Diskussion

Stark in der Krise: Frauen wollen mehr als nur Applaus

Um starke Frauen in Krisenzeiten ging es im Pferdestall. Kerstin Mittelbach interviewte Altenpflegerin Sandra Vanselow (vorne, v. r.). Foto: Roland Keusch
+
Um starke Frauen in Krisenzeiten ging es im Pferdestall. Kerstin Mittelbach interviewte Altenpflegerin Sandra Vanselow (vorne, v. r.).

Frauenausschuss der IG Metall hatte am Antikriegstag zur Diskussion in die Bildungsstätte Pferdestall eingeladen.

Von Melissa Wienzek

Sie sind Krankenpflegerinnen, Erzieherinnen oder Verkäuferinnen und haben in der Corona-Krise noch einmal deutlich gezeigt, dass es ohne sie nicht geht: Frauen. Aber dafür, dass sie immer diejenigen sind, die in der Not helfen, möchten sie auch mehr Wertschätzung als nur Applaus erhalten. Das machte die Diskussionsrunde am Dienstagabend in der Bildungs- und Gedenkstätte Pferdestall deutlich.

Hierhin hatte der Frauenausschuss der IG Metall Remscheid – Solingen anlässlich des Antikriegstags eingeladen. Die Veranstalterinnen gingen der Frage nach: „Starke Frauen in Krisenzeiten – Ist Krisenbewältigung weiblich?“ Ja, sagte IG-Metall-Geschäftsführer Marko Röhrig. „Frauen haben zu Krisenzeiten stets eine wichtige Rolle gespielt. Klassische Frauenberufe sind systemrelevant.“ Dies sehe man gerade in der Corona-Krise am Pflegeberuf: Es arbeiten immer noch mehr Frauen in diesem Bereich als Männer.

Eine von ihnen ist Sandra Vanselow. Die Remscheiderin ist Mutter von zwei Kindern und examinierte Altenpflegerin. Im Interview mit Kerstin Mittelbach vom IG-Metall-Frauenausschuss erzählte sie aus ihrem Berufsleben: Zwölf Tage am Stück zu arbeiten und immer wieder flexibel Dienste zu tauschen, gehöre dazu. „Wir müssen den Beruf attraktiver machen“, sagte sie. Und das gehe nicht nur mit einer Lohnerhöhung einher, sondern auch mit besseren Arbeitszeiten. Die skandinavischen Länder hätten mit einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit schon gute Erfahrungen gemacht, erklärte Christine Krupp vom Frauenausschuss. „Denn Familie und Beruf müssen sich nicht ausschließen“, betonte Frauenausschuss-Vorsitzende Bettina Reckert.

Frauenquote an entscheidenden Stellen

Was muss passieren? Wichtig ist den Remscheiderinnen eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie, eine höhere Frauenquote an entscheidenden Stellen und eine faire Bezahlung. „Frauen verdienen heute noch 21 Prozent weniger als Männer – das ist ein Unding. Wir leben doch nicht mehr im 18. Jahrhundert!“, sagte Brigitte Neff-Wetzel (Linke).

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Mann beschädigt 16 Autos im Remscheider Süden
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Corona: Es gelten neue Corona-Regeln - Über 5000 Erst-Impfungen in einer Woche
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Berufskolleg: Das Richtfest steht bevor
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag
Handwerker in Remscheid sind jetzt schon am Anschlag

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare