Mein Leben als Papa

Tante Edgar heiratet – und Hannes muss vorher noch was klären

Hochzeit – für Hannes war das ein ziemlich abstrakter Begriff. 
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Hochzeit – für Hannes war das ein ziemlich abstrakter Begriff. 
  • Gunnar Freudenberg
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RGA-Redakteur Gunnar Freudenberg erzählt vom Alltag mit seinen Söhnen Hannes (5) und Michel (2).

Meine Schwägerin, also die Schwester meiner Frau, die Hannes und Michel nur unter ihrem Spitznamen „Tante Edgar“ kennen, heiratet heute. Und ich bin sehr gespannt, welche Geschichten wir uns später einmal über diesen Tag erzählen werden. Es könnte zum Beispiel sein, dass sich Hannes bei der Trauung in der Kirche zu Wort meldet, sofern sich der Pfarrer – wie in Hollywood-Filmen üblich – mit folgendem Satz an die Anwesenden richten sollte: „Wenn jemand etwas gegen diese Verbindung einzuwenden hat, möge er jetzt sprechen oder auf ewig schweigen.“ Nicht dass Hannes etwas gegen Marcel, Tante Edgars Zukünftigen, hätte. Der fährt schließlich ein cooles Motorrad, geht mit ihm an der Wupper auf Entdeckungstour und mag Spiderman so gerne wie er. Aber für Hannes steht seit langem fest: „Ich möchte Tante Edgar heiraten.“ Das hat er mir abends, als wir mal ganz in Ruhe über das anstehende Familienereignis reden konnten, bestätigt. Und dem Pfarrer will er vor der Trauung sagen, dass Tante Edgar nicht Alexandra heißt.

Hochzeit – für Hannes war das ein ziemlich abstrakter Begriff. Also erzählte ich ihm vor dem Einschlafen alles, was mir dazu einfiel. Dass Tante Edgar ein tolles weißes Kleid tragen wird zum Beispiel. Und Marcel einen schicken Anzug. „Was hattest du an, als du Mama geheiratet hast?“, wollte Hannes wissen. „Ein Trikot?“ Ich verneinte und verkniff mir ein Lachen. „Ich hatte damals auch einen schicken Anzug an und hoffe sehr, dass er mir am Samstag noch passt“, antwortete ich wahrheitsgemäß.

Gunnar Freudenberg

Von den Trauringen erzählte ich ihm – und wofür sie stehen. Dass man durch die Ringe für immer eng verbunden ist und mit ihnen zeigt, dass man sich liebhat. Und dass da die Namen und das Datum des Hochzeitstages eingraviert sind. „Das ist ja praktisch. Ich bin ja auch so ein kleiner Vergesser“, kommentierte Hannes grammatikalisch nicht ganz korrekt, aber dennoch sehr weise und vorausschauend.

„Vielleicht bekommen Tante Edgar und Marcel ja auch bald ein Baby“, sagte ich Hannes. „Du bist ja auch auf die Welt gekommen, kurz nachdem Mama und ich geheiratet haben.“ In Hannes’ Kopf ratterte es. Es dauerte einen Moment, dann antwortete er: „Aber Edgar und Marcel haben doch einen Hund.“ Auch wieder wahr. Viel besser als Eddy, der Parson Russell Terrier, könnte es ein Baby beim künftigen Ehepaar auch nicht haben. Aber über das Thema Fortpflanzung rede ich mit Hannes zu einem späteren Zeitpunkt besser noch mal.

Heute wird erst mal gefeiert – coronabedingt im kleineren Kreis, aber viel lockerer, als man es noch vor ein paar Wochen zu hoffen gewagt hätte. Hannes hat sogar ein Lied für Tante Edgar und Marcel getextet. Michel soll Mundharmonika spielen, er will zur Gitarre greifen – und ich bin als Sänger auserkoren. Wie gesagt: Es wird spannend, welche Geschichten später einmal über diese Hochzeit erzählt werden.

Alles Gute, Tante Edgar und Marcel!

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