Die Woche von Axel Richter

Streitet Euch! In der Demokratie muss gestritten werden

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axel.richter @rga-online.de

In den Talksendungen im Fernsehen beschleicht den Zuschauer bisweilen das Gefühl, gleich werde ein Politiker behaupten, die Erde sei eine Scheibe - nur weil der Kontrahent das Gegenteil erklärt hatte.

Insofern ist es durchaus wohltuend, dass sich die Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl auch einmal gegenseitig bestärken und für gute Zusammenarbeit loben.

So war es am Montag der Fall, als sich die fünf OB-Kandidaten der demokratischen Parteien auf Einladung der Bergischen Industrie- und Handelskammer und der Wirtschaftsjunioren im Indoor Action Park der Firma Hudora den Fragen der Remscheider Unternehmerschaft stellten. Für die Kandidaten der SPD war das in zurückliegenden Wahlkämpfen nicht immer der leichteste Auftritt. Doch der erhoffte Schlagabtausch vor Wirtschaftsbossen im Spieleparadies geriet eher zu einem „seltsamen Schmusekurs“, wie der Lenneper Klaus Kreutzer im Anschluss daran kritisch anmerkte.

Tatsächlich kam die kontroverse Diskussion zu kurz. Das mag auch am Format gelegen haben. Oliver Knedlich und Thomas Strycker moderierten die Runde als unterhaltsame TV-Show mit spontanem Witz, Torwandschießen, Bälle und Pfeile werfen. Doch auch die fünf Kandidaten gingen freundlich miteinander um und Amtsinhaber Burkhard Mast-Weisz durfte sich sogar über blendende Noten freuen, die ihm zwei seiner Konkurrenten gaben.

Nochmals: Insbesondere in der Kommunalpolitik ist es gut, wenn politische Gegner miteinander arbeiten können und sich keinen Zacken aus der Krone brechen, wenn sie den anderen öffentlich wertschätzen. Es muss in der Demokratie aber auch gestritten werden. Damit die Unterschiede zwischen den Parteien und Kandidaten deutlich werden. Im Stadtpark gelang das am Donnerstag besser. Allerdings wäre dort ein bisschen weniger mehr gewesen.

Sei´s drum: Für die Wähler bieten solche Formate - neben der Tageszeitungslektüre - die Gelegenheit, die Inhalte der Parteien zu bewerten und von den Kandidaten einen Eindruck zu gewinnen. Schließlich ist die OB-Wahl auch und vor allem eine Personenwahl.

CDU-Kandidatin Alexa Bell will die Chance nutzen, die sich ihr im öffentlichen Auftritt bieten. Am Donnerstag trat sie deutlich angriffslustiger auf als noch am Montag. Auch im RGA schaltet sie auf Angriff. Lesen Sie dazu das Interview der Woche am Montag. Es ist gehaltvoller als das Gerede im Fernsehen. Soviel sei versprochen.

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