Unwetter

Sturmtief „Zeynep“: Feuerwehr rückt 73 Mal aus

An der Wallstraße in Lennep waren mehrere Bäume auf die Stadtmauer und das Bunkergebäude gestürzt. Foto: Roland Keusch
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An der Wallstraße in Lennep waren mehrere Bäume auf die Stadtmauer und das Bunkergebäude gestürzt.

Personen kamen nicht zu Schaden – Wälder sollten gemieden werden – Versicherungsexperte klärt auf.

Die Feuerwehr Remscheid zieht nach dem Sturm Bilanz: Mehrere Tage war „Zeynep“ über das Bergische hinweggefegt und hatte die Einsatzkräfte in Atem gehalten. Während es am gestrigen Sonntag eher ruhig war und laut der Feuerwehr-Leitstelle „nur einzelne Dachpfannen querhingen“, hatten die Einsatzkräfte am Samstag und Freitagabend noch alle Hände voll zu tun. Die Feuerwehr rückte 73 Mal, Stand: Sonntagnachmittag, wegen „Zeynep“ aus. Und auch für heute sind wieder Sturmböen von bis zu 8 oder 9 Beaufort angesagt. Wald und Holz NRW warnt zudem dringend davor, die Wälder nach den Stürmen zu betreten. Die Gefahr, durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste verletzt oder getötet zu werden, besteht weiter.

Bereits am Freitag fegte der Orkan in zwei Wellen über Remscheid hinweg. Die am Abend hinterließ deutlich mehr Schäden: Mehrere Bäume stürzten um und blockierten Straßen und Schienen. An Häusern wurden Dächer beschädigt. Dachpfannen hatten sich gelöst und stürzten in Verkehrsbereiche, so auch am Thüringsberg. Im Jägerwald stürzte ein Baum auf eine Stromleitung und führte zu einem Kurzschluss mit Folgebrand am Mast. Auf der Autobahn 1 fuhren zwei Lkw in die Spitze einer umgestürzten Fichte, welche in die Fahrbahn ragte. In Büchen stürzte ein Baum auf die Bahnschienen und führte zu einer Streckensperrung der Bahn. An der Arnoldstraße lösten sich große Teile der Dacheindeckung bei einem Flachdach eines Mehrfamilienhauses. An der Wallstraße in Lennep waren mehrere Bäume auf die Stadtmauer und das Bunkergebäude gestürzt. Der Bereich bleibt gesperrt, ebenso wie der Durchgang im Rosengarten des Hardtparks zwischen Wupperstraße und Spielberggasse.

Züge der S 7 verkehrten mit reduziertem Tempo

Neben der Berufsfeuerwehr waren alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz. Am Freitagabend beruhigte sich die Witterungslage relativ schnell, so dass gegen 21 Uhr die unwetterbedingten Einsätze abgeschlossen werden konnten. Verschnaufen konnten die Retter jedoch nicht: Zwei Fehlauslösungen der Brandmeldeanlage in Gebäuden der Stiftung Tannenhof sowie mehrere Unfälle hatten zu weiteren Einsätzen geführt. Auch der Rettungsdienst war mit 55 Einsätzen stark ausgelastet, 15 Mal wurde der Notarzt eingesetzt. Dies stand aber nicht in Zusammenhang mit „Zeynep“.

Im Laufe des Samstages schwoll der Wind dann wieder an – und die Feuerwehr musste zu weiteren neun Einsätzen im Stadtgebiet ausrücken. Lose Dachteile, umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste gefährdeten Verkehrsbereiche und mussten beseitigt werden. Vermehrt war der Einsatz der Drehleitern erforderlich. Menschen kamen jedoch glücklicherweise nicht zu Schaden.

Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid

Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid
Orkantief Zeynep fegt durch Remscheid © Roland Keusch

Auch der Bahnverkehr war weiter stark eingeschränkt. Die Züge der S 7 verkehrten am Wochenende mit reduzierter Geschwindigkeit. Somit war mit höheren Verspätungen und Teilausfällen zu rechnen. In Richtung Solingen Hbf war teilweise kein Zugverkehr möglich. Daher wurde ein Busnotverkehr eingerichtet.

Auch bei Arndt Köhler häuften sich am Wochenende die Schadensmeldungen. Er ist Vorsitzender des Remscheider Bezirks des Bundesverbands Deutscher Versicherungskaufleute und führt eine Allianz-Generalvertretung an der Königstraße. „Eine Kaminplatte ist weggeflogen und hat das Fenster des Nachbarhauses beschädigt, ein Gewächshaus wurde durch umherfliegende Äste zerstört, ein Baum in Reinshagen kippte auf das Nachbargrundstück und zerstörte den Zaun“, nannte er als Beispiele.

Aber wer kommt nun für meine Sturmschäden auf? „Es gibt unterschiedliche Bereiche“, erklärt Köhler. Bei Schäden am Haus greife die Wohngebäudeversicherung. Wenn zum Beispiel das Dach infolge des Sturms abgedeckt werde. Dringe dann noch Regenwasser ein und beschädige das Sofa, komme zusätzlich die Hausratversicherung ins Spiel. Dritter Bereich sei das Auto. „Wenn dieses beispielsweise unter einem Baum steht, ein Ast fällt drauf und beschädigt es, deckt die Teilkaskoversicherung den Schaden ab.“ Wer nur eine Haftpflicht für seinen Wagen habe, habe schlechte Karten.

Wer unsicher ist, welche Versicherung bei den Sturmschäden greift, kann sich bei Köhler beraten lassen. wi/mw/lho

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