Gestiegene Kosten

Taxipreise sollen in Remscheid steigen

Der Geschäftsführer der Funktaxivereinigung, Armin Schötz, hofft auf Verständnis bei den Fahrgästen.
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Der Geschäftsführer der Funktaxivereinigung, Armin Schötz, hofft auf Verständnis bei den Fahrgästen.
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Gremien entscheiden im November über den neuen Tarif.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Eine Taxifahrt in Remscheid soll künftig teurer werden. Die Funktaxivereinigung Remscheid beantragt im Namen der in ihr zusammengeschlossenen Taxi-Unternehmer, den derzeit gültigen Taxentarif zu ändern – indem alle Elemente des Tarifs erhöht werden. Kommende Woche Donnerstag, 3. November, berät der Hauptausschuss und Ausschuss für nachhaltige Entwicklung, Digitalisierung und Finanzen über die Preiserhöhungen, am 8. November der Ausschuss für Bürgerservice, Ordnung und Sicherheit. Das letzte Wort hat schließlich der Rat am 17. November.

Konkret geht es um folgende Tarifanpassungen: Die Grundgebühr soll von 3,50 um 70 Cent auf 4,20 Euro steigen. Der erste Kilometer soll künftig 3,20 statt wie bislang 2,60 Euro kosten. Jeder weitere Kilometer kostet nach dem Willen der Vereinigung künftig 2,90 statt 2,30 Euro, ein Großraumtaxi 8,40 statt 6,80 Euro. Am Wochenende, feiertags und nachts sollen die Tarife so aussehen: Die Grundgebühr soll sich ebenfalls von 3,50 auf 4,20 erhöhen, der erste Kilometer soll künftig 3,40 (früher: 2,70), jeder weitere 3 Euro (statt 2,40) kosten. Ein Großraumtaxi nachts, feiertags oder am Wochenende soll künftig 8,40 statt wie bislang 6,80 Euro kosten.

Das sagen Taxifahrer zu den hohen Spritpreisen

Der Fahrtpreis für eine typische Strecke innerhalb Remscheids – darauf entfällt das meiste Geschäft für die Unternehmer – mit 3,8 Kilometern kostet künftig wochentags 23,7 Prozent mehr, nachts, feiertags und am Wochenende 23,8 Prozent mehr. Das macht unterm Strich bei dieser Beispielfahrt etwa 3 Euro aus. Die Gebühren für die verkehrs- und kundenbedingten Wartezeiten sollen um 20 beziehungsweise 25 Prozent angehoben werden.

Die letzte Tariferhöhung erfolgte vor 3,5 Jahren. Auch in einigen Nachbarstädten wurden die Preise bereits angehoben oder sind derzeit in der Abstimmung. Denn alle Taxi-Unternehmer haben dasselbe Problem: gestiegene Fahrzeugunterhaltungs-, Energie- und Lohnkosten. Auch die Bergische IHK sowie die Fachvereinigung Personenverkehr bitten in ihren Stellungnahmen aufgrund der finanziellen Belastung für das Taxigewerbe um eine zeitnahe Beschlussfassung eines angepassten Taxentarifs. Die Verwaltung hält die Begründung für nachvollziehbar und empfiehlt dem Rat, die Tariferhöhung zum nächstmöglichen Zeitpunkt wie vorgeschlagen zu beschließen. Die Freigabe zur Programmierung durch das Eichamt könnte dann vier Wochen später erfolgen. Auch in Zukunft sollten weiterhin wirtschaftlich gesunde Unternehmen den gewohnten Qualitätsstandard sicherstellen, sagt die Stadt.

Armin Schötz hofft auf Verständnis. Der Geschäftsführer der Funktaxivereinigung macht klar: „Wir sind an 365 Tagen im Jahr für die Remscheiderinnen und Remscheider da – tags, nachts, in der Not.“ Der Vereinigung gehören rund 150 Fahrer mit 36 Fahrzeugen an. „Auch wenn es nicht immer wahrgenommen wird: Wir sorgen für die Mobilität der Menschen.“

Passend zum Thema: Stadt prüft Frauennachttaxis: Mehr Sicherheit in den Abendstunden

Standpunkt: Mobil bleiben

melissa.wienzek@rga.de

Während Wuppertal bereits im August höhere Taxipreise eingeführt hat, wollte Armin Schötz noch warten - wohl wissend um die aktuellen Sorgen der Remscheiderinnen und Remscheider. Obwohl man sich bereits seit Jahren mit gestiegenen Unterhaltungskosten für die Fahrzeuge rumschlage, habe er erst jetzt einen Antrag auf Anpassung der Tarife eingereicht, erklärte der Geschäftsführer der Funktaxivereinigung Remscheid.

Nun ist die Beschlussvorlage da. Die Begründung ist nachvollziehbar. Es geht den Taxiunternehmern genauso wie anderen Unternehmern auch: Gestiegene Lohn- und Energiepreise erschweren den Betrieb. Damit dieser aufrechterhalten bleiben kann und die Remscheider mobil bleiben, fallen künftig 23 Prozent mehr an. Verständlich ist es - auf der anderen Seite trifft es abermals den schon gebeutelten Bürger. Der Vorschlag von Armin Schötz, ein über die Stadt finanziertes Ticket für Bedürftige anzubieten, ist eine gute Idee. Nur muss das Geld dafür auch irgendwoher kommen.

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