Livestream des DGB

Tag der Arbeit findet in Remscheid wieder online statt

Die beiden DGB-Vorsitzenden Peter Horn (kl. Foto, oben) und Peter Lange laden für den Tag der Arbeit in die Produktionshalle von C. Grossmann Stahlguss ein – zumindest virtuell. Die 1. Mai findet erneut online statt. Fotos: Tim Oelbermann/ Roland Keusch /Uli Preuss
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Die beiden DGB-Vorsitzenden Peter Horn und Peter Lange laden für den Tag der Arbeit in die Produktionshalle von C. Grossmann Stahlguss ein – zumindest virtuell. Die 1. Mai findet erneut online statt.

Die DGB-Stadtverbände von Remscheid und Solingen planen ein gemeinsames Programm.

Von Sven Schlickowey

DGB-Vorsitzender Peter Lange.

Remscheid. Der Tag der Arbeit wandert ins Internet ab – schon wieder. Wie schon im letzten Jahr müssen die traditionellen Kundgebungen am 1. Mai pandemiebedingt ausfallen, stattdessen plant der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erneut eine Internet-Veranstaltung. Ab 14 Uhr wird aus Berlin gestreamt. Vorher, ab 11 Uhr, steuern die Stadtverbände aus Solingen und Remscheid ein Programm bei.

Geplant sei unter anderem eine Diskussionsrunde mit den beiden Oberbürgermeistern, berichten Peter Horn und Peter Lange, die DGB-Vorsitzenden aus Solingen und Remscheid. Auch den passenden Ort für das Gespräch, das von Henrike Madest moderiert und vorher aufgezeichnet wird, habe man gefunden, sagt Horn: die Produktionshalle der inzwischen insolventen C. Grossmann Stahlguss GmbH, ehemals die älteste Stahlgießerei Deutschlands. „Eine sehr schöne Kulisse, man kann förmlich noch riechen, wie hier Gussteile hergestellt wurden.“

DGB-Vorsitzender Peter Horn.

Die Themen der Gesprächsrunde geben übrigens die Gewerkschaftsmitglieder vor. Die habe man im Vorfeld aufgefordert, Fragen einzureichen, so Horn: „Dabei sind die Themen rumgekommen, die den Menschen unter den Fingern brennen.“ Dazu gehörten zum Beispiel der neue Tarifvertrag der IG Metall, die Impfpriorisierung verschiedener Berufsgruppen und die Zukunft der Innenstädte.

Auch ein musikalischer Beitrag ist geplant. Dafür habe man Marlies Klumpenaar, Klarinettistin bei den Bergischen Symphonikern, gewinnen können, sagt Prof. Jörg Becker vom Verdi-Bezirksvorstand. Sie nehme zusammen mit einem Schlagzeuger eine neue Version des Klassikers Bella Ciao auf. „Durch das Schlagzeug bekommt das einen neuen Drive“, erklärt Becker. Das Stück habe man ganz bewusst ausgewählt: „Die alten Lieder der deutschen Arbeitbewegung klingen ja wie Märsche, das möchten wir heute nicht mehr.“

Dass der 1. Mai durch das Virus fast zwangsweise modernisiert wird, findet Peter Lange vom Remscheider DGB gar nicht so verkehrt: „Die Veranstaltung aufzupeppen, wäre ohnehin mein Ziel gewesen.“ Dauerhaft ganz auf Präsenzveranstaltungen verzichten, will er aber auch nicht: „Unser traditionelles Kulturfest ist ein tolles Zeichen nach außen, das wir gerade jetzt in diesen Zeiten dringend brauchen.“ Entsprechend werde man, wenn es geht, im kommenden Jahr wieder in der Innenstadt unterwegs sein: „Einen Rest Tradition sollten wir uns bewahren.“

Sorge, dass dann nach zwei Jahren ohne Kundgebung zum Tag der Arbeit weniger Teilnehmer kommen könnten, hat sein Solinger Amtskollege Peter Horn nicht: „Der 1. Mai funktioniert von allein.“ Viele Kolleginnen und Kollegen würden geradezu darauf warten, wieder auf die Straße gehen zu können, hat Peter Lange beobachten: „Da gibt es vielleicht auch einen gewissen Hunger.“

In diesem Jahr habe man diesen Hunger aber noch einmal hinten angestellt, sagt Peter Horn: „Wir haben die Mitglieder ja gefragt, was sie wollen.“ Zur Debatte habe zum Beispiel ein Autokorso gestanden, wie er in Mönchengladbach geplant sei, oder auch eine Veranstaltung im Autokino wie in Düsseldorf. „Aber die Mitglieder wollten mehrheitlich nicht auf die Straße, weil die Gesundheit vorgeht.“

Dafür sei die Online-Veranstaltung eine brauchbare Alternative, mit der man auch viele Menschen erreichen könne, meint Horn – und verweist als Beispiel auf eine Diskussion, die der DGB in Solingen im Vorfeld der Kommunalwahl organisiert hatte. Mehr als 700 Menschen hätten sich das Video bisher angeschaut, so Horn: „So viele wären zu einer Podiumsdiskussion vermutlich nicht gekommen.“

Hintergrund

Das komplette Solinger und Remscheider Programm für den Tag der Arbeit wird im Vorfeld aufgezeichnet und am 1. Mai ab 11 Uhr online zur Verfügung gestellt. Zu finden ist das Video dann auf die Plattform Youtube, die beiden DGB-Stadtverbände teilen Links und Video aber auch über die sozialen Medien. Um 14 Uhr beginnt der bundesweite Livestream des DGB, der unter anderem über dessen Internetseite angesehen werden kann.

www.dgb.de

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