Corona-Krise

Studierende und Dozenten müssen kreativ denken

In sechs Wochen stehen für ihn die Prüfungen an: Patrick Viehl nimmt zurzeit an Online-Vorlesungen im Studienfach Produktionstechnik teil. Alles läuft derzeit digital - online statt persönlicher Präsenz. Foto: Viehl
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In sechs Wochen stehen für ihn die Prüfungen an: Patrick Viehl nimmt zurzeit an Online-Vorlesungen im Studienfach Produktionstechnik teil. Alles läuft derzeit digital - online statt persönlicher Präsenz.

Studium in Remscheid und Wuppertal unter erschwerten Bedingungen - Online-Vorlesungen sind gewöhnungsbedürftig

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. Uni@home ist das Motto, unter dem Jonas Hormuth und Ole Hans ihr Studium im Sommersemester 2020 vorantreiben. Die Studierenden der Sicherheitstechnik sitzen im Fachschaftsbereich am Campus Grifflenberg in Wuppertal zusammen. Es ist still auf dem sonst belebten Campus. Jonas Hormuth ist im zweiten Semester. „Momentan studiere ich von zu Hause aus“, erzählt er. Der Lockdown kam zum Prüfungsbeginn. „Drei von sieben Klausuren sind erstmal abgesagt worden.“ Im Wohnheim lernt er nun für seine Prüfungen, die Ende Mai und Anfang Juni nachgeholt werden.

Es sei bedauerlich, die Kommilitonen nicht mehr täglich zu sehen. Auch Online-Vorlesungen seien in der ersten Zeit gewöhnungsbedürftig gewesen. „Anfangs war es komisch und etwas belastend, den ganzen Tag von zu Hause aus zu lernen und zu arbeiten.“ Sein Kommilitone Ole Hans, der im Sommersemester sein Masterstudium an der Bergischen Uni Wuppertal aufgenommen hat, pflichtet ihm bei. „Ich habe erstmal technisch aufgerüstet“, berichtet er. Zwei statt eines Bildschirmes, funktionsfähiger Laptop statt Mini-Tablet. „Darauf war ja niemand vorbereitet.“ Mittels der Lernplattformen Moodle und Zoom werden Vorlesungen und Seminare weiter angeboten, Aufgaben und Projekte verteilt.

Auch der Austausch mit Professoren und Dozenten ist möglich. Universitätsprofessor Dr. Uli Barth von der Fakultät für Maschinenbau und Sicherheitstechnik: „Nachdem die Präsenzveranstaltungen eingestellt wurden, mussten auch wir Lehrenden kreativ werden, um den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten.“ Kollege Ralf Jahn, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl, ergänzt: „Zu Beginn haben wir uns intern viele Gedanken gemacht, wie es am Lehrstuhl weitergehen soll.“ Die Uni Wuppertal gilt als Top-Adresse für die Ausbildung künftiger Ingenieure – und will das natürlich auch in Corona-Zeiten bleiben. Wichtig ist den Mitarbeitern am Lehrstuhl Methoden der Sicherheitstechnik/ Unfallforschung deshalb, nicht nur pures Wissen online „rüberzuschieben“. Auch die Schulung von „Soft Skills“ wie beispielsweise Präsentationstechniken zählt dazu, betont Barth. Über die Lernplattformen sei die Mischung aus Wissenstransfer und Aufrechterhaltung des Lernbetriebes virtuell möglich. Ihr Jahresmotto 2020 „Wenn, dann richtig“ leben Lehrende wie Studierende in der Krise.

Dass es „richtig“ weitergeht, hofft Ole Hans allerdings auch in anderer Hinsicht. „Ich bin erst für mein Masterstudium hierhergekommen. Da ist es schwierig, gerade in Zeiten von Unischließungen, neue Kontakte zu knüpfen.“

„Alle Projektarbeiten sind nach hinten verlegt worden.“
Patrick Viehl, RFH-Student

Am Remscheider Standort der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln sind die Pforten geschlossen. Patrick Viehl studiert hier berufsbegleitend im vierten Semester Produktionstechnik. Mitte März hat Viehl noch zwei Vorlesungen vor Ort besuchen können, dann sei Schluss gewesen - Lockdown am Honsberg. „Alle Projektarbeiten sind nach hinten verlegt worden.“ Dreimal in der Woche und am Wochenende nimmt Patrick Viehl nun an Online-Vorlesungen über Zoom teil; in sechs Wochen stehen die Prüfungen an.

Diese möchte der Student am liebsten vor Ort absolvieren. „Auch mit Mundschutz und Abstandsregeln“, meint er lachend. Studienortkoordinator Prof. Dr. Alexander Pollack erzählt, dass die Schließung den Standort hart erwischt hat. „Nach den Lockerungen und der Wiederaufnahme von Labor- und Projektveranstaltungen in Kleingruppen hoffen wir, den Betrieb bald wieder aufnehmen zu können.“

Infos über den Studienort Remscheid

Remscheid: Seit dem Lockdown am 9. März setzen RFH-Studierende ihr Studium online fort. Wer sich für den Studiengang Produktionstechnik am Remscheider Standort am Honsberg interessiert, kann am 28. Mai (18 Uhr) an einer Infoveranstaltung „Studieren, Wohnen und Arbeiten in Remscheid“ in Form einer Videokonferenz teilnehmen. Weiteres unter www.rfh-koeln.de.

Wuppertal: Für Studierende der Uni Wuppertal sind Infos rund um den aktuellen Lehrbetrieb und der Uni@home unter www.uni-wuppertal.de abrufbar.

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