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Stiftung fördert seit 20 Jahren Talente

Stadtsparkassen-Chef Michael Wellershaus ist Vorsitzender der Ria-Fresen-Stiftung. Foto: Roland Keusch
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Stadtsparkassen-Chef Michael Wellershaus ist Vorsitzender der Ria-Fresen-Stiftung.

Namensgeberin Ria Fresen hat in Remscheid Spuren hinterlassen.

Von Manuel Böhnke

Sie ist einer der Hingucker in der Innenstadt: die Zange auf der oberen Alleestraße. Zu verdanken ist die Skulptur Ria Fresen. Die Unternehmerin mit einem Modegeschäft an der Allee wollte ihre Mitmenschen an ihrem Erfolg teilhaben lassen. Diesem Ansinnen folgend half sie etwa dabei, die Inneneinrichtung des Deutschen Werkzeugmuseums zu finanzieren und spendete einen Teil ihres Vermögens an wohltätige Zwecke. Eines ihrer Herzensprojekte war die nach ihr benannte Stiftung. Kurz vor ihrem Tod initiierte Fresen deren Gründung. Seit 2000 fördert die Organisation junge Menschen mit besonderen Begabungen.

500 000 Mark stellte Ria Fresen zur Verfügung. Das entspricht heute einem Stiftungskapital von rund 255 000 Euro. Das fünfköpfige Kuratorium entscheidet, wohin die daraus erwirtschafteten Erträge fließen, erklärt Michael Wellershaus. Der Chef der Remscheider Stadtsparkasse ist seit knapp vier Jahren Vorsitzender der Ria-Fresen-Stiftung. Als ihr Zweck ist im Stiftungsverzeichnis des NRW-Innenministeriums „Ausbildungsförderung“ angegeben.

„Das Geld soll unter die Leute kommen.“
Michael Wellershaus, Vorsitzender der Ria-Fresen-Stiftung

Er bezieht sich vor allem auf die Förderung junger Remscheider mit besonderen Begabungen in den Bereichen Natur- und Geisteswissenschaften, Kultur, Musik oder Sport. „Unterstützung gibt es zum Beispiel für junge Menschen, die mit ihrem Können bei nationalen oder internationalen Wettkämpfen antreten“, erklärt Wellershaus. „Jugend forscht“ oder „Jugend musiziert“ fallen etwa darunter. Für solche Leistungen vergibt die Ria-Fresen-Stiftung Stipendien, finanziert beispielsweise Instrumente oder Unterricht bei herausragenden Lehrern oder unterstützt Eltern bei Schritten, die dem Talent des Kindes zugutekommen. Im Bereich Sport hat die Stiftung den Rollkunstläuferinnen vom Magic Team NRW bei der Anschaffung ihrer Kostüme für die Europameisterschaft unter die Arme gegriffen. Die Ria-Fresen-Stiftung sei „noch richtig aktiv“, betont Wellershaus. Allerdings schränkt er ein: „Wir tun uns etwas schwer, förderungsfähige Projekte zu finden.“ Nicht immer sprechen Menschen gerne über ihre Begabung. Das erschwert das Werben für die Stiftung. Zudem ist ihr Zweck recht eng gefasst.

Aus diesem Grund haben die Stiftungsverantwortlichen vor einigen Jahren versucht, die Hürden etwas zu senken. „Das Geld soll schließlich unter die Leute kommen“, sagt Wellershaus. Inzwischen werden auch Projekte gefördert, die jungen Menschen dabei helfen, Fähigkeiten auszubilden beziehungsweise zu verbessern – bevor sie mit herausragenden Leistungen auffallen. So hat die Stiftung etwa Experimentiersets für das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung gespendet und das Schülerlabor RöLab beim Anschaffen teurer Geräte unterstützt.

„Als wir den Stiftungszweck erweitert haben, stand die Frage im Raum: Ist das noch in Ria Fresens Sinne?“, berichtet Michael Wellershaus. Im Kuratorium wirkten zu dieser Zeit Familienmitglieder der Namensgeberin mit. Sie bejahten. Noch immer sind Verwandte Fresens der Stiftung verbunden. „Das hat mir dabei geholfen, ein Gefühl dafür zu bekommen, was Ria Fresen für ein Mensch war“, erläutert der 45-jährige Sparkassen-Vorstand.

20 Jahre besteht die Stiftung in diesem Jahr. Knapp 10 000 Euro an eine gute Hand voll Antragsteller schüttet sie jährlich aus. Bislang funktioniert das Dank der Erträge, die das Stiftungskapital abwirft. Doch angesichts der Niedrigzinslage wird das zunehmend schwieriger. Allerdings berichtet Michael Wellershaus, dass die Ria-Fresen-Stiftung von Beginn an als Verbrauchsstiftung ausgelegt war. Es ist also möglich, ihr Vermögen sukzessive mit auszuschütten. „Bei zukünftigen Projekten ziehen wir das in Betracht.“

www.ria-fresen-stiftung.de

Stiftungsserie

21 Stiftungen gibt es laut Angaben des NRW-Innenministeriums in Remscheid. Zudem gibt es einige Institutionen, die dort nicht verzeichnet sind. Wie hoch ist das Stiftungskapital? Was ist ihr Zweck? An wen wird ausgeschüttet? Wer steht dahinter? Diesen Fragen geht der Remscheider General-Anzeiger in seiner Serie nach. In der kommenden Woche geht es um die Stiftung der Stadtsparkasse.

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