Online-Aktionstag

Tausende verfolgen die Bühnenshow im Internet

Singer/Songwriterin Isabel Marr (16) gab im Livestream zu: „Ich spiele lieber vor Publikum“. Sie sang ihre eigenen Songs. Foto: Roland Keusch
+
Singer/Songwriterin Isabel Marr (16) gab im Livestream zu: „Ich spiele lieber vor Publikum“. Sie sang ihre eigenen Songs.

Online-Aktionstag von „Kunst und Kultur in Remscheid“ war ein Erfolg – Heute geht die Schaufensterkunst weiter.

Von Elisabeth Erbe

Gebrannte Mandel gelangen in eine Verschwörungstheorie der Zahnärzte und bunte Farben werden live auf die Leinwand gebracht: Wenn die Theatersäle und Konzerthallen geschlossen sind, ist das für Maximilian Süss kein Grund zur Ruhe. Mit der Aktion „Kunst und Kultur in Remscheid“ bot er am Samstag Konzerte, Interviews und Lesungen im Livestream. Gesendet wurde aus dem Löf – und Tausende schauten an dem Tag an den heimischen Computern zu. Maximilian Süss ist absolut zufrieden. „Wir hatten 4278 Views über den ganzen Tag und eine sehr gute Reichweite bei Facebook mit über 6700 Kontakten.“ Zudem habe ihn sehr viel positives Feedback erreicht. Zum Auftakt gab es Neuigkeiten von Christoph Spengler. Der Kirchenmusikdirektor plauderte mit Süss über seine Konzerte in Russland, Auftritte im Teo Otto Theater und neue Projekte 2021. „Wir haben keine Konzerte, keine Weihnachtsmärkte, daher wollen wir mit einem virtuellen Adventskalender Weihnachtsstimmung in die Zimmer bringen“, sagte Spengler. Ab 1. Dezember streamt er jeden Tag ein neues Video auf seinem Youtube-Kanal. „Die Leidenschaft springt förmlich über“, sagte Süss über Spenglers Arbeit. „Je länger ich dem Livestream folge, desto mehr respektiere und bewundere ich die musikalische Leistung von Christoph Spengler“, schrieb Klaus Stachuletz in die Kommentare. Auch Lothar Kaiser, Mike Müller und Michael Dierks von der Kulturinitiative Wermelskirchen meldeten sich per Chat zu Wort.

Für Kurzweiligkeit sorgten Videos aus dem Hause Haase. Martin und Sieglinde Haase zeigten das Papiertheater-Stück „Remscheider Dönekes“. Alte Postkarten wurden digital bearbeitet und mit Leben gefüllt. Historische Bilder des Rathauses, der Alleestraße und der Müngstener Brücke erlebten so eine Wiedergeburt. Claudia Fey zeigte, wie ein Kunstbild entsteht. Dabei standen Collin und Lena Modell – und legten sich auf die überdimensionale Leinwand. Die Künstlerin ließ die Acrylfarben rund um die Körper fließen. Die beiden hielten dabei Händchen. So entstand während des Malens der Titel: „Zusammen sind wir stark“. Das Werk kann ersteigert werden.

Nach der Kunst-Aktion ging es musikalisch weiter – mit Isabel Marr. Die junge Singer/ Songwriterin gewann letztes Jahr das Remscheider Newcomer-Bandfestival. Seit Corona gab es für sie keine Auftritte mehr, erklärte sie im Löf-Studio. Sie vermisse besonders das Publikum. Isabel Marr sang daher auch für die virtuellen Zuschauer. Im Gepäck hatte sie unter anderem „Das Regenmädchen“, ihr erster Song aus der 6. Klasse. „Was ist der Mensch ohne Menschlichkeit? Und wir sprechen von Philosophen, während wir in Gedanken versinken“, sang sie mit ihrer kräftigen Samtstimme.

Weiterer Talk-Teilnehmer am Streamingtag war Marcel Haupt, der das Projekt #5630 vorstellte. Sein Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die Remscheid mitgestalten. „Nur wer scheitert, kann sich weiterentwickeln. Traut euch was, es ist nicht schlimm, wenn man Fehler macht“, machte er jungen Leuten Mut.

Sascha Thamm bot einen humorvollen Kontrast mit seinen Texten über „Ein Glas namens Uschi und die ewige Mandel“. Neben seinem Poetry Slam berichtete er von seiner zweiten Leidenschaft: Im Keller hat er nämlich 21 Becken mit unzähligen Fischen. Das größte Aquarium misst 2500 Liter. „Meist sind es Fische aus Mittelamerika“, verriet er. So entstanden zahlreiche Bilder, die „Thamm Fische“, die nun im Schaufenster auf der Alleestraße gezeigt werden.

Düster und spannend ging es weiter mit Hagen Thiele und Eric F. Bone, sie stellten Bones Buch „Sterben für Anfänger“ vor. Auch Sonja Tewinkel, die Managerin der Klosterkirche, war dabei. Sie schaute auf ein turbulentes Jahr zurück. „Wenn wir in einem Monat zehn bis zwölf Veranstaltungen verschieben, dann habe ich in dem Moment gut zu tun“, erklärte sie. Das Organisieren neuer Termine ist ein enormer Aufwand für Veranstalter, Künstler und Agenturen, weiß Tewinkel. Oliver Hanf und Sebastian Eichmeier beendeten den facettenreichen Kulturtag mit wohlklingender Musik.

Kunst im Fenster

Montag geht es weiter: Schaufenster entlang der Allee, neben dem Rack n Roll und das Ex-Juwelier-Hähner-Geschäft werden für zwei Wochen zur Ausstellungsfläche für Künstler, erkennbar am „KuK“-Logo auf der Scheibe. Dazu gibt es Infos zum Künstler.

Auch ein alter Hase im Eventgeschäft ist noch aufgeregt: Maximilian Süss startete seinen großen „Kunst und Kultur in Remscheid“-Livestream aus dem Löf. Dabei präsentierte sich die bunte Kulturszene der Stadt coronakonform im Internet.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Remscheid bereitet sich auf 2G vor - Feuerwerkshersteller befürchten „Todesstoß“
Remscheid bereitet sich auf 2G vor - Feuerwerkshersteller befürchten „Todesstoß“
Remscheid bereitet sich auf 2G vor - Feuerwerkshersteller befürchten „Todesstoß“
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Tierheim in Remscheid ist ab sofort geschlossen
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Auffällig aussehendes Duo raubt Obdachlosen in Remscheid aus
Sie hat ein offenes Ohr für pflegende Angehörige
Sie hat ein offenes Ohr für pflegende Angehörige
Sie hat ein offenes Ohr für pflegende Angehörige

Kommentare