RGA-Univortrag

„Technik muss menschlicher werden“

Prof. Dr. Fabian Hemmert forscht an Geräten, die den Menschen helfen sollen.
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Prof. Dr. Fabian Hemmert forscht an Geräten, die den Menschen helfen sollen.
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Professor Dr. Fabian Hemmert sprach beim RGA-Uni-Vortrag in der Lenneper Klosterkirche. Beim nächsten Mal geht´s um Menschen und ihren IQ-Wert.

Von Axel Richter

Remscheid. Eigentlich soll der technische Fortschritt den Menschen das Leben erleichtern. Und tatsächlich helfen uns Smartphones und Smarthome dabei, unseren komplizierten Alltag zu bewältigen. Für nicht wenige Menschen ist aber auch das Gegenteil der Fall. Sie sehen sich von den technischen Neuerungen überfordert. Das ist aber nicht das Problem der Menschen, sondern der Technik, sagt Prof. Dr. Fabian Hemmert. Denn wenn Menschen mit Geräten nicht zurecht kommen, zeigt das vor allem eins: dass die Geräte schlecht designed sind.

Dagegen hat der Wissenschaftler etwas. „Nicht wir Menschen sollten technischer werden - sondern die Technik menschlicher“, sagt er. An der Bergischen Universität Wuppertal sucht der Leiter des Studiengangs Industrial Design deshalb nach Lösungen und damit zugleich nach einer besseren Zukunft.

Wie die aussehen könnte, zeigte er am Mittwochabend mit zahlreichen Beispielen aus seiner Kreativwerkstatt in der Lenneper Klosterkirche. Als dritter Referent der Vortragsreihe „RGA-Univorträge“ des Remscheider General-Anzeigers und der Bergischer Uni sprach Fabian Hemmert über Design und Innovation und gab damit einige Einblicke in eine durchtechnisierte Welt von morgen.

Die entwickelt sich zum Positiven, wenn etwa digitale Technik dafür sorgt, dass Gehörlosensprache in Laute übersetzt werden kann und so die Kommunikation zwischen Hörenden und Gehörlosen leichter wird.

Digitale Technik kann in jedoch auch dazu dienen, die Menschen zu beherrschen und Opposition innerhalb einer Gesellschaft unmöglich zu machen, indem sie zum Beispiel den funktionierenden Mitgliedern Belohnungen in Form von günstigen Lebensmitteln zukommen lässt, diese Belohnungen den weniger angepassten Mitgliedern aber vorenthält.

Politische Bildung mit digitalen Angeboten

Fabian Hemmert setzt dagegen auf politische Bildung. Auch dafür forschen und kreieren seine Studierenden an der Bergischen Uni Neues. In einem Projekt, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird, entwickeln sie zum Beispiel Brettspiele, die bei Schülerinnen und Schüler das Interesse für Außenpolitik wecken sollen. Die Spielesammlung stellte er am 9. Juni auf der Bildungsmesse Didacta in Köln vor. Hemmert zeigt sich sicher: „Dieser niedrigschwellige Einstieg in die Frage, wie Außenpolitik funktioniert, ist gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Konfliktes in Europa wichtiger denn je.“

Hoffnung in die Technik, Vertrauen in die Natur

Und noch etwas ist dem Wissenschaftler wichtig: Menschlichkeit und technische Fortschritt werden am Ende nur Hand in Hand gehen, wenn die Menschen ihren Platz einnehmen irgendwo zwischen Darth Vader und King Louie. Der Bösewicht aus dem Science-Fiction-Klassiker Krieg der Sterne wird vom Menschen zur Maschine. Der Affe aus dem Dschungelbuch will dagegen nicht länger Tier sein und versucht das Geheimnis des Feuers zu ergründen. „Wir sollten weder Tier noch Roboter sein“, sagt Prof. Dr. Fabian Hemmert. Oder anders gesagt: „Wir sollten die größte Hoffnung in die Technik setzen, aber das größte Vertrauen in die Natur.“

Nächster Termin: Was zeichnet Menschen mit einem IQ über 130 aus?

Nicht jeder Hochbegabte ist ein Sonderling wie Sheldon Cooper aus der TV-Sendung Big Bang Theory. Was Menschen mit einem IQ von mehr als 130 auszeichnet, darüber spricht Prof. Dr. Susanne Buch beim nächsten RGA-Uni-Vortrag: am Donnerstag, 30. Juni, 19 Uhr in der Klosterkirche Lennep.

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