Bergische Symphoniker

Stürmischer Applaus erschallt am Sonntagvormittag

Das Streichquintett der Symphoniker spielte Kammermusik vor 50 Zuhörern im Teo Otto Theater

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Beim letzten Kammerkonzert der Spielzeit traten die Bergischen Symphoniker den Beweis an, dass das Streichquintett mehr ist als ein erweitertes Quartett. Darauf vertraute schon Mozart, der eine vielschichtig reiche Klangfülle anstrebte und deshalb der Standardbesetzung Violinen-Viola-Cello eine 2. Viola hinzufügte. Mozarts Streichquintette seien aber anfangs nicht gut angekommen, erzählte Cellist Christian Kircher, der das Kammerkonzert moderierte. „Zu lang, zu schwer“ fanden die Zeitgenossen die drei Quintette, deren Noten der Komponist 1788 zum Kauf anbot. Dass sich der Erfolg doch noch einstellte, lag nicht zuletzt an Aufführungen in den Wiener Salons, an denen Mozart selbst beteiligt war.

Sein C-Dur-Quintett hatten sich Kircher, Martin Haunhorst (1. Violine), Shino Nakai (2. Violine), Johanna Seffen (1. Viola) und Odysseas Lavaris (2. Viola) für ihr Programm ausgesucht. Beim Auftakt tauschten Cello und 1. Geige lyrische Töne aus, während die Mittelstimmen einen pochenden Rhythmus lieferten. Es folgten dramatische Klangballungen, die mehr an eine Symphonie denn an Kammermusik denken ließen. Im „Menuetto“ sponnen die Geigen einen dichten kontrapunktischen Satz, der in einem entspannten Tänzchen mündete. Sanglich kam das „Andante“ daher, bei dem Seffens Bratsche ihren großen Auftritt hatte und sich mit der 1. Geige ein inniger Dialog entwickelte. An der feinen thematischen Arbeit des Finalsatzes waren wiederum alle Stimmen beteiligt.

Gefallen fanden die 50 Zuhörer auch an Brahms’ Streichquintett in G-Dur. 1890 in der „Sommerfrische“ entstanden, gehört es zu seinen letzten Kompositionen. Die Abgeklärtheit des Spätwerks ist deutlich spürbar, und das symphonische Denken von Brahms kommt wiederholt zum Ausdruck. Ein erstes Highlight war Kirchers Solo, das sich von der tiefen Lage bis in extreme Höhe hinaufschwang. Im Tutti wiegten sich Kircher und seine Kollegen in zarten Walzerklängen. Im „Andante“ ging es von Wien weiter nach Süden − mit Mollklängen im Stil ungarischer Musik. Im „Allegretto“ spielten sich Geigen und Bratschen ein einfaches tänzerisches Thema zu, drehten und wendeten es. Den Einstieg in den letzten Satz markierten die Bratschen. Die Geigen kamen hinzu, steigerten die Spannung und leiteten über zu einer energiegeladenen Hommage an den ungarischen Csárdás − stürmischer Applaus vom Publikum.

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