Jahresabschluss

TBR: So steht es um die Abfallgebühren für 2023

Stellt Jahresabschluss vor: Michael Zirngiebl (TBR).
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Die technischen Betriebe schließen das Jahr mit einem Millionen-Überschuss ab.

Von Andreas Weber

Remscheid. Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) werden die Abfallgebühren „nach heutigen Stand“ konstant halten, deutet TBR-Chef Michael Zirngiebl an. Im Jahresabschluss 2021 vermelden die TBR im Betriebsausschuss (6. Dezember) und Rat (8. Dezember) Erfreuliches. Der Jahresgewinn beträgt 5,317 Millionen Euro. Zwei Millionen davon fließen in die Sanierung des städtischen Haushalts. Der restliche Gewinn des Wirtschaftsjahres 2021 über 3,317 Millionen Euro wird die Rücklagen der TBR aufstocken, die sich bislang auf 12,9 Millionen Euro belaufen.

Ein Polster, das freilich schmelzen wird. Denn auch die TBR müssen die erheblichen Preissteigerungen auffangen. Dass die Energiekosten explodieren, merken sie zum Beispiel bei den Straßenbeleuchtungen. „Mittelfristig muss sich die Stadt etwas einfallen lassen“, fordert Zirngiebl. Er nennt ein Beispiel: Allein das Heizen der Kapellen auf Friedhöfen wird im Winter kostspielig. Michael Zirngiebl kann die städtische Zurückhaltung verstehen, wenn der „Krösus“ TBR Unterstützung fordert. Aber er spricht zuvorderst für seinen Betrieb: „Seit 2014 haben sich die Aufwendungen für alle nicht gebührenfinanzierte Bereiche wie Straßenbau, Grünflächen oder Forst nicht mehr erhöht.“ Andererseits habe man bei Grünflächen und im Straßenbau die Qualität gesteigert. „Jetzt stoßen wir finanziell an Grenzen.“

Dass die Technischen Betriebe in die Verlustzone kommen, sei absehbar. Dabei konnten die TBR in den letzten Jahren über den Wirtschaftsplan hinaus ein besseres Jahresergebnis erzielen. Die klamme Kommune profitierte. 35 Millionen Euro flossen in die Stadtkasse, in der Spitze im Jahr sechs Millionen Euro. Positiv auf das Jahresergebnis wirkten sich stabile Sekundär-Rohstoffmärkte aus. Insbesondere die Altpapierpreise schossen von Anfang 2021 bis Mitte 2022 auf ein „Allzeithoch“ (Zirngiebl). Die Vermarktung des Papiers lag um 582 800 Euro über dem Planansatz. Die Überschüsse fließen in die Gebührenrücklage, sollen helfen, Stabilität bei Abfallgebühren zu garantieren.
Lesen Sie auch: Entsorgung: Remscheider zahlen die geringsten Gebühren

Das gute Wirtschaftsjahr führte dazu, dass die Gebührenabrechnungen bei Schmutz- und Niederschlagswasser, Restmüll sowie bei Sommerreinigung und Winterdienst mit einer „ungewollten gebührenrechtlichen Überdeckung“ in Höhe von insgesamt 1,928 Millionen Euro abschloss. „Sie tragen zu einer Stabilisierung der Gebührenentwicklung der kommenden Jahre bei“, kündigt Michael Zirngiebl an.

Dass die Zahlen stimmen, ist auch der Personalsituation geschuldet. Der Personalaufwand fiel 2021 um 904 600 Euro geringer aus als geplant, weil Stellen unbesetzt blieben. Die TBR finden kaum neue Mitarbeiter. Zum 30. Juni dieses Jahres waren von den 380 Stellen 16 nicht besetzt. Besonders im technischen Bereich bei Facharbeitern und Ingenieuren, gerade im Bereich Straßenbau, mangelt es. „Die Gründung der Autobahn GmbH des Bundes hat auf dem Markt wie ein Staubsauger gewirkt“, beobachtet Zirngiebl. Wie groß die Fachkräftenot ist, spüren auch die TBR. „Täglich werden unsere Mitarbeiter von Headhuntern angerufen, ob sie nicht wechseln wollen.“

Die Trumpfkarte seines Arbeitgebers könne nicht das Geld sein, weiß der TBR-Chef: „Wir müssen auf die Flexibilität setzen, die wir unseren Mitarbeitern bei ihren Lebensbedürfnissen entgegenbringen.“

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