RGA-Wohltätigkeitsaktion Helft uns helfen

Tafel versorgt in Remscheid immer mehr Menschen

Ehrenamtliche betreuen die acht Ausgabestellen.
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Ehrenamtliche betreuen die acht Ausgabestellen.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Der Verein muss wegen gestiegener Nachfrage Obst und Gemüse zukaufen – Helft uns helfen unterstützt deshalb in diesem Jahr die Tafel in Remscheid.

Remscheid. Da ist die alleinerziehende Mutter, die sich gemeinsam mit ihrer Kleinen in Crocs und Pudelmütze an den frischen Tomaten erfreut. Da ist die Seniorin mit dem Rollator, die Kartoffeln, Brot und Wurst gut gebrauchen kann, um die Woche zu überstehen. Und da ist der junge Mann in Sportkleidung, der seine beiden Söhne ernähren muss. Sie alle sind Kunden bei der Remscheider Tafel e.V. Der Verein sichert die Ernährung derjenigen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen – und es werden immer mehr. Der RGA möchte den Verein unterstützen – als eines der beiden auserwählten Helft-uns-helfen-Projekte 2022. Und Sie, liebe Leserinnen und Leser, können uns dabei helfen. Wir geben einen Überblick.

Die Lage: Im April/Mai gab es einen Schub für die Remscheider Tafel – als die Geflüchteten aus der Ukraine in Remscheid ankamen. „Wir haben in Absprache mit der Stadt die Geflüchteten sehr schnell ins System reingelassen“, sagt Frank vom Scheidt, Vorsitzender der Remscheider Tafel. Seitdem hat der Verein 30 Prozent mehr Kunden. „Das ist eine erhebliche Steigerung.“ Weiteres Problem: „Wir merken, dass Lebensmittelmärkte besser kalkulieren und weniger für uns übrigbleibt.“ Zudem verkaufe Lidl nun beispielsweise seine eigenen „Ich bin noch gut“-Tüten. Konsequenz: Die Tafel muss frisches Obst und Gemüse auf dem Großmarkt zukaufen. Monatlich liegen die Kosten hierfür bei 3000 Euro, macht im Jahr allein 36 000 Euro. Frank vom Scheidt macht es deutlich: „Wenn die Zahlen 2023 weiter steigen sollten wegen der Inflation und den gestiegenen Energiekosten, dann wären wir am Limit.“ Eine größere Spende im Rahmen von Helft uns helfen sei da Gold wert – denn so könnte die Tafel auch weiter frisches Obst und Gemüse zukaufen. Und damit die Grundversorgung von bedürftigen Remscheiderinnen und Remscheidern sicherstellen. Nur mit finanzieller Unterstützung sei das auch nach Januar/Februar noch möglich, betont der Vorsitzende. Der Vorstand rechnet mit vielen weiteren neuen Kunden.

„Helft uns helfen“ Remscheid

Die Kunden: Etwa 750 Köpfe – Alleinstehende, Senioren, viele Familien mit Kindern. Jeder Kunde erhält nach der Prüfung seiner Bedürftigkeit einen Ausweis von der Tafel. Hierüber können die ehrenamtlichen Mitarbeiter bei einer der Ausgabestellen auf einen Blick sehen, wie viele Personen versorgt werden müssen – danach richtet sich die Abgabemenge. Die Einkommensgrenze für einen Neukunden bei der Tafel liegt bei 1250 Euro für eine alleinstehende Person – das betrifft also auch Niedriglöhner, Senioren mit kleiner Rente, Erkrankte, Flüchtlinge. „Quer durch die Gesellschaft“, nennt es Ulrich Dettmar.

Ausgabestellen: Es gibt acht Ausgabestellen stadtweit. Allein zwei Mal die Woche in der Wülfingstraße 1 in Lennep. Zudem in einem Gartenheim in Hackenberg, an der Wilhelmstraße, im CVJM-Heim in Lüttringhausen, im Kultshock an der Stockder Straße, in der Versöhnungskirche im Südbezirk. Die Ausgabe im Vaßbendersaal in Alt-Remscheid ist die größte. Alle Stellen seien gut erreichbar. „Wir haben an jedem Werktag in der Woche geöffnet. 50 Wochen im Jahr, 5 Tage die Woche. Wir haben nur zwei Wochen über Weihnachten zu, damit die Ehrenamtlichen auch einmal eine Pause bekommen“, betont vom Scheidt. Hier können die Kunden alles von Brot über Gemüse und Obst bis hin zu Milch, Käse und auch mal Wurst bekommen. Ab und zu sind sogar Blumen oder Hygieneartikel dabei, das ist aber die Ausnahme. Diese werden extra gespendet. „Wir sind wie ein kleiner Edeka“, sagt Dettmar. Erwachsene Tafelkunden zahlen 3 Euro pro Person, Kinder sind frei. Dafür gibt es eine bunte Tüte mit allem, was man für die Woche benötigt. Diese Einnahmen seien wichtig für die Tafel – sie machten etwa 30 000 Euro im Jahr aus.

Der Verein: Die Remscheider Tafel gibt es bereits seit 25 Jahren. Dafür gab es dieses Jahr auch eine Urkunde von der Bundes-Tafel.

Team: Die Remscheider Tafel ist ein Betrieb mit drei Beschäftigten, erklärt Frank vom Scheidt. Hinzu kommen ehrenamtliche Fahrer und 1,50-Kräfte vom Jobcenter sowie weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer.

Der Ablauf:Morgens fahren die Fahrer auf Rundtour durch über 30 Geschäfte in Remscheid und dem Umland und sammeln gut erhaltene Lebensmittel ein, teilweise sogar in Bio-Qualität, die die Geschäfte nicht mehr verkaufen möchten – oder bewusst der Tafel spenden. Rewe, Lidl, Aldi, Netto machen mit. Regelmäßiger Nudel-Spender ist auch Steinhaus. Evertzberg, Dopheide, Beckmann, SB-Bäcker entlang der Allee, türkische Bäckereien machen mit. Die Waren werden dann zu den Ausgabestellen gebracht, von den Ehrenamtlern sortiert und ausgegeben. Was übrigbleiben sollte, geht ins eigene Kühlhaus. Manchmal gibt es Sonderspenden. Die Tafel kooperiert auch mit der Caritas und dem Frauenhaus: Sie dürfen sich etwas für Bedürftige abholen kommen.

www.tafelremscheid.de

Diese Leserinnen und Leser haben bereits sagenhafte 11 231 Euro gespendet (Stand: Donnerstagnachmittag, aber es werden täglich mehr), wofür wir uns ganz herzlich bedanken: Andrea Scherkenbach, Gisela Pfaff, Iris Bornmann, Walter Dannheuser, Dr. Bernd und Iris Kuznik, Paul Köber, Hans Werner Kind, Katja Halbach-Engelhard, Sabine und Rainer Räck, Gerda Birkenstock, Bettina Wirths, Herbert und Erika Hildebrandt, Volker Wagner und Claudia Pahl-Wagner, Rolf und Anneliese Schneider, Angelika und Klaus Fabian, Martin und Brigitte Halbach, Edmund und Marita Bloch, Silke Piesker, Dr. Uwe Junker, Klaus Peter und Angelika Pfau, Dirk Alfred und Corinna Schumacher, Brigitte Bauzat, Walter Boecker, Rolf und Heike Unterbörsch, Hermann Lutgen, Monika Anastasia Handeler, Werner Uwe und Helga Peters, Heinrich und Gerlinde Gebauer, Angela und Jens-Uwe Standhaft, Ernst Dieter Bohm, Norbert und Marita Linnenberg, Inge und Horst Koonen, Silvia und Heinz-Jürgen Broschat, Renate Maashoff, Friedrich und Ilse Kotthaus, Ursula Weber, Karin Schmitz, Barbara Himmelrath, Wolfgang Rudolf Grosser, Katja Neumann-Krause, Ursula Zingler, Karl Willi Steinheuser und Petra Paul-Steinheuser, Christel Neuking, D. und K. Timm, Michael G. Seulen, Ingrid Maria Elisabeth Stock, Bernd und Hendrica Schützeberg. Danke auch an alle anonymen Spender!

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