Evangelische Stiftung

Tannenhof: Mitarbeiter sind der Trumpf

Seit 2008 ist Dietmar Volk Kaufmännischer Direktor der Stiftung Tannenhof. Seitdem hat sich viel getan – vor allem baulich.
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Seit 2008 ist Dietmar Volk Kaufmännischer Direktor der Stiftung Tannenhof. Seitdem hat sich viel getan – vor allem baulich.

Im kommenden Jahr existiert die Stiftung seit 125 Jahren.

  • Die Evangelische Stiftung Tannenhof beschäftigt heute rund 1200 Mitarbeiter.
  • Zweck des Tannenhofs sind Ausbildungsförderung, öffentliches Gesundheitswesen, Krankenhäuser, Religion und kirchliche Zwecke.
  • Im Schnitt behandelt die Stiftung 6000 Patienten pro Jahr.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Die Evangelische Stiftung Tannenhof – in Remscheid gibt es wohl keine Stiftung, deren Namen bekannter ist. Und kaum eine ältere. Seit fast 125 Jahren kümmert sie sich um Menschen mit psychischen Beeinträchtigung. Im Laufe ihrer langen und bewegten Geschichte hat sich die Stiftung zum psychiatrischen Versorger von rund 500 000 Menschen in der Region gemausert und beschäftigt heute rund 1200 Mitarbeiter.

Es war Georg Wilhelm Hafner, der 1896 den Grundstein für den heutigen Tannenhof legte. Der Pfarrer und spätere Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland gründete die „Evangelische Heilanstalt für Geisteskranke“. Während des NS-Regimes verfolgte die Stiftung eine Hinhaltetaktik, um das Leben der Menschen mit Behinderung zu schützen. 1979 übernahm sie die psychiatrische Pflichtversorgung für Remscheid und Wuppertal. „Der öffentliche Umgang mit psychischen Erkrankungen hat sich stark verändert. Heute wird viel offener darüber gesprochen“, sagt Dietmar Volk. Er ist seit 2008 Kaufmännischer Direktor des Tannenhofs. Mit seinem ärztlichen Pendant Prof. Eugen Davids und dem Geistlichen Vorsteher Uwe Leicht bildet er den Vorstand. „Wir treffen alle Entscheidungen gemeinsam.“

Remscheid: Die Stiftung investierte Millionen in den vergangenen Jahren

Als Aufsichtsgremium fungiert das Kuratorium. Es besteht mit dem Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland und dem Superintendent des Kirchenkreises zum einen aus geborenen Mitgliedern. Hinzu kommt eine gewählte Besetzung. Aktueller Vorsitzende ist Dr. Guido Colsmann.

Als Zweck des Tannenhofs sind im Stiftungsverzeichnis des Landes Ausbildungsförderung, öffentliches Gesundheitswesen, Krankenhäuser, Religion und kirchliche Zwecke angegeben. Ihr Vermögen besteht Volk zufolge vor allem aus Liegenschaften. „Was wir erwirtschaften, wird in Beton und unsere Mitarbeiter investiert“, betont er.

Der erstgenannte Aspekt ist offensichtlich. Investitionen in Millionenhöhe hat die Stiftung in den vergangenen Jahren getätigt. Unter anderem wurde das Gelände in Lüttringhausen neu gestaltet. „Wir haben der Stiftung ein Gesicht gegeben“, ist Volk überzeugt. Richtig rund werde das Konzept voraussichtlich in sechs Wochen. Dann rechnet er mit der Fertigstellung des neuen Parkplatzes. Dessen Zufahrt erfolgt von der August-Erbschloe-Straße. Er bietet Platz für 180 Autos. „Von dort aus ist man mitten im Geschehen.“

„Mitten ins Geschehen“ ist die Stiftung 2015 auch mit der Eröffnung des Hauses für Seelische Gesundheit am Friedrich-Ebert-Platz gegangen. Gleiches gilt für den Kauf des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Volksbank im Bergischen Land im Zentrum von Wuppertal-Barmen vor kurzem. „Wir möchten keine Hinterhofmentalität.“

„Was wir erwirtschaften, wird in Beton und unsere Mitarbeiter investiert.“

Dietmar Volk, Kaufmännischer Direktor der Stiftung Tannenhof

Remscheid: 6000 Patienten werden im Schnitt pro Jahr behandelt

Im Schnitt 6000 Patienten behandelt die Stiftung Tannenhof pro Jahr. Knapp 1200 Mitarbeiter sorgen dafür, dass der Laden läuft. Seit Jahren bemüht sich die Stiftung, gutes Personal zu binden und neue Mitarbeiter zu gewinnen. „Das Thema ist für uns der wichtigste Baustein“, betont Volk. Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in absehbarer Zukunft allmählich in Rente gehen, wird das eine Herausforderung. Um die zu meistern, akquiriert die Stiftung unter anderem Mitarbeiter im Süden Italiens. Auch Kooperationen in Vietnam und China sind geplant. Angesprochen werden die jungen Menschen über Partner vor Ort und das Internet. Voraussetzung für einen Ausbildungsplatz ist das Deutsch-Sprachniveau B1.

Zwei Kurse starten in der Tannenhof-Krankenpflegeschule pro Jahr – einer im Frühjahr, einer im Herbst. Volks Wunsch ist es, dass zukünftig fünf Azubis pro Kurs aus Italien stammen. 10 vietnamesische Auszubildende pro Jahr werden außerdem angepeilt. „Unser Ziel ist altersmäßig eine gute Durchmischung unseres Personals.“

Im kommenden Jahr feiert die Stiftung ihr 125-jähriges Bestehen. Volk blickt jedoch noch weiter in die Zukunft: „Ich möchte, dass die Verantwortlichen bei der Feier des 150. Jubiläums sagen, dass wir alles gegeben haben, um die Herausforderungen des Jahrtausends anzupacken.“

Stiftungsserie

21 Stiftungen gibt es laut dem NRW-Innenministerium in Remscheid. Zudem gibt es einige Institutionen, die dort nicht verzeichnet sind. Wie hoch ist das Stiftungskapital? Was ist ihr Zweck? An wen wird ausgeschüttet? Wer steht dahinter? Diesen Fragen geht der Remscheider General-Anzeiger in seiner Serie nach.

Erst kürzlich hat die Evangelische Stiftung Tannenhof hat ein Gebäude der Volksbank am Alten Markt in Wuppertal-Barmen gekauft.

Im Juli löschten Mitarbeiter einen Brand in einem Patientenzimmer des Tannenhofs. Verletzt wurde dabei niemand.

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