Projekt begann 2011

Remscheiderin strickt Mützen für krebskranke Kinder

Karin Hackländer hat wieder eine Ladung Mützen, Schals und Handschuhe für krebskranke Kinder in der Düsseldorfer Uni-Klinik. Foto: Doro Siewert
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Karin Hackländer hat wieder eine Ladung Mützen, Schals und Handschuhe für krebskranke Kinder in der Düsseldorfer Uni-Klinik.

Karin Hackländer und zwei Mitstreiterinnen handarbeiten für einen guten Zweck.

Von Sabine Naber

Remscheid. Ein Projekt, das im Jahre 2011 mit zehn gestrickten Mützchen für an Krebs erkrankte Kinder begonnen hatte, das ist inzwischen auf Hunderte kleiner Mützen, Schals und Handschuhe pro Jahr angewachsen.

„In der kommenden Woche fahre ich wieder mit drei großen Kartons in die Kinderkrebsklinik nach Düsseldorf und bringe die Winterkollektion dorthin“, erzählt Karin Hackländer (83). Konnte sie das Gestrickte bisher auf einem Tisch der Station ausbreiten, so dass sich jedes Kind sein Lieblingsmodell aussuchen und anprobieren konnte, ist in diesem Jahr alles anders. „Die Kinder haben sich immer gefreut, wenn ich kam. Aber in diesem Jahr bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Pakete an der Pforte abzugeben“, bedauert sie. Angefangen hatte alles, als Karin Hackländer vor neun Jahren einmal Patientin der Düsseldorfer Uniklinik war, und einen Spaziergang in dem Garten machte. „Da tollten die Kinder draußen mit einem Fußball rum, einige von ihnen hatten kahle Köpfchen und zwei ihren Tropf dabei. Ich habe den beiden dann gesagt, sie sollten ein bisschen aufpassen, aber sie meinten ganz unbekümmert, dass der Tropf beim Spielen nicht weiter störe“, kann sich Karin Hackländer gut erinnern. Inzwischen habe sie bei Besuchen auf der Station mehr als einmal erlebt, dass die Eltern unter der besonderen Situation mehr leiden und oft trauriger aussehen, als ihre kranken Kinder.

Kinder aus der ganzen Welt kommen zu dem Ärzteteam

Die Kids hatten sie damals eingeladen, mit auf ihre Station zu kommen. „Sie nahmen mich dann einfach bei der Hand und gingen mit mir in ihr Spielzimmer auf der Kinderkrebsstation.“ Da habe sie die Leiterin gefragt, was sie denn für die Kinder tun könnte. Können Sie stricken“, wurde sie gefragt. Seitdem strickt sie jeden Abend beim Fernsehen. „Tagsüber komme ich nicht dazu. Da hat man ja anderes zu tun.“ Im Frühjahr nimmt sie Baumwolle für den Sommer, im Herbst strickt sie mit Wolle für den Winter. Sie weiß, dass es Sponsoren gibt, die die Kinder zum Wintersport oder zu einem Aufenthalt an der Nord- oder Ostsee einladen.

„Kinder aus der ganzen Welt kommen zu diesem Ärzteteam. Ich habe zum Beispiel einen Jungen aus Dubai und Zwillinge aus Holland kennengelernt. Kinder aus Tschernobyl, die kostenlos behandelt wurden, waren dabei. Manche Kinder gehen nach vier Wochen nach Hause, machen zeitweise und manche auch nicht mehr. Da muss ich schon mal schlucken, wenn ich meine Mützen auf die Station bringe“, sagt Karin Hackländer.

Inzwischen hat sie mit Kerstin Kühn-Filser und Ulrike Fitzen noch zwei Mitstreiterinnen fürs Stricken für den guten Zweck gefunden. Durch sie hat sich dann auch das Sortiment um Handschuhe und Schals erweitert. „Wir haben uns immer reihum getroffen und rund zwei Stunden gemeinsam gestrickt und geredet. Ich habe dann immer die gespendete Wolle mitgenommen zu unseren Treffs.“

Die Corona-Pandemie bringt es mit sich, dass jetzt jeder in den eigenen vier Wänden bleiben muss. Als sie anfing zu stricken, da hat sie zunächst einmal die eigenen Wollvorräte eingesetzt. Später dann, als alles aufgebraucht war, in einer Anzeige im RGA um Wollspenden gebeten. „Beim Wollparadies in Cronenberg, das ist der Laden, in dem ich meine Wolle kaufe, durfte ich mir neulich einen ganzen Sack voll übrig gebliebener Knäule abholen“, freut sich Karin Hackländer.


Wollbedarf

Karin Hackländer und ihre Mitstreiterinnen möchten gerne auch weiterhin viele Mützchen für krebskranke Kinder stricken. Sie brauchen allerdings ständig Nachschub an Wolle. Wer noch Baumwoll- oder Wollreste hat, der kann sich bei ihr unter (02 1 91) 56 410 60 melden.

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