Mit dem RGA wandern

Theegartener Kopf: Ausblick lädt zum Verweilen ein

Entlang der Route können Wanderer tolle Ausblicke genießen.
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Entlang der Route können Wanderer tolle Ausblicke genießen.

Der RGA stellt Wanderrouten vor – Unsere heutige Tour führt über den Ossianweg und die Bergbahntrasse.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Eine abwechslungsreiche Rundwanderstrecke mit Panoramablicken und vielen Natureindrücken entlang der Wupper bieten der Ossianweg und die Bergbahntrasse zum Theegartener Kopf.

Ausgangspunkt unserer Tour ist die abgelegene Ortschaft Papiermühle am Ende des Soterwegs. Diese ist auch mit der Buslinie 698 erreichbar. Der Ortsname kündet noch von der ehemals dort ansässigen, ältesten Papiermühle des Bergischen Landes. Im Jahr 1537 nahm die Mühle unter Johannes Soter die Produktion von handgeschöpftem Papier auf. 1826 erwarb die Familie Jagenberg das Unternehmen. Anhand von vier Mahlmaschinen für Lumpen und zwei Bütten steigerte man die Produktion auf 9000 Ries Packpapier und 900 Zentner Pappe jährlich. Bis 1996 war die Papiermühle in Betrieb, später wurde sie abgerissen.

Der Ossianweg beginnt hinter den letzten Gebäuden der Ortschaft in Richtung Wupper. Er führt über den Papiermühlenbach und verläuft dann parallel zum Bach. Als Wanderpfad wurde er im Jahr 1890 mit finanzieller Unterstützung des Männergesangsverein Ossian geschaffen. Daraufhin wurde der Chor zu seinem Namenspaten. Ein unscheinbarer Gedenkstein am Weg erinnert daran. Ossian, der „für seine Gesänge bekannt“ war, ist eine Gestalt aus der keltischen Mythologie. Der Weg, der hin und wieder über kleine Buckel verläuft, bietet unglaublich schöne Blicke auf die Wupper und dies aus immer wieder neuen Perspektiven. Die Gegend unterhalb der steil abfallenden Hänge mutet „wildromantisch“ an.

Über eine Holzbrücke passieren wir den Halfeshofer Bach. Auf dem Plateau vor der Mündung stand früher der Königskotten. Der kleine Betrieb mit Hammerwerk ist auf der Landkarte von Ploennies aus dem Jahr 1715 verzeichnet. Doch er war vermutlich viel älter. 1896 kaufte die Firma Paff-rath ihn auf und ließ ihn samt Stauwehr abreißen, um am weiter unten am Bach gelegenen Kirschberger Kotten eine größere Stauhöhe zu erreichen. Dort wurde das erste Solinger Elektrizitätswerk errichtet. Der Wald lichtet sich etwas, und bald führt der Weg durch eine bezaubernde Auenlandschaft. Vorne zwischen den Bäumen erspäht man das Gebäudeensemble der in malerischer Umgebung gelegenen kleinen Fachwerksiedlung Grunenburg. Bereits im 14. Jahrhundert wurde Grunenburg urkundlich erwähnt und gehörte im 17. Jahrhundert – wie die benachbarte Hofschaft Windfeln – zu den Besitztümern des Johanniterordens.

Strecke zählte zu den landschaftlich reizvollsten Straßenbahnrouten

Unsere Wanderung führt uns weiter über die frühere Bergbahntrasse. Wir folgen ihr vom Ende des Ossianweges aus den Hang hinauf. Dort fuhr von 1908 bis 1917 die Straßenbahnlinie 9 der Barmer Bergbahn zum Halfeshof und weiter zur Krahenhöhe. Wir passieren eine imposante Felspassage. Links, hinter der Weide, taucht die an einem Abhang gelegene Hofschaft Eulswaag auf. Sie ist bereits 1488 als „Uwelswaeges“ im Zehntverzeichnis des Klosters Altenberg aufgeführt. Auf der Karte von 1715 heißt sie „Eulswagen“. Auch von dort ist eine Sage aus alter Zeit überliefert. Eine gewisse Frau zu Eulswag namens „Mutte“ wurde der Hexerei bezichtigt. Es hieß, sie habe den Schleifern im Kirschberger Kotten „das Öl ausgetrunken“ und soll „in einer Milchmulde über den Teich am Kirschberger Kotten gefahren“ sein. Darauf wurde sie gefangen genommen, auf dem Ohliger Tor in Solingen inhaftiert und später verbrannt.

Wir überschreiten den Eulsberger Bach, folgen der Trasse eine beträchtliche Strecke, bis sie zur Bahnbrücke über die Geleise der Eisenbahnlinie nach Schaberg führt. Noch vor der Brücke biegen wir scharf rechts in den Weg nach Theegarten ein. Noch einmal rechts, und wir bewegen uns auf dem Theegartener Kopf und genießen – links - einen der schönsten Ausblicke auf Solingen. Im Norden sehen wie Wuppertal-Cronenberg mit seinen Türmen und im Nordosten – rechts – die Silhouette Remscheids. Allerdings: Wegen aktuellen Bauarbeiten kann es auf der Strecke zum Theegartener Kopf zu Einschränkungen kommen. Ist der Weg nach der Brücke gesperrt, so gehen wir über diese, folgen der Straße Halfeshof, biegen nach rechts auf die Meigener Straße ein. An der Kreuzung Meigen geht es dann wiederum rechts und kurz darauf nach links und anschließend rechts in den Zedernweg. Dieser trifft bald darauf die Theegartener Straße, die dann zur Ortschaft Theegarten führt.

Diese hat vielleicht schon im Jahr 1303 bestanden, als in Urkunden von einem „Henrich van Zeyngarden“ die Rede ist. Gesichert ist die Erwähnung des Ortes für das Jahr 1488 mit der Erwähnung von „Tegarden“ im Zehntregister des Klosters Altenberg. Der Name könnte auf die Zahl 10 hinweisen, so dass er „an den 10 Gärten“ bedeutet.

1815/16 lebten 95 Menschen in der sogenannten Hofstadt. 1832 hatte Theegarten 123 Einwohner und verfügte über 18 Wohnhäuser, drei Mühlen sowie neun landwirtschaftliche Gebäude. Wir gehen nach Theegarten, gelangen zum Hauptweg und folgen diesem rechterhand immer geradeaus, am Waldrand entlang. Ganz am Ende des Feldes führt ein Pfad in den Wald hinein und dann in Serpentinen hinunter zur Papiermühle, unserem Ausgangspunkt.

Ossianweg

Dauer: etwa 90 Minuten

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer, auch für Familien mit Kindern geeignet

Download für Wanderprofis: Hier stellen wir Ihnen die Daten für diese Route als gpx-Download zum Wandern mit Smartphone oder GPS-Gerät zur Verfügung. Sie können die Datei in einer entsprechenden Navigations-App hochladen: GPX-Track Ossianweg

Ausrüstungstipp: festes Schuhwerk, der Weg an der Wupper kann bei feuchter Witterung etwas aufgeweicht sein

Alle Folgen unserer Serie „Wandern mit dem RGA“ haben wir hier für Sie aufgelistet: Wandern rund um Remscheid mit unseren Entdeckungstouren.

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