Arbeitskampf

Streik sorgt für Staus, aber das Chaos bleibt aus

Sie ließen die Busse gestern im Depot stehen: Streikende Busfahrer versammelten sich am Tor der Stadtwerke Remscheid.
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Sie ließen die Busse im Depot stehen: Streikende Busfahrer versammelten sich am Tor der Stadtwerke Remscheid.

Die Gewerkschaft Verdi hatte erneut zum Streik aufgerufen und gleich auch den nächsten Stillstand im Nahverkehr angekündigt.

Von Axel Richter

Remscheid. Der Aufruf der Gewerkschaften zum Warnstreik im öffentlichen Dienst hat die Remscheiderinnen und Remscheider weniger hart getroffen als erwartet. Lediglich der Busverkehr erwies sich als Totalausfall. Im morgendlichen Berufsverkehr und vor Schulbeginn kam es deshalb zu erheblichen Staus. Das galt noch am Vormittag auf der B 229 in Richtung Innenstadt zwischen Kreuzung Trecknase und Hohenhagen. Weil die Busse nicht fuhren, waren augenscheinlich viele Remscheider auf das Auto umgestiegen.

Tatsächlich erwies sich der Öffentliche Personennahverkehr als Schwerpunkt der Streikmaßnahmen. Alle 90 Busse der Stadtwerke blieben im Depot, alle Linien fielen aus. Auch der RE 47 zwischen Wuppertal, Remscheid und Solingen fuhr nicht. Am heutigen Donnerstag sollen Busse und Bahnen wieder normal verkehren. Um 4 Uhr gehen die ersten Busse der Stadtwerke auf Tour.  

Weniger streikwillig als die Busfahrer zeigten sich die Müllwerker der Technischen Betriebe Remscheid (TBR). Trotz Aufrufs der Gewerkschaft Verdi erschien annähernd die Hälfte der rund 110 Beschäftigten regulär zum Dienst. „Alle Arbeitswilligen gingen danach ans Werk“, erzählt Daniel Pfordt, bei den TBR Leiter des Bereichs Abfallwirtschaft.

Auf zwei Strecken konnte der Restmüll deshalb normal abgefahren werden, auch der Sperrmüll wurde am Dienstag abgeholt. Auf drei anderen Restmüllstrecken erhielten die Tonnen dagegen keine Abfuhr, auch die Biotonnen wurden nicht geleert. Die TBR müssen das nachholen.

So oder so aber wird der Warnstreik noch Folgen haben. Denn auch das Müllheizkraftwerk in Wuppertal wurde am Dienstag bestreikt. Das fahren die vollen Müllfahrzeuge aus Remscheid normalerweise an, um ihren Inhalt dort abzukippen. Am Dienstag nicht. Der Müll blieb in den Wagen und kann heute erst abgeliefert werden. Das heißt, die Fahrzeuge gehen auch später wieder auf ihre Strecke.

Die TBR schließen nicht aus, dass sich nicht alle regulären Leerungen in dieser Woche nachholen lassen. Deshalb bitten sie die Remscheiderinnen und Remscheider um Mithilfe. Sie können bei Bedarf in der kommenden Woche am jeweiligen Leerungstag weitere Müllsäcke neben ihre Tonne stellen. Dabei muss es sich nicht um einen amtlichen Müllsack handeln. Tonnen, die alle zwei oder auch vier Wochen geleert werden und ebenfalls stehen geblieben sind, können dann ebenfalls auf dem Gehweg bereitgestellt werden.

Von einem entspannten Tag berichteten am Dienstag auch die acht städtischen Kindertagesstätten, die eine Notbetreuung angeboten hatten. 108 Kinder wurden dort am Dienstag betreut. „Das ist deutlich weniger, als wir erwartet haben“, berichtet Kerstin Wiedebach, Fachberaterin für die städtischen Einrichtungen. Mit anderen Worten: Die meisten Eltern zeigten sich gut informiert und hatten sich auf den Ausfall ihrer Kita vorbereitet. Im Ämterhaus und im Rathaus lief der Betrieb wie an „normalen“ Tagen. Die Schalter im Bürgerservice des Ämterhauses waren besetzt. „Es gibt keine Leistungseinbußen“, berichtete Amtsleiter Arndt Liesenfeld.

Derweil kündigt sich schon der nächste Streik bei den Verkehrsbetrieben der Stadtwerke an. Am kommenden Freitag, 3. März, sollen die Busse erneut im Depot bleiben. Der Streik dauere voraussichtlich ab Betriebsbeginn 24 Stunden, heißt es in einer Mitteilung.

Unser Ticker

+++Update+++ Am Nachmittag hat Verdi den nächsten Streik angekündigt: Bereits am Freitag sollen die Beschäftigten im Nahverkehr ihre Arbeit niederlegen.

+++ Update 12.56 Uhr +++ Alle 90 Busse der Stadtwerke sind im Depot geblieben, alle Linien ausgefallen. Auch der RE 47 zwischen Wuppertal, Remscheid und Solingen fährt aktuell nicht. Der Öffentliche Personennahverkehr erweist sich damit als Schwerpunkt des heutigen Streiktages. Am morgigen Donnerstag um 4 Uhr sollen alle Busse der Stadtwerke Remscheid ihren Betrieb wieder aufnehmen. Informationen über weitere Streiks liegen dem Unternehmen noch nicht vor. 

+++ Update 12.16 Uhr +++ Einen entspannten Tag melden auch die acht städtischen Kindertagesstätten, die an diesem Streiktag eine Notbetreuung anbieten. 108 Kinder werden dort heute betreut. „Das ist deutlich weniger als wir erwartet haben“, berichtet Kerstin Wiedebach, Fachberaterin für die städtischen Einrichtungen. Mit anderen Worten: Die Eltern, die vorab über den Warnstreik in ihren Einrichtungen informiert wurden, hatten sich gut vorbereitet.  

+++ Update 10.56 Uhr +++ Der Warnstreik im öffentlichen Dienst trifft die Stadt Remscheid weniger hart als erwartet. Bei der Stadtverwaltung läuft der Betrieb wie an normalen Tagen. Die Schalter im Bürgerservice des Ämterhauses sind besetzt. „Es gibt keine Leistungseinbußen“, berichtet Amtsleiter Arndt Liesenfeld. 

Die Müllabfuhr funktioniert mit Einschränkungen. Trotz Streikaufrufs der Gewerkschaft Verdi ist annähernd die Hälfte der rund 110 Beschäftigten regulär zum Dienst erschienen. Auf zwei Strecken konnte der Restmüll normal abgefahren werden, auch der Sperrmüll wurde abgeholt. Drei Restmüllstrecken blieben dagegen liegen, auch die Biotonnen wurden nicht geleert.

Der Streik wird auch am morgigen Tag noch Folgen haben. Denn auch das Müllheizkraftwerk in Wuppertal wird aktuell bestreikt. „Das heißt wir werden unseren Müll nicht los“, sagt Daniel Pfordt, bei den Technischen Betrieben Leiter des Bereichs Abfallwirtschaft. Sie werden das morgen früh nachholen und dann erst wieder auf ihre normalen Strecken gehen können.

Sollten es die Männer in Orange nicht schaffen, alle Tonnen in dieser Woche abzuholen, können die Bürgerinnen und Bürger in der kommenden Woche am Tag der Leerung Müllsäcke neben die Tonnen gestellt werden. Das müssen keine amtlichen Müllsäcke sein, wie die Stadt mitteilt. ric

Unsere erste Meldung von 7.30 Uhr

Remscheid. Stau auf der B229 von Trecknase bis Überfeld, eine Versammlung von Streikenden bei den Stadtwerken an der Neuenkamper Straße: Der Streik im öffentlichen Dienst hat in Remscheid für viele Menschen Auswirkungen. Busse fahren nicht, auf den Straßen staut es sich.

Am heutigen Dienstag fahren keine Busse. Seit Betriebsbeginn streiken die Fahrer der Stadtwerke. Auch der Schulbusverkehr der Stadtwerke ist betroffen - er fällt aus. Der Warnstreik im Nahverkehr wird wahrscheinlich komplette 24 Stunden dauern.

Die ersten Busausfahrten werden voraussichtlich erst wieder am Mittwoch gegen 4 Uhr erfolgen. Auch die EWR wird am Dienstag ganztätig bestreikt. Die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Wärme ist jedoch gesichert. Auch die Notrufnummern für Störungsmeldungen in den Bereichen Strom, Gas, Wasser und Wärme sind aktiv.

Vom Warnstreik werden auch die Bäder betroffen sein. Das H2O und das Sportbad am Park bleiben ganztägig geschlossen. Kunden, die eine Beauty- oder Massageanwendung gebucht haben, bitten die EWR, einen neuen Termin zu vereinbaren.

Die Streiks im öffentlichen Dienst betreffen zudem Kindertagesstätten und die Technischen Betriebe Remscheid (TBR). Wie die Stadt mitteilt, sind neun Kitas geschlossen, nur acht bieten Notbetreuung an. Drei sind regulär geöffnet.

Am HolscheidsbergNotbetreuung
Am Schützenplatzgeschlossen
Arnoldstraßenormal geöffnet
Bergisch Borngeschlossen
Dicke EicheNotbetreuung
Eisernstein normal geöffnet
Fürberggeschlossen
Hasenberggeschlossen
Henkelshofgeschlossen
Hölterfeldgeschlossen
Honsberg Notbetreuung
Kremenholler StraßeNotbetreuung
Königstraßegeschlossen
Lüttringhauser Straßegeschlossen
PaulstraßeNotbetreuung
Remscheider Straßenormal geöffnet
RosenhügelNotbetreuung
SedanstraßeNotbetreuung
Struckgeschlossen
VieringhausenNotbetreuung

Die TBR kündigen Verzögerungen bei der Leerung der Mülltonnen an. Sollte in dieser Woche keine kurzfristige Abholung erfolgen, können weitere Müllsäcke zu den zu leerenden Tonnen gestellt werden.-AWe/mj-

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