Serie

Stiftergemeinschaft bündelt die Kräfte

Jörg Rockel (Foto) ist mit Michael Wellershaus für die Stiftergemeinschaft verantwortlich. Foto: Roland Keusch
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Jörg Rockel (Foto) ist mit Michael Wellershaus für die Stiftergemeinschaft verantwortlich.

85 000 Euro flossen seit Ende 2013 unter dem Motto „Gut für Remscheid“.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Mehr als 15 Stiftungen hat der RGA in seiner Serie zum Thema bislang vorgestellt. Die meisten verfügen über ein Kapital im sechsstelligen Bereich. Bei einigen hat sich sogar ein Vermögen in Millionenhöhe angehäuft. Die daraus erwirtschafteten Erträge dienen dazu, den Zweck der jeweiligen Stiftung zu erfüllen. Mit der Stiftergemeinschaft „Gut für Remscheid“ hat die Sparkasse 2013 ein Instrument geschaffen, um auch mit kleineren Summen die gute Sache unterstützen zu können.

„Die Nachfrage nach so einem Modell kam damals von Kunden“, blickt Jörg Rockel zurück. Er leitet bei der Stadtsparkasse den Bereich Private Banking und ist mit Sparkassen-Chef Michael Wellershaus für die Stiftergemeinschaft verantwortlich. Rockel kennt sich mit der Materie aus: Der 51-Jährige gehört auch zum Vorstand der Lerose-Stiftung. „Stiftungen sind für mich ein so wichtiges, gutes Thema – ich wollte mich daran unbedingt beteiligen.“

„Die Nachfrage nach so einem Modell kam damals von Kunden.“
Jörg Rockel

Es gibt mehrere Möglichkeiten, ein Teil der Stiftergemeinschaft zu werden. Da ist zum einen der Haupttopf. In ihm sammelt sich das Vermögen, das Privatpersonen, Unternehmen und andere Organisationen bereitstellen. Zustiftungen sind ab 1000 Euro möglich. „Momentan liegt das Kapital bei etwas mehr als 500 000 Euro. Testamentarisch wurden uns weitere drei Millionen Euro in Aussicht gestellt“, sagt Rockel. Damit wäre „Gut für Remscheid“ eine der am besten ausgestatteten Stiftungen in der Stadt.

Zu den daraus erwirtschafteten Erträgen kommen Spenden, die ab einem Betrag von 5 Euro möglich sind. Das Geld fließt an „Leuchtturmprojekte“, über die der zweiköpfige Vorstand entscheidet. Der Stiftungszweck ist sehr breit gewählt. Profitiert haben bislang etwa die Tafel, die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall, die Initiative „Ärzte für Remscheid“ sowie das Defibrillatoren-Projekt unter dem Titel „Ein Herz für Remscheid.“ Jörg Rockel rechnet zusammen: „Seit Ende 2013 haben wir mehr als 85 000 Euro ausgeschüttet.“ Das ist die eine Säule der Stiftergemeinschaft. Die andere bilden individuelle Stiftungsfonds. Sie sind ab einem Betrag von 25 000 Euro möglich. Wer über diese Summe verfügt, kann dem Fonds einen eigenen Namen geben und seinen konkreten Zweck festlegen. Das Vermögen bleibt langfristig erhalten. Die Erträge werden nach den Vorgaben der Stifter ausgeschüttet. Auch Zustiftungen und Spenden für die Fonds sind möglich.

Laut Jörg Rockel gibt es derzeit sieben dieser Fonds unter dem Dach der Stiftergemeinschaft. „Einige davon haben ein deutlich höheres Vermögen als 25 000 Euro“, betont der 51-Jährige. Die Erträge kommen unter anderem dem Kinderhospiz und der Klosterkirche zugute.

Interessierten – das Angebot gilt übrigens nicht nur für Sparkassen-Kunden – bietet die Stiftergemeinschaft die Chance, unkompliziert Gutes zu tun – zu Lebzeiten oder aber mittels Testament oder Erbvertrag nach dem Tod. Denn sowohl bei den Stiftungsfonds als auch beim Haupttopf der Organisation kümmern sich die Experten der Sparkasse um die Anlage des Vermögens. „Angesichts der Zinslage müssen wir dabei neue Wege gehen und gut streuen. Wir legen aber keine Zockermentalität an den Tag“, sagt Rockel.

Die Anlageentscheidung liegt also bei dem Kreditinstitut. Um Themen wie den Zahlungsverkehr und den Jahresabschluss kümmert sich dagegen die Deutsche Stiftungsagentur, mit der die Sparkasse eng zusammenarbeitet.

www.stiftergemeinschaft-remscheid.de

Stiftungsserie

21 Stiftungen gibt es laut Angaben des NRW-Innenministeriums in Remscheid. Zudem gibt es einige Institutionen, die dort nicht verzeichnet sind. Wie hoch ist das Stiftungskapital? Was ist ihr Zweck? An wen wird ausgeschüttet? Wer steht dahinter? Diesen Fragen geht der Remscheider General-Anzeiger in seiner Serie nach.

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