Verkehrsreport

Stadt will Schilderwald lichten

Viele Bürger würden die meisten Schilder am liebsten flachlegen: In diesem Fall wurden sie aber nur am Quimper-Platz für den WDR-2-Tag gelagert.
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Viele Bürger würden die meisten Schilder am liebsten flachlegen: In diesem Fall wurden sie aber nur am Quimper-Platz für den WDR-2-Tag gelagert.

Ordnungsamt gibt zu: Längst nicht alle Verkehrszeichen halten mehr einer Überprüfung stand.

Von Jennifer Preuß

Alt-Remscheid. Nicht alle Schilder im Stadtgebiet machen Sinn. Das kam in der Umfrage zum RGA-Verkehrsreport heraus. Viele Autofahrer beschwerten sich über Beschilderungen, die das Leben erschweren. Werner Völkel glaubt, einen solchen Fall zu kennen. Wenn er sich als Anwohner die Elberfelder Straße, Teilstück zwischen Markt und Friedrich-Ebert-Platz anschaut, sieht er Chaos. „Die Busse der Stadtwerke und Taxen fahren viel zu schnell.“ Autofahrer, denen es nicht schnell genug geht, drücken auf die Hupe und frönen der Wildparkerei.

„Hier herrscht starker Durchgangsverkehr aus Richtung Markt in die Elberfelder Straße und umgekehrt. Obwohl eine Zusatzbeschilderung aussagt: Busse und Taxen frei. Tolle Schilder“, wundert sich der Remscheider. Am Markt und an der Elberfelder Straße seien die Schilder unterschiedlich groß. Werner Völkel schlägt vor: „Warum werden hier keine Schilder aufgestellt, welche die Durchfahrt - ausgenommen Busse und Taxen - generell verbieten?“ Außerdem stehe das Schild 325, verkehrsberuhigter Bereich, in Höhe der Musikschule, falsch.

Leser glaubt: Schild am Gartencenter Kremer führt Autofahrer in die Irre

Ein überflüssiges Schild sieht RGA-Leser Daniel Pieper an der Grundstücksausfahrt des Gartencenters Kremer an der Lüttringhauser Straße. Das dortige Stoppschild führe in die Irre und zu Unfällen. „Mein Vorschlag wäre, das Schild wegzumachen und so die Situation zu entschärfen, da eine Grundstücksausfahrt in der Regel nicht vorfahrtsberechtigt ist.“

Christiane Seipp hat ebenfalls einen neuralgischen Punkt entdeckt: das Rechtsabbieger-Schild an der Kratzberger-/Hastener Straße in Richtung Wuppertal. Die Stadt hat es bewusst dort aufgestellt, weil es an der Stelle in der Vergangenheit zahlreiche Unfälle gab. Seipp sieht die andere Seite: „Es ist so, dass die wenigsten Verkehrsteilnehmer dort rechts abbiegen möchten, geschweige denn dies tun“, berichtet die RGA-Leserin. Die Folgen: Einige umfahren die Kreuzung, in dem sie durch die Hohenbirker Straße und die Keiper Straße brausen. Wegen der Hastener Grundschule gelten dort 30 km/h. Andere Verkehrsteilnehmer biegen an der Kreuzung rechts ab, nur um wenig später zu wenden, weil sie Richtung Innenstadt wollen. „Das birgt ein viel höheres Unfallrisiko“, findet Christiane Seipp. „Und es hält den Verkehr auf.“

Die Verwaltung will den Schilderwald lichten. Jürgen Beckmann, Leiter des Ordnungsamtes, gibt zu: „Einige Schilder halten einer erneuten Prüfung nicht mehr stand.“ Ein Beispiel sind Schilder, die auf Lieferzonen hinweisen. Wenn das Firmengebäude lange geschlossen und verlassen ist, verliert das Schild seine Berechtigung. Und wird abmontiert.

Im Allgemeinen werden Verkehrsschilder auf Initiative der Bezirksvertretungen aufgestellt, typischerweise für Halteverbots- und Parkscheibenzonen. Die Schilderwald-Novelle in der Straßenverkehrsordnung zielt darauf, Überbeschilderung zu verhindern. Zuviele Verkehrszeichen können zum Problem werden, beispielsweise, wenn bei dichtem Verkehr die Aufmerksamkeit des Autofahrers voll beansprucht wird oder die Zeichen im baulichen Umfeld optisch verschwinden.

SONDERZEICHEN NICHT GELÄUFIG

GEFAHRENZEICHEN

In der Praxis zeigt sich, dass viele Sonderzeichen nicht mehr im Detail geläufig sind. Wie das Gefahrenzeichen an Baustellen. Immer wieder rufen Bürger im Ordnungsamt an und fordern, dass dort auch ein Tempo-30-Schild aufgestellt wird. Dabei impliziert das Baustellen-Schild, dass Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit drosseln müssen, vor allem, wenn Bauarbeiter am Werk sind. „Das Tempo-30-Schild stellen wir nur in Ausnahmefällen auf“, meint Jürgen Beckmann.

Besonders Ältere, Fahranfänger und Ortsfremde sind überfordert, wenn zu viele Verkehrszeichen auf einmal zu deuten sind. Derselbe Effekt tritt ein, wenn Verkehrszeichen fehlen. „Schilder nur da aufstellen, wo wirklich nötig“, stellt Beckmann fest. „Je mehr aufgehängt werden, umso schwieriger ist es, deren Bedeutung zu erkennen.“

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