Die Stechpalme bevorzugte die feuchten Westhänge

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Straße in Reinshagen wurde nach der früher im Bergischen sehr verbreiteten Hülse benannt

Reinshagen. Im September 1963 wandte sich die Neuordnungsabteilung des Bauamtes an das Stadtarchiv Remscheid mit der Bitte, Vorschläge für die Benennung einer Straße westlich der Becherstraße zu machen. Der Hauptausschuss beschloss im November 1963, besagte Straße „An den Hülsen“ zu nennen.

Der Vorschlag des Stadtarchivs begründete sich dadurch, dass keine Straße nach der Hülse (Ilex) benannt war, die früher im Bergischen Land sehr verbreitet war. Die Stechpalme, oder Hülse/Ilex, bevorzugte im Bergischen vor allem die feuchten Westhänge, die vor den kalten Ostwinden geschützt waren, recherchierte Stadtarchiv-Mitarbeiterin Laura Kolb. Im frühen 20. Jahrhundert wurden Hülsenzweige in Wagenladungen aus dem Bergischen exportiert. Zum Beispiel nutzte man die stacheligen Äste gerne als Besen zum Kaminkehren. Auch das harte Holz war begehrt, es fand Verwendung als Messerfurnier, Hammerstiel oder Spazierstock. Auch Goethes Wanderstock war aus Stechpalmenholz gefertigt. Unter anderem wegen der hohen Exportmengen stand die Hülse 1963 unter Naturschutz.

Schon die alten Germanen verehrten die Hülse, sie schmückten Haus und Stall mit den Zweigen, um gute Geister und Feen anzulocken. Sie nannten die Hülse „Hulis“, was so viel bedeutet wie „Wald“ oder „Dunkel“. Im Englischen entwickelte sich daraus „Holly“. Auch der Name der berühmten Stadt Hollywood bedeutet übersetzt nichts anderes als „Stechpalmenwald“. 1886 erhielt Hollywood seinen Namen von der Familie Whitley. Whitley hielt in seinem Tagebuch fest, dass er auf einen Mann getroffen sei, der mit einem Holztransporter vorbei kam. Als Whitley den Namen Stechpalmenholz hörte, wurde er inspiriert: Das Wort Holly sollte England repräsentieren und das Wort Wood seine schottischen Wurzeln. So hatte er den perfekten Namen für sein neues Land gefunden.

In Großbritannien und Amerika ist die Stechpalme „Holly“ das Weihnachtssymbol überhaupt. Die Weihnachtsgeschichte des Ilex reicht sogar länger zurück als die unseres beliebten Weihnachtsbaums. Bis heute hält sich der Aberglaube, dass der Ilex vor Dämonen und Blitzeinschlägen schützt. AWe/Foto: Roland Keusch

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