Bühne

Stück besticht durch Wortwitz und Humor

Das Ensemble um Schauspieler Jürgen Tarrach spielte fabelhaft.
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Das Ensemble um Schauspieler Jürgen Tarrach spielte fabelhaft.

„Fehler im System“ im Teo Otto Theater.

Von Peter Klohs

Das Klonen von Menschen ist in naher Zukunft nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht. Aber das ist nur eines der aktuellen Themen, denen sich das Theaterstück „Fehler im System“ auf unterhaltsame, ja humorvolle Weise widmet. Am Dienstagabend führte das Schlossparktheater aus der Hauptstadt das Vier-Personen-Theaterstück des Berliner Autors Folke Braband im Teo Otto Theater auf. Zu den Darstellern auf der Bühne Jürgen Tarrach.

Zur Handlung: Emma, eine junge Frau, hat ihren Freund Oliver, einen nicht sehr hellen Macho-Typ mit andauernden Anmach-Sprüchen, endlich an die Luft gesetzt und durch einen Roboter ersetzt. Oliver 4.0, wie er sich nennt, nervt zum Anfang durch permanente Wiederholungen und zahlreiche Missverständnisse, bis sich herausstellt, dass der Oliver-Prototyp 4.0 so etwas wie Gefühle entwickln kann. Emmas Vater Lea, der von Jürgen Tarrach dargestellt wird, findet den Clone-Roboter „süß“. Lea ist mitten in einer Geschlechtsumwandlung, hat sich schon immer mehr als Frau verstanden und sieht einer glänzenden Zukunft entgegen. Ein Mitarbeiter der Roboter-Firma (Guido Hammesfahr) bringt zusätzlich Unruhe und Verwirrung in die Geschichte. Und natürlich taucht der „echte“ Oliver wieder auf, was zu köstlichen Verwechselungen führt. Als Komödie konzipiert besticht das Stück durch eine enorme Bandbreite an Humor zwischen Wortwitzen, Slapstick und Running Gags. Ein Beispiel: Emma hat genug von den pausenlosen Plaudereien von Oliver 4.0 und schreit ihn an: Stop! Finish!“ Woraufhin der Roboter ihr auf Finnisch antwortet.

Ensemble gelingt es, nicht in Klamauk abzugleiten

Natürlich verliebt sich der „neue“ Oliver in Emma, was weitere Komplikationen auslöst. Bemerkenswerterweise endet „Fehler im System“ nicht im üblichen Happy End.

Es ist schwierig, aktuelle Themen wie künstliche Intelligenz, Geschlechtsidentität und die Daseinsberechtigung von Machos in einer Komödie zu verarbeiten, ohne in den Klamauk abzugleiten. Dass es „Fehler im System“ durchaus gelingt, ist auch dem fabelhaften Ensemble zu verdanken, das neben Tarrach und Hammesfahr aus Jantje Bilker (Emma) und Tommaso Cacciapuoti besteht, der die Doppelrolle des „echten“ und des „neuen“ Oliver mehr als virtuos gestaltet. 250 Besucher dankten mit langanhaltendem Beifall.

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