Fundstück

Tagebuch aus dem 19. Jahrhundert auf dem Dachboden gefunden

Recherchierte im Stadtarchiv: Im November schreibt Mitarbeiterin Sarah Baldy über einen Dachbodenfund.
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Recherchierte im Stadtarchiv: Im November schreibt Mitarbeiterin Sarah Baldy über einen Dachbodenfund.

Stadtarchiv stellt das „Fundstück des Monats“ vor. Anna Boehms Erinnerungen sind in Halbleder gebunden.

Remscheid. Ab und zu sind es echte Dachbodenfunde, die den Stadtarchivarinnen Viola Meike und Sarah Baldy in die Hände fallen. Das „Fundstück des Monats November“ ist ein solcher. Es überdauerte mehrere Jahrzehnte und einen Weltkrieg auf dem Speicher des Hauses Gewerbeschulstraße 6. Es handelt sich um eine Schwarte, 19 x 25 x 3 Zentimeter groß, dessen brauner Halblederband mit reicher goldfarbener Prägung verziert ist.

Mit seinem Goldschnitt macht das Buch einen kostbaren Eindruck – allerdings handelte es sich – die Stadtarchivarinnen schätzen, es könnte im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts verkauft worden sein – um Massenware. Jeder Monat wird von einer farbigen Aquarell-Illustration der Künstlerin Hermine Stilke (1804 bis 1869) eingeleitet. Es gibt für jeden Kalendertag eine unbeschriebene und mit Jugendstilornamenten eingerahmte Seite zum Selbstausfüllen sowie einen Denkspruch.

Die Besitzerin Anna Boehm vertraute ihrem Tagebuch wenig Persönliches an. Sie notierte in erster Linie Gedenktage, wie Geburts-, Heirats- und Sterbetage ihrer Familienangehörigen. Dies ist aus genealogischer Sicht nicht uninteressant, jedoch lassen sich diese Daten auch aus anderen Quellen ermitteln. „Über ihr Seelenleben, ihre Freundschaften, ihre Sorgen und Nöte erfahren wir bedauerlicherweise nichts“, stellen Meike und Baldy fest.

Dass sie so wenige Ereignisse festhielt, mag daran gelegen haben, dass Anna kein junges Mädchen mehr war, als sie das Buch bekam, sondern eine verheiratete Frau und Mutter. Sie hieß mit Geburtsnamen Anna Dorothea Pleiß und wurde am 13. März 1852 zu Stachelhausen als Tochter des Feilenschmieds Richard Pleiß (1823 bis 1907) und seiner Frau Emma Ibach (1826 bis 1868) geboren. Die Mutter starb, als Anna 15 Jahre war. Kaum volljährig, heiratete sie den aus Sagan in Schlesien stammenden Sägenschmied Karl Gustav Eduard Boehm. -AWe-

Nachlesen: Wer das Fundstück im Wortlaut nachlesen will, kann das auf der Tourismus-Seite der Stadt.

t1p.de/fundstueck-des-monats

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