Meine erste Platte

„Thriller“ öffnete ihr die fantastische Welt

Nicole Rensmann sah während eines Formel-1-Rennes im Fernsehen das Video zu Michael Jacksons „Thriller“. Dessen Musik sollte ihr weiteres Leben stark beeinflussen. Foto: Peter Klohs
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Nicole Rensmann sah während eines Formel-1-Rennes im Fernsehen das Video zu Michael Jacksons „Thriller“. Dessen Musik sollte ihr weiteres Leben stark beeinflussen.

Autorin Nicole Rensmann riss die Musik von Michael Jackson mit

Von Peter Klohs

Remscheid. Das Gespräch mit Autorin Nicole Rensmann findet in ihrem Wohnzimmer statt. Über drei Meter hoch ragen Bücherregale auf, vollgestellt mit fantastischer Literatur aller Genres, von Harry Potter bis zum blutigsten Horror. Aber auch Sachbücher wie Musiklexika kann ich entdecken. In der Ecke wartet ein Klavier auf kundige Finger. Großformatige Landschaftsbilder aus dem 19. Jahrhundert verbreiten Stimmung. Der Kaffee ist stark und gut. Ein angenehmer Rahmen für ein Gespräch über die erste Platte.

„Ich habe als Kind sehr viele Märchen gehört“, sagt Rensmann. „Und wenn ich es recht bedenke, dürfte meine erste Schallplatte eine Märchenplatte gewesen sein, wahrscheinlich ,Das tapfere Schneiderlein‘.“

Die 1970 in Remscheid geborene Autorin nahm zum ersten Mal Musik ernsthaft zur Kenntnis, als die Produktion der CD schon in den Startlöchern stand und die Vinyl-LP noch zum musikalischen Alltag gehörte. „Das war beim ESC, der 1982 noch anders hieß, und es war Nicole mit ihrem Lied ‚Ein bisschen Frieden‘, wobei ich nicht weiß, ob das daher kam, dass unsere Vornamen gleich waren. Vorher hörte ich Smokie und The Teens bei meiner fünf Jahre älteren Schwester, aber diese Musik sagte mir nichts.“

Im Freundeskreis hörte man damals viel SWR3 und sah Formel 1 im Fernsehen. Und da passierte es dann, dass Nicole Rensmann von einem dort gezeigten Video und der Musik gleichzeitig ziemlich begeistert war: Michael Jacksons „Thriller“ beeindruckte die junge Frau derart, dass der Megahit des Sängers aus Gary, Indiana, ihre erste Musik-LP wurde – und sie so mitriss, dass das Video („Das in der langen vierzehnminütigen Version kann man auch heute noch mit Spaß ansehen“) ihr weiteres Leben stark beeinflussen sollte: „,Thriller‘ hat mich so begeistert, dass ich beschloss, fantastische Literatur zu schreiben. Michael Jackson ist Schuld.“ Nicole Rensmann lacht. Das Titelstück der LP, dazu noch Billy Jean und Beat it mit diesem unglaublichen Gitarrensolo von Eddie van Halen – das sind ihre Lieblingsstücke von Thriller.

„Danach entwickelte sich mein Musikgeschmack in vielerlei Richtungen“, erinnert sich die Autorin. „Ich hörte viel Rock, von Marillion bis Metallica, auch Punk und Heavy Metal. Auf der anderen Seite auch gerne Klassik, Beethoven, Mozart bis zur Unterhaltungsklassik eines Richard Clayderman. Ich hörte und höre sehr viel unterschiedliche Genres. Nur den ganz harten Techno, Schlager und Hip Hop mag ich nicht so.“

„Das in der langen vierzehnminütigen Version kann man auch heute noch mit Spaß ansehen.“

Nicole Rensmann über das Musikvideo zu „Thriller“

Rensmann hört Musik vorwiegend während des Schreibens, wobei sie auch Gesangsstimmen nicht stören. „Ich streame“, gibt sie zu. „Wie du siehst“, und sie deutet einmal auf die riesigen Bücherregale, „bin ich ein Jäger und Sammler. Wenn ich jetzt noch mal anfangen würde, LPs zu sammeln, wäre die Wohnung ruckzuck voll.“ Vorsichtshalber hat sie keinen Plattenspieler.

Leider hat sie keinen ihrer musikalischen Favoriten im Konzert sehen können. „Ich bin viel im Zack Zack gewesen“, berichtet Rensmann. „Auch Besuche in der Disco gingen, aber die Grugahalle halt nicht. Ich mag es nicht, wenn viele Menschen sich auf viel zu wenig Platz drängen. Auch mit der auf Konzerten herrschenden Lautstärke habe ich Probleme. Wenn man das weiß und einmal akzeptiert hat, dann lebt man halt danach.“

Zur Person

Nicole Rensmann wurde 1970 in Remscheid geboren. Nach ihrer Ausbildung bei der Stadt ist sie seit 2000 als freischaffende Schriftstellerin im weiten Bereich der fantastischen Literatur tätig („Das Haus an der Ecke mit der Hexe darin“). Einen Geheimtipp hat sie auch noch parat: Den aus Hamburg stammenden und jetzt im Ruhrgebiet verorteten Liedermacher Stefan Stoppok.

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