Remscheid benötigt Wohnflächen

Hasten: Stillstand bei Gesprächen über Baugebiet

Auch an der Ecke Richard-/Hastener Straße will ein Anwohner ein Haus mit Tiefgarage bauen. Die Genehmigung dafür hängt aber wiederum mit dem grünen Licht für das dahinterliegende große Areal zusammen, das Investor Michiel Ros gerne entwickeln würde. Foto: Roland Keusch
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Auch an der Ecke Richard-/Hastener Straße will ein Anwohner ein Haus mit Tiefgarage bauen. Die Genehmigung dafür hängt aber wiederum mit dem grünen Licht für das dahinterliegende große Areal zusammen, das Investor Michiel Ros gerne entwickeln würde.

Investor Michiel Ros fühlt sich in einer Posse. Seit vier Jahren ist der in Niedersachsen beheimatete Baulandentwickler an der mit Wildwuchs überwucherten Fläche dran. Bislang ist er keinen entscheidenden Schritt vorangekommen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Remscheid benötigt Wohnflächen. Attraktive neue Eigenheime können ein Standortfaktor für die Stadt sein, sind aber rar. Am Hasten gäbe es ein solches Areal. 12 000 Quadratmeter möchte Michiel Ros in zweiter Reihe zwischen Hastener- und Richardstraße erschließen. Die ursprüngliche Planung geht von 20 Eigenheimen aus. Seit vier Jahren ist der in Niedersachsen beheimatete Baulandentwickler an der mit Wildwuchs überwucherten Fläche dran. Bislang ist er keinen entscheidenden Schritt vorangekommen.

Sein Vorhaben wird unterstützt von Ortspolitikern, dem Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) und Bernd Quinting (CDU). Letzterer weiß, im Gegensatz zu Mähler, auch seine Fraktion hinter sich. Anfang April trafen sich die Christdemokraten bei einem Ortstermin mit Ros. Weit mehr als über Stillstand in den Gesprächen mit der Stadtverwaltung konnten Quinting und Fraktionschef Markus Kötter nicht mitnehmen und darüber den Kopf schütteln, dass die Verwaltung im Laufe der vier Jahre ihre Argumentationsweise auf den Kopf stellte.

Lass‘ uns noch mal alle Beteiligten an einen Tisch bitten.

Bernd Quinting, CDU-Politiker

Letzter Stand der Dinge, von der Stadt in der Bezirksvertretung Alt-Remscheid im September 2021 schriftlich fixiert: Man sperre sich nicht grundsätzlich gegen Planung und Bebauung dieses Bereiches, legt aber den Rahmenplan Hasten aus dem Jahr 2015 als Messlatte an. Bei einer zukünftigen Bebauung sollten die Ziele des Rahmenplanes Berücksichtigung finden, gerade unter dem Aspekt, dass der gesamte Bereich stark durchgrünt ist und somit nur maßvolle Bebauung vorstellbar ist“, teilte Dezernent Peter Heinze mit.

Hasten: Im Januar 2018 stand einem Bauplanverfahren nichts im Weg, dann kam der Stillstand

Ebenso spielten die extreme Hanglage und der Starkregen eine Rolle. Diese Einschätzung vermittelte die Stadt dem Investor nicht immer. Im Januar 2018 erhielt Michiel Ros ein grundsätzlich positives Schreiben, wonach der Einleitung eines Bauplanverfahrens nichts im Wege stehe. Seither kam jedoch keine Bewegung in das Projekt in der Nähe des Bolzplatzes Richardstraße. Im weiteren Verlauf verwies die Verwaltung auf ihre angespannte Personalsituation. Die Bauleitplanung sei ausgelastet, die Abarbeitung der anstehenden Planverfahren erfolgten nach strenger Priorisierung. Das Vorhaben in Hasten stehe dabei hinten an, der Zeithorizont liege bei geschätzten zwei Jahren.

Dessen Erschließung soll über ein Flurstück an der Hastener Straße 71 erfolgen. Neben der Nr. 71 war früher die Härterei Berger. Bedenken, dass dort Altlasten lagern könnten, will Michiel Ros durch ein Gutachten ausgeräumt haben. Dieses aber war der Stadt nicht aussagekräftig genug. Der Erschließungsträger wollte mit Bohrungen nachlegen, die ihm aber verweigert worden seien.

Ros fühlt sich mittendrin in einer Posse: „Offensichtlich gibt es in dieser Stadt die Direktive, das Vorhaben auf Teufel komm raus zu verhindern.“ Er spricht von „vielen unqualifizierten Aussagen“ im Laufe der letzten Jahre und einem „Trauerspiel“. Verstehen kann er die Stadt nicht: „Das muss doch im Sinne der Verwaltung sein. Denn wenn nichts ausgewiesen wird, ist Wohnraum knapp und die Preise explodieren.“

Baugebiet am Hasten soll auf die Tagesordnung der Bezirksvertretung

Für Ros bleibt die Einleitung eines B-Planverfahrens eine Frage der politischen Willensbildung. Für die gibt es jedoch in der Gestaltungsmehrheit (SPD, Grüne, FDP) keine Mehrheit. Derweil versteht auch Bernd Quinting das behördliche Hin- und Her nicht. An dem unansehnlichen Wildwuchs erkennt er nichts Schützenswertes. Die Stadt warnt hingegen davor, dass Brut- und Nahrungshabitat für siedlungstypische Vogelarten zu überplanen.

Die CDU will das Thema noch mal auf der Tagesordnung der BV Alt-Remscheid platzieren. Bernd Quinting empfiehlt zusätzlich: „Lass uns noch mal alle Beteiligten im Rathaus an einen Tisch bitten.“ Michiel Ros bleibt derweil offen: zum einen, was eine Abspeckung des zu bebauenden Areals betrifft, zum anderen, was dort entstehen soll. Er verweist darauf, dass der Verkauf ohne Dazwischenschalten eines Bauträgers stattfindet. „Das wäre eine Bereicherung für potenzielle Käufer.“

Ohne Druck

Druck verspürt Investor Michiel Ros nicht. Er hat die entsprechenden Grundstücke in Hasten „aufschiebend bedingt“ gekauft, heißt: Unter der Bedingung, dass es einen rechtskräftigen B-Plan gibt. Weil sich sein finanzieller Aufwand (Notarkosten) bislang im überschaubaren Rahmen hielt, bleibt er gelassen.

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