Donnerstag ist Premiere

Theater lädt zur spektakulären Zeitreise

Stefan Weinzierl zaubert mit Vibraphon, alter Fahrradspeiche, Theremin und Loop-Station außergewöhnliche Klangwelten. Foto: Roland Keusch
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Stefan Weinzierl zaubert mit Vibraphon, alter Fahrradspeiche, Theremin und Loop-Station außergewöhnliche Klangwelten.

Künstler-Trio präsentiert „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells als Digital-Live-Performance.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Mystische Klänge aus dem Theremin gesellen sich zu einem dunklen Grollen vom Donnerblech. Musiker Stefan Weinzierl kratzt mit einem Bogen auf einer alten Fahrradspeiche – die Zeitmaschine scheppert. Die 3-D-Welt auf der 8 mal 3 Meter schwarzen Opera-Leinwand nimmt den Zuschauer gefangen. Die Geschichte des Zeitreisenden wird durch Dominic Raackes Schauspiel lebendig. Alle drei Ebenen verschmelzen – und der Zuschauer reist plötzlich in der Zeitmaschine mit, statt nur zu betrachten. Eine völlig neue Dimension.

In den Genuss dieser spannenden Symbiose kommen die Zuschauer am Donnerstagabend, 15. April. Weil das Teo Otto Theater auch im Lockdown eine kulturelle Grundversorgung leisten will, gibt es ab nun eine außergewöhnliche, digitale Live-Performance: Schauspieler Dominic Raacke, Musiker Stefan Weinzierl und Videokünstler Rocco Helmchen präsentieren „Die Zeitmaschine“ nach dem Science-Fiction-Roman von H. G. Wells. Um 19.30 Uhr wird live aus dem Teo Otto Theater via Youtube in die Wohnzimmer übertragen. Auch an den folgenden Tagen ist die Performance zu sehen (siehe Kasten).

Die Performance: Was erwartet die Zuschauer? „Ein abenteuerlicher Abend. Es ist eine spannende Mischung aus den Stimmungen der Musik, der Bilder plus dem Text von H. G. Wells“, sagt Schauspieler Dominic Raacke, den die Remscheider unter anderem als Till Ritter aus dem Berliner „Tatort“ kennen dürften. Übrigens wurde die Show ursprünglich für ein Planetarium konzipiert, wegen Corona wurde eine Bühnenfassung daraus. Jeder hat seine Expertise einfließen lassen – alle drei Welten verschmelzen nun zu einem Kosmos. „Es ist kein abgefilmtes Theater, das braucht niemand, sondern ein neues Format. Durch sechs Livekameras und das Überblenden von Videos und Livebild entsteht hier eine völlig neue Produktion mit Qualität“, sagt Weinzierl. Vorteil des Streams: Die Kamera kann jetzt auch mal das Schlagwerk von oben filmen. Weinzierl hat auch ein Vibraphon, eine Loop-Station und E-Bass dabei. Denn er mixt Musik und Geräusche. Visual Artist Rocco Helmchen bindet den Theaterraum in seine Visualisierungen ein. „Ich habe bei den Projektionen zudem versucht, gegen den Steampunk-Look der Verfilmung anzukämpfen.“ Darsteller verschmelzen mit den Videos. Die Zuschauer dürfen gespannt sein – das haben sie wohl noch nie gesehen. Vollprofi Raacke hat übrigens Lampenfieber, auch ohne leibhaftiges Publikum. „Das ist auch gut so. Denn es ist live, dann geht es drum.“

Der Roman: Die Aufführung basiert auf dem Science-Fiction-Roman „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells aus dem Jahr 1895. Der Roman, eine Dystopie, wurde mehrfach verfilmt. Heute ist der Klassiker Pflichtlektüre an Schulen. Und darum geht es: Mittels einer Zeitmaschine reist der nicht näher benannte Reisende in die vierte Dimension, die Zeit. Er erreicht das Jahr 802 701. Hier leben zwei unterschiedliche Spezies menschlicher Abstammung: die Eloi, die über der Erde leben, und die unterirdisch lebenden Morlocks. Was man zunächst vermutet, ist aber genau umgekehrt: Die Morlocks halten sich die Eloi wie Bauern das Vieh. Als der Zeitreisende seinen Freunden von dieser Welt berichtet, glauben sie ihm nicht. Er beschließt, erneut zu reisen. Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes. . .

Die Künstler: Dominic Raacke studierte in New York Schauspiel. Zurück in Deutschland, erhielt er seine erste Fernsehrolle in der historischen Bergarbeitersaga „Rote Erde“. Es folgten zahlreiche Hauptrollen in deutschen TV-Produktionen. 1999 startete er als Großstadtcowboy Till Ritter im Berliner „Tatort“ – und blieb es 14 Jahre. 2016 debütierte er im Stück „Gold“ bei den Nibelungen-Festspielen in Worms auf der Theaterbühne. Zuletzt war er in Martin Woelffers „Die Niere“ zu sehen. Damit will er 2022 ins Teo Otto Theater kommen.

Stefan Weinzierl entwickelt als Schlagzeuger und Multi-Perkussionist Hörwelten für energiegeladene Bühnenproduktionen. Er trat bereits in der Elbphilharmonie, der San Francisco Symphony und der Oper Bonn auf. In seinem Studio produziert er Musik für Bühnenwerke, Hörbücher, Radio-Produktionen und Dokumentationen. Rocco Helmchen ist Visual Artist. Seine Arbeit umfasst Videokunst, Motion Design, Virtual Reality, Projektionsdesigns. Sein Schwerpunkt liegt auf der Realisierung von 360-Grad-Kuppelprojektionen für Dome-Theater und Planetarien.

Premiere am Donnerstag, 15. April, weiterhin zu sehen

Premiere: Live aus dem Teo Otto Theater Remscheid wird „Die Zeitmaschine“ am heutigen Donnerstag um 19.30 Uhr direkt in die heimischen Wohnzimmer übertragen. Die Aufführung ist kostenlos über den Youtube-Kanal des Teo Otto Theaters zu sehen.

Freitag, Samstag, Sonntag: In den kommenden Tagen, vom 16. bis 18. April, kann die Performance dann jeweils zwischen 19.30 und 24 Uhr auf besagtem Channel erneut kostenlos angesehen werden:

www.youtube.com/channel/UCw7l45RInOdv2QcIUy69m7Q

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