Vertragsverlängerung

Symphoniker stellen Weichen für die Zukunft

Auf die kommende Spielzeit der Bergischen Symphoniker im ruhigen Fahrwasser freuen sich Generalmusikdirektor Daniel Huppert (von links), Orchester-Geschäftsführer Stefan Schreiner, OB Burkhard Mast-Weisz und OB Tim Kurzbach. Foto: Tim Oelbermann
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Auf die kommende Spielzeit der Bergischen Symphoniker im ruhigen Fahrwasser freuen sich Generalmusikdirektor Daniel Huppert (von links), Orchester-Geschäftsführer Stefan Schreiner, OB Burkhard Mast-Weisz und OB Tim Kurzbach.

Geschäftsführer Schreiner und Generalmusikdirektor Huppert erhalten Assistenz.

Von Philipp Müller

Remscheid/Solingen. Mit seiner Unterschrift besiegelte Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) die Vertragsverlängerung für Stefan Schreiner. Er ist der Geschäftsführer der GmbH, in dem die Bergischen Symphoniker organisiert sind. Schreiner dankte und versprach, das in ihn gesetzte Vertrauen zurückzuzahlen. „Die Symphoniker sind meine Herzensangelegenheit.“ Schreiner arbeitet seit 25 Jahren für und mit dem Orchester der Städte Remscheid und Solingen.

Tatsächlich sollte es zum 1. September ein großes Fest zum 25-jährigen Jubiläum des Orchesters geben. Corona verhinderte das. Doch Mast-Weisz und sein Solinger Kollege OB Tim Kurzbach (SPD) hatten auch so Grund, auf eine positive Entwicklung zurückzuschauen. „Mit der Bestandsgarantie bis 2029 haben wir den Druck vom Orchester genommen“, erklärte Kurzbach. Dabei habe sich die gute Zusammenarbeit der Städte ausgezahlt.

Schreiner bestätigte dies und sagte, jetzt könne man sich endlich auf die eigentliche Arbeit konzentrieren, Musik zu machen – und müsse nicht dauernd finanzielle Löcher stopfen. Daher sei er auch froh, dass die Gesellschafterversammlung, in ihr sitzen die beiden Städte, vertreten durch die Oberbürgermeister, seinem Wunsch nach einer zusätzlichen Stelle für die Verwaltung entsprochen hätte.

Am Freitag liefen dazu Bewerbungsgespräche. Gesucht ist eine Person, die als Assistenz sowohl Schreiner als auch Generalmusikdirektor (GMD) Daniel Huppert zuarbeitet und sich um mehr Öffentlichkeitsarbeit für die Bergischen Symphoniker kümmert.

„Daniel Huppert macht richtig Spaß.“

Burkhard Mast-Weisz, OB Remscheid

Trotzdem durchleidet das Orchester schwere Zeiten. Im Mai und Juni sei Kurzarbeit angesetzt gewesen, berichtete Schreiner. Nach den Betriebsferien im Juli habe das weiter gegolten. Zu 80 Prozent sei Kurzarbeit mit dem Betriebsrat vereinbart worden. Jedoch ab kommenden Dienstag würde die Probenarbeit beginnen, dann ende die Kurzarbeit. Sie soll aber ab dem 1. September weiter möglich sein.

Den Hintergrund erklärte GMD Huppert. Durch die Auflagen durch Corona könne das Orchester nicht komplett spielen. Doch trotzdem werde der Zuhörer Klassik auf höchstem Niveau erhalten, versprach er. Es werde auch Angebote wie On Fire geben. Es sei gut möglich, das Programm umzubauen. Kurzbach dankte Huppert: „Wir haben bundesweit einen der besten GMD gefunden.“

Auch Mast-Weisz war voll des Lobes für Huppert, der jetzt in seine zweite Saison geht: „Daniel Huppert macht richtig Spaß.“ Die beiden Oberbürgermeister erklärten auch, dass sie die Kultureinrichtungen in ihren Städten erhalten wollen, da sei man sich einig. Corona-Auflagen machten das aber nicht gerade leicht. Doch Burkhard Mast-Weisz führte als Argument an: „Was jetzt kaputtgeht, bekommt man nicht mehr heile.“ Daher sei er froh, dass das Solinger Theater und Konzerthaus und das Remscheider Teo Otto Theater auch hinter den Kulissen sehr gut mit einander kooperierten.

Das ist auch die Linie von Kurzbach: „Wir stehen zu unseren Kultureinrichtungen.“ Er vertiefte das am Beispiel der Symphoniker. Die seien mehr als ein Orchester. Er zählte die Freunde und Förderer auf, nannte den Chor und die Stiftung. Dafür wolle er gerne arbeiten, sagte Stefan Schreiner. Es sei nicht überzogen, ausgerechnet jetzt eine neue Stelle zu schaffen. Mit dann vier Kräften würden 160 Veranstaltungen der Symphoniker im Jahr gestemmt.

Der im Juni vorgestellte Spielplan umfasst alles das, was man von den Bergischen Symphonikern – ganz unabhängig von der Corona-Pandemie – erwartet. Das bietet die neue Spielzeit der Symphoniker.

Hintergrund

Geschichte: Die Bergischen Symphoniker entstanden 1995 durch die Vereinigung der 1925 gegründeten Remscheider Symphoniker und des 1939 gegründeten Symphonieorchesters der Stadt Solingen.

Organisation: Das Orchester ist als GmbH eine gemeinsame Gesellschaft der Städte Remscheid und Solingen. Sie tragen den mehr als vier Millionen Euro großen Etat zu gleichen Teilen. Die GmbH wird aber auch vom Land NRW mitfinanziert, erzielt Erlöse durch Auftritte.

Standpunkt: Orchester blickt voraus

Von Philipp Müller

redaktion@rga-online.de

Mit dem neuen, jungen Generalmusikdirektor Daniel Huppert und dem erfahrenen Geschäftsführer Stefan Schreiner sehen die Bergischen Symphoniker gelassen der Zukunft entgegen - trotz der Corona-Pandemie. Die beiden Stadtoberhäupter Tim Kurzbach und Burkhard Mast-Weisz stehen fest zum Orchester und der sie tragenden GmbH. Auch wenn das 25-jährige Jubiläum nicht ausgiebig gefeiert werden kann, ist doch eine Zäsur erkennbar. Die Bestandsgarantie tut dem Orchester gut. Es wird oft angemietet, gehört zu den am besten beschäftigten Orchestern in Deutschland. Das ist durchaus eine Erfolgsgeschichte.

In der Verwaltung jetzt mit einer weiteren Kraft dem musikalischen und zugleich auch dem wirtschaftlichen Leiter des Orchesters mehr Freiraum zu verschaffen, ist sicher richtig. Spätestens wenn die Corona-Pandemie vorbei oder im Griff ist, wird das Orchester sich deutlich schlagkräftiger zeigen. Flexibel sind sie, das belegt Huppert mit seinem Händchen, jetzt das Programm so anzupassen, dass höchste Qualität und Corona-Schutz harmonieren.

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