Konzert

Symphoniker starten schwungvoll in die Spielzeit

Die Bergischen Symphoniker starteten mit einem fulminanten Auftaktkonzert in die Spielzeit. Auch die Masken fehlten coronakonform nicht.
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Die Bergischen Symphoniker starteten mit einem fulminanten Auftaktkonzert in die Spielzeit. Auch die Masken fehlten coronakonform nicht.
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Schostakowitsch und Beethoven zum Auftakt: 200 Gäste im Teo Otto Theater waren begeistert – Garderobe geöffnet, Getränke gibt es in Flaschen

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Sie hielten, was sie versprochen hatten: Energiegeladen und optimistisch starteten die Bergischen Symphoniker am Mittwochabend im Teo Otto Theater in die neue Saison 2020/2021, die gleichzeitig ihre Jubiläumsspielzeit darstellt. Denn seit 25 Jahren begeistern die Orchestermusiker der Städte Remscheid und Solingen bereits ihre Zuhörer. So auch die 200 Gäste, die sich nach dem 1. Philharmonischen Konzert unter dem Titel „Mit Humor und Kraft“ mit stehenden Ovationen und anhaltendem Applaus bedankten.

Bereits am Eingang wurden die Zuhörer, die natürlich alle einen Mund-Nasen-Schutz trugen, verwöhnt: Die Blechbläser spielten von der Theater-Dachterrasse. Es gab nur noch einzelne Restkarten – das Theater darf wegen der Corona-Schutzregeln nur 210 Gäste einlassen. Dafür erhalten diese jedoch ordentlich Beinfreiheit, weil Sitzreihen ausgebaut wurden, sowie ein Freigetränk in einer Plastikflasche. Auch die Garderobe auf der linken Seite ist wieder geöffnet.

Weil das „1. Philharmonische“ traditionell die Spielzeit im Teo Otto Theater eröffnet, begrüßte der künstlerische Leiter Sven Graf die Gäste. In Hinblick auf Corona fragte er sie: „Fühlen Sie sich hier bei uns sicher?“ Es folgte ein einhelliges Ja. „Dann werden wir auch alles dafür tun, dass das so bleibt.“

Mit dem Konzert für Klavier, Trompete und Streicher Nr. 1 in c-Moll von Dimitri Schostakowitsch legten die Symphoniker einen kraftvollen Start hin. Geschickt hatte der Komponist, der eigentlich Pianist werden wollte, aber beim Chopin-Wettbewerb 1927 scheiterte, verschiedene Stilrichtungen zusammengefügt: russische Romantik, Neoklassik, auch humoristische Elemente, die an den Zirkus erinnern. Bei diesem Kaleidoskop an Klängen ging es nie so weiter, wie man es zunächst erahnt hatte – das 1933 komponierte Werk verlangte Orchester und Solistin daher einiges ab. Die kroatisch-italienische Pianistin Martina Filjak, passend im langen Blumenkleid, schlug mal leidenschaftlich-kräftige Töne an, mal zaghafte – ihr Spiel hatte etwas Poetisches.

Bei „Beethovens Siebter“ konnte das Orchester glänzen

Im Lento ließen die Streicher ihre zerbrechliche Seite erklingen. Orchester und Solistin wechselten sich kongenial ab, ehe man im Allegro con brio gemeinsam zum Marsch aufbrach und voller Energie einen feurigen Schlusspunkt hinter den Schostakowitsch setzte.

Schwungvoll ging es nach dem kurzen Besetzungswechsel auf der Bühne weiter: Bei Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 7 in A-Dur, neben der 5. und 9. Symphonie eines seiner bekanntesten Werke, strotzte das Orchester vor Energie – und das durch alle vier Sätze. Während das Vivace und das Allegretto vom Rhythmus geprägt waren, bildete das Presto einen lebhaften Kontrast. Hier sowie im anschließenden stürmischen Allegro con brio konnten die Musiker samt Solo-Trompeter Ferenc Mausz noch einmal zeigen, was in ihnen steckt: jede Menge Kraft.

Die Bravo-Rufe und stehenden Ovationen der 200 Gäste hatten sich die Symphoniker daher redlich verdient: Das Publikum war restlos begeistert.

Das nächste Konzert: Das 2. Philharmonische Konzert erklingt am Mittwoch, 30. September, um 19.30 Uhr im Teo Otto Theater. Unter dem Titel „Zu später Stunde“ präsentiert das Orchester Luigi Dallapiccolas „Kleine Nachtmusik“, Maurice Ravels Konzert für Klavier und Orchester in G-Dur und Franz Schuberts Symphonie Nr. 6 in C-Dur. Solist Fabio Martino unterstützt am Klavier. Die Leitung hat dieses Mal Kevin John Edusei.

Einführungsvortrag: Ab sofort findet der Einführungsvortrag von Katherina Knees wieder um 18.45 Uhr im oberen Bereich des Theaters statt – allerdings nicht im Ex-Raucherfoyer, sondern im großen Foyer oben.

Karten: Eintrittskarten für 28 Euro gibt es an der Theaterkasse, unter Tel. 16 26 50 oder online.

theaterticket.remscheid.de

Mein Tipp: Ein virtueller Ausflug auf die neue Internetseite der Symphoniker lohnt sich – sie ist komplett überarbeitet worden:

bergischesymphoniker.de

„On Fire!“

Zusatztermin: Weil das erste „On-Fire!“-Konzert der Saison am Samstag, 17. Oktober, um 19.30 Uhr rasend schnell ausverkauft war, bieten Orchester und Theater einen Zusatztermin an: am selben Tag um 16 Uhr. Bei der Musicalgala lässt Ausnahmesänger David Jakobs Töne wie Feuerfunken sprühen. Jakobs singt die größten Hauptrollen an führenden Musicalhäusern. An seiner Seite wird eine ebenso charismatische Sängerin auftreten, umrahmt vom Orchester. Karten für 29 Euro gibt an der Theaterkasse, unter Tel. 16 26 50 oder online.

theaterticket.remscheid.de

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