Frisch restauriert

St. Suitbertus: Krippe im neuen Gewand

Laura Winkler nähte aus alten Stoffen neue Kleider für die Krippenfiguren in St. Suitbertus. Bis Dienstag bleibt die Krippe stehen. Foto: Roland Keusch
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Laura Winkler nähte aus alten Stoffen neue Kleider für die Krippenfiguren in St. Suitbertus. Bis Dienstag bleibt die Krippe stehen.

Figuren wurden restauriert und neu eingekleidet.

Von Melissa Wienzek

Pünktlich zum Dreikönigsfest strahlte die frisch restaurierte Krippe in St. Suitbertus mit dem Stern von Betlehem um die Wette: Nachdem die Holzfiguren aus den 60er Jahren bei einem Fachmann für einen vierstelligen Betrag aufgearbeitet wurden, erhielten sie nun auch neue Kleider. Ehrenamtlerin Laura Winkler (38), Tochter von Diakon Heinz Braun, nähte daheim für jede Figur ein neues Gewand. Das Besondere: Es handelt sich um recycelte Stoffe. Melchiors Mantel war beispielsweise einst ein flauschiges Kissen. Mit einer Brosche verziert, wirkt sein Gewand nun sehr edel. Der ockerfarbene Mantel, den einer der Hirten trägt, gehörte einst Laura Winklers Mutter. Auch alte Bettlaken wurden umfunktioniert. „Ich habe so viele Stoffe zu Hause, da ich für mein Leben gern nähe“, erzählt die Remscheiderin. Während der Einkleidungsphase hatte sie alle Figuren bei sich zu Hause. „Ich musste eine Beziehung zu ihnen aufbauen. Sie sind mir mit der Zeit richtig vertraut geworden.“

Ihr Glück: Die Gelenke der Krippenfiguren sind biegsam. Die Hobby-Näherin musste dennoch behutsam mit ihren Schützlingen umgehen. Schließlich waren sie gerade erst restauriert worden. „Über die Jahre hatten die Figuren gelitten. Wir sind froh, dass sie auch dank der Förderung durch die Erzdiözese wieder hergerichtet werden konnten“, freut sich Stadtdechant Monsignore Thomas Kaster. Auf einer sechs Meter breiten Fläche lässt sich nun die biblische Szene von Christi Geburt nachverfolgen. Dabei wurde an jedes Detail gedacht: Moos auf dem Boden, Heu im Stall, eine Umrandung mit Holzplanken, ein Foto von grasenden Schafen an der Stallwand, sogar eine kleine plätschernde Wasserstelle gibt es. Und über allem strahlt hell der Stern von Betlehem. „Er war für alle Gruppen wichtig: für die Hirten wie für die Weisen“, erklärt Diakon Heinz Braun. „Die Krippe zeugt von der Idee, die dunkle Zeit zu erleuchten.“

Der Engel verkündet mit weit geöffneten Armen auf dem Stalldach: Kommet und sehet, ein Wunder ist geschehen. „Er ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde“, sagt Braun. Die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verkörpern Vertreter der damaligen drei Erdteile. Zuletzt gab es Diskussionen, warum Caspar heutzutage noch mit einem geschwärzten Gesicht dargestellt werde, Kritiker empfinden dies als rassistisch. „Genau das Gegenteil ist der Fall“, betont Monsignore Kaster. „Denn egal, wo wir herkommen, an der Krippe sind wir alle willkommen und alle gleich.“

Die erste Krippe gehe übrigens auf den Heiligen Franziskus zurück, erklärt Kaster. „Es geht darum, sichtbar zu machen, was wir feiern: die Menschwerdung Gottes. Er hat selbst gelebt und ist gestorben, er beurteilt unser Leben nicht von oben herab.“

Zu sehen ist die Krippe in St. Suitbertus noch bis Dienstag während der Gottesdienstzeiten, aber auch darüber hinaus.

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