Kunstprojekt

TBR: „Hier passt der Engel der Kulturen hin wie sonst nirgendwo“

Präsentieren gestern die Stele (v. l.): Oliver Jilg (.l.) von den TBR und Erden Ankay-Nachtwein (Integrationsrat).
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Präsentieren gestern die Stele (v. l.): Oliver Jilg (.l.) von den TBR und Erden Ankay-Nachtwein (Integrationsrat).

Stele auf dem Parkfriedhof Bliedinghausen deutet die drei abrahamitischen Weltreligionen an.

Von Peter Klohs

Remscheid. Der Engel der Kulturen ist ein 2008 ins Leben gerufenes Kunstprojekt der beiden aus Burscheid stammenden bildenden Künstler Carmen Dietrich und Gregor Merten. Durch die Hinzufügung der Zeichen der drei abrahamitischen Weltreligionen hat es den Anspruch, den interkulturellen Dialog zu fördern. Bei allen Problemen und angespannten Situationen zwischen den Angehörigen verschiedener Kulturen und Religionen soll, so lassen die Künstler wissen, der interkulturelle Dialog um eine sinnliche Komponente ergänzt werden.

Der Engel der Kulturen wurde am Freitag auf dem Parkfriedhof Bliedinghausen an der Steinackerstraße seiner Bestimmung zugeführt. Einige Kirchenvertreter waren ebenso anwesend wie Mitglieder des Integrationsrates, unter ihnen dessen Vorsitzende Erden Ankay-Nachtwein. Für die Technischen Betriebe (TBR) war Oliver Jilg, Bereichsleiter für die Friedhöfe, vor Ort und präsentierte das bereits aufgestellte Kunstwerk.

Die Stele steht unmittelbar am Eingang zum Friedhof, besteht aus Stahl, ist etwa 1,20 Meter hoch und mit rund eineinhalb Zentimeter Dicke recht schlank. Im oberen Drittel ist ein Kreis zu sehen, an dessen Rändern sich die Religionssymbole andeutungsweise befinden: Oben der Halbmond des Islam, links unten der Davidsstern, der das Judentum symbolisiert, unten rechts schließlich das christliche Kreuz. Wer genau hinsieht und die Leerflächen in diesem Kreis „in Gedanken ausmalt“, kann einen Engel erkennen, manche sehen auch eine Friedenstaube. Das Fundament des Kunstwerkes besteht aus kleinen, quadratischen Steinen, die wie ein glattes Kopfsteinpflaster wirken. „Durch die kreisförmige Anordnung wird deutlich: Kein Symbol kann herausgelöst werden, ohne die anderen erkennbar zu beschädigen“, sagen die Künstler.

Kunstwerk geht auf Initiative der muslimischen Gemeinde zurück

„Dieser Friedhof“, sagt Oliver Jilg, „ist 1903 eröffnet worden. Und bereits im Jahr 1906 wurde hier die erste jüdische Beerdigung durchgeführt. Die muslimischen Grabfelder kamen 2002 hinzu. Somit sind die drei abrahamitischen Weltreligionen auf diesem Friedhof vertreten, und ich kann mir keinen Ort in Remscheid vorstellen, an dem dieses Kunstwerk stehen sollte. Hier passt es hin wie sonst nirgendwo.“ Erden Ankay-Nachtwein sieht dies genauso. „Durch den Engel der Kulturen wird der Integrationsgedanke weitergetragen“, sagte sie.

Der Grundgedanke, den Engel der Kulturen nach Remscheid zu holen, kam aus der muslimischen Gemeinde, die sich an den Integrationsrat wandte. Gemeinsam mit Oberbürgermeister und TBR wurde an der Realisation gearbeitet.

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