wurden, stieg in den vergangenen zwei Jahren an – von 6687 auf 6941. Diese Zahlen nennt Heike Rakow als zuständige Abteilungsleiterin im Rathaus, die bereits seit längerem einen Aufwärtstrend beobachtet. „Seit Anfang des Jahres habe ich den Eindruck gewonnen, dass wir bei den Neuanmeldungen sogar noch mal eine Steigerung haben“, erklärt sie mit Blick auf den Trend in Zeiten der Pandemie.

Das Tierheim für Remscheid und Radevormwald verzeichnet derweil ebenfalls reges Interesse an einem Haustier. „Momentan ist die Nachfrage wirklich gigantisch“, sagt Einrichtungsleiterin Andrea Reitzig. Allerdings stehen dabei aktuell nicht so sehr die Hunde im Vordergrund, sondern die Katzen, die im Haus an der Schwelmer Straße in Lennep leben. „Und die Anrufer kommen nicht nur aus unserer Region, sondern auch aus dem Ruhrgebiet oder aus Düsseldorf“, berichtet sie.

„Wir vermitteln kein Tier schneller als üblich.“

Tierheimleiterin Andrea Reitzig über die hohe Nachfrage

An der Sorgfalt bei der Vermittlung ändere die große Nachfrage nichts. Wer sich für ein Tier interessiert, kann es nicht nach dem ersten Besuch in Empfang nehmen, sondern muss mehrmals nach Lennep fahren. Bewerber müssten dabei glaubhaft machen, dass sie keine vorschnelle Entscheidung treffen. „Wir vermitteln kein Tier schneller als üblich“, hebt Andrea Reitzig hervor: „Zudem stellen wir weiterhin gezielte Fragen – zum Beispiel, wie die Berufstätigkeit und das familiäre Umfeld aussehen“, fügt sie hinzu. Denn künftige Tierhalter benötigen für den Vierbeiner an ihrer Seite vor allem eines, nämlich die nötige Zeit – und das auch nach der Corona-Pandemie. Ein Ausschlusskriterium wäre es, wenn das Tier tagsüber viele Stunden allein bleiben muss, weil sein Halter zur Arbeit muss.

Wer einem Vierbeiner aus dem Tierheim ein neues Zuhause geben will, muss eine so genannte Schutzgebühr an die Einrichtung zahlen. Für einen Hund sind 390 Euro fällig, worin unter anderem die Kosten für die Erstuntersuchung enthalten sind. Für einen Kater zahlen Interessenten 180 Euro. „Und für eine Katzendame 220 Euro. Bei ihnen schlägt die Kastration zu Buche“, berichtet die Einrichtungsleiterin, die sich auch um Problemfälle kümmern muss.

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Das sind insbesondere betagte Tiere, die im Haus an der Schwelmer Straße gelandet sind, weil ihre Besitzer zum Beispiel in ein Seniorenheim umziehen mussten oder verstarben. „Die meisten Interessenten wollen einen jungen Hund“, erklärt Andrea Reitzig. Auch Heike Rakow hat den Eindruck, dass nicht allzu viele Hunde aus dem Tierheim stammen, die im Rathaus angemeldet werden. Dennoch: Die Zahl der Hundesteuerbescheide stieg von 2019 bis 2021 um rund 350 auf 6098. So viele Remscheider besitzen also einen oder mehrere Hunde und müssen für die Vierbeiner Steuern bezahlen. Im vergangenen Jahr nahm Remscheid auf diesem Weg rund 966 000 Euro ein. Tendenz: steigend. Dabei sei der Hundesteuersatz seit 2012 nicht erhöht worden, erklärt die Abteilungsleiterin.

Für einen Vierbeiner müssen Remscheider 132 Euro pro Jahr berappen. Teurer wird es, wenn sie mehrere Hunde oder einen Listenhund besitzen, der als gefährlich eingestuft ist. „Ein Stafford oder auch ein Rottweiler kosten zum Beispiel 660 Euro pro Jahr“, nennt Heike Rakow zwei Beispiele. | Standpunkt

Post von der Stadtverwaltung

2016 startete die Remscheider Stadtverwaltung zuletzt eine Aktion, bei der Hundebesitzer aufgefordert wurden, ihren Vierbeiner anzumelden – wenn dies noch nicht geschehen ist. Dies erfolgte per Postwurfsendung in die Haushalte. Der Hinweis, dass das Rathaus auf ein Bußgeld bei nachträglicher Registrierung verzichtet, sollte sie motivieren, die Steuer nachzuzahlen. Dies hätten etliche getan, berichtet Rathaus-Abteilungsleiterin Heike Rakow. Es sei denkbar, dass die Aktion 2022 wiederholt werde, kündigt sie an.

Standpunkt: Neues Zuhause bieten

Von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga-online.de

Es fehlen ganz sicher zahlreichen Menschen in unserer Stadt nach schier endlosen Monaten des Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen Hoffnungsschimmer und Momente der Freude. Diese können zweifellos Haustiere bieten, die aber auch weit über die Pandemie hinaus zu pflegen und zu versorgen sind. Sie werden für Jahre zum Mitglied der Familie und können dann, wenn Corona irgendwann bewältigt sein wird, allzu schnell lästig werden. Von daher ist es sinnvoll, dass das Team im Tierheim auch in dieser besonderen Zeit, in der die Nachfrage nach Katzen laut Leiterin Andrea Reitzig „gigantisch“ ist, genau prüft, ob die Interessenten es wirklich mit dem neuen Zuhause ernst meinen und sich bewusst sind, welche Folgen das neue Familienmitglied langfristig hat.

Denn: Ein Haustier benötigt nun einmal permanente Zuwendung – und das nicht nur in einer Phase, in der Herrchen und Frauen im Homeoffice arbeiten und sich nach ein wenig Freude im tristen Alltag sehnen. Auch wenn diese Sehnsucht allzu verständlich ist: Einen Hund oder eine Katze aufzunehmen, will gut überlegt sein.

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